Mehr Kameras, Kontrollen und harte Sanktionen: FCK reagiert auf Vorfälle in Mannheim
- Der 1. FC Kaiserslautern zieht erste Konsequenzen aus den Vorkommnissen rund um das DFB-Pokalspiel beim SV Waldhof Mannheim am 21. August
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FCK. Der 1. FC Kaiserslautern zieht erste Konsequenzen aus den Vorkommnissen rund um das DFB-Pokalspiel beim SV Waldhof Mannheim am 21. August. Nach einer mehrwöchigen Aufarbeitung kündigt der Verein unter anderem intensivere Einlasskontrollen, eine Ausweitung der Videoüberwachung und weitere Sicherheitsmaßnahmen an. Bei erneuten schwerwiegenden Vorfällen könnten bei Risiko-Auswärtsspielen zudem personalisierte Tickets eingeführt werden.
Der FCK hat nach eigenen Angaben inzwischen seine Stellungnahme beim DFB im Rahmen des sportgerichtlichen Verfahrens eingereicht. Mit öffentlichen Bewertungen habe sich der Verein bislang bewusst zurückgehalten, um die Ereignisse zunächst aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu analysieren und dem Verfahren nicht vorzugreifen.
Seine grundsätzliche Haltung bekräftigt der Club deutlich. Der FCK distanziere sich „ausdrücklich und ohne jede Einschränkung von Gewalt, Hass, Bedrohungen sowie von allen Handlungen, die Menschen gefährden oder verletzen können“. Das Abfeuern pyrotechnischer Gegenstände auf andere Personen bezeichnet der Verein als Straftaten, die weder zu relativieren noch zu rechtfertigen seien.
Gleichzeitig warnt der FCK davor, wegen der Vorfälle eine gesamte Fanszene oder alle mitgereisten Anhänger pauschal zu verurteilen.
Mehr Kontrollen und Videoüberwachung
Unmittelbar nach den Ereignissen hatte der Verein seinen Krisenstab aktiviert und eine interne Taskforce eingesetzt. In die Aufarbeitung wurden unter anderem Vertreter des Clubs und seiner Gremien, der Fanszene, anderer Vereine, Verbände, Sicherheitsbehörden, politischer Institutionen und der Stadt Kaiserslautern sowie externe Experten aus Sportrecht, Wissenschaft und Fanforschung einbezogen.
Nun stehen erste Maßnahmen fest. Am Fritz-Walter-Stadion sollen unter anderem die Einlasskapazitäten ausgebaut werden, um intensivere Kontrollen zu ermöglichen. Zudem plant der FCK eine Ausweitung der Videoüberwachung im Stadion und dessen Umfeld sowie zusätzliche Sichtschutzmaßnahmen.
Weitere Kontrollen im Vorfeld und rund um die Spieltage sollen das Einbringen unerlaubter und gefährlicher Gegenstände erschweren. Bei Risikospielen soll die Stadionöffnung nochmals vorverlegt werden, damit erweiterte Kontrollen möglich sind. Auch das Ordnungs- und Sicherheitspersonal soll zusätzlich qualifiziert und sensibilisiert werden.
Daneben will der Verein seine Fanbasis stärker über Hinweise vor Spieltagen, Stadiondurchsagen, digitale Kanäle und sichtbare Botschaften im Stadion sensibilisieren. Bestehende Meldestellen für Straftaten und Fehlverhalten an Spieltagen sollen dauerhaft eingerichtet beziehungsweise erweitert werden.
Personalisierte Tickets als mögliche Konsequenz
Bei nachweisbarem Fehlverhalten kündigt der FCK weiterhin ein konsequentes Vorgehen an. Dazu zählen Stadionverbote, der mögliche Entzug von Dauerkarten und bei Mitgliedern ein Vereinsausschluss. Außerdem will der Club prüfen, inwieweit Schadensersatzansprüche gegen verantwortliche Personen geltend gemacht werden können.
Für den Fall weiterer schwerwiegender Vorfälle behält sich der FCK außerdem vor, bei Risiko-Auswärtsspielen auf personalisierte Tickets umzustellen. Eine solche Maßnahme solle nicht pauschal eingeführt werden und müsse rechtssicher, verhältnismäßig und zielgerichtet ausgestaltet sein. Falls es die Entwicklung erfordere, müsse sie allerdings kurzfristig aktiviert werden können.
Parallel dazu will der FCK seine bestehenden Dialogformate mit der organisierten und nicht organisierten Fanszene ausbauen. Themen wie Werte, Verantwortung, Sicherheit, Prävention und die Folgen von Fehlverhalten sollen künftig noch stärker in den Mittelpunkt rücken.
Die Aufarbeitung sei mit der jetzigen Stellungnahme nicht beendet, betont der Verein. Ziel sei es, dazu beizutragen, „dass sich solche Bilder nicht wiederholen“ und Fußball trotz aller Emotionalität ein sicheres Erlebnis bleibe. [red]
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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