Verheiratet mit den Verlobten durch Italien
La monaca di Monza – Museo civico

Irene und Stephan vor dem Bild der Mönchin von Monza im städtischen Museum | Foto: Stephan Alberti-Riedl
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Das Museo civico di Monza ist nicht nur ein Ort künstlerischer Entdeckungen, sondern auch ein Schlüssel, um eine der faszinierendsten Frauenfiguren Italiens besser zu verstehen: Marianna de Layya y Marino, die Mönchin von Monza – real, literarisch und historisch.

Wie ihr Name vermuten lässt, entstammte sie einer spanisch-italienischen Familie. Sie wurde 1575 in Mailand geboren. Als sie 13 Jahre alt war, verstarb ihre Mutter. Damit ihre Familie sich die Mitgiftkosten bei einer möglichen Heirat sparen konnte, zwang man sie, Mönchin (Schwester Virginia Maria) zu werden. Aber sie brach ihr Gelübde und hatte eine Liebesbeziehung mit dem lokalen Adligen Gian Paolo Osio, dem sie mutmaßlich ein oder mehrere Kinder gebar. Aber das Verhältnis flog auf, Osio wurde ermordet und Marianna zu lebenslanger Buße im Kloster Santa Valeria verurteilt. Bis heute gilt sie in Italien als der Archetyp für unterdrückte und zwiegespaltene tragische Frauenfiguren

Sie diente als Grundlage für die Mönchin Gertrude von Monza in Manzonis Roman Die Verlobten (I promessi sposi). Darin nimmt sie eine zentrale Nebenrolle ein. In ihrem Kloster sucht Lucia Zuflucht vor Don Rodrigos Schergen. Gertrude ist jedoch zwischen ihrem klösterlichen Gelübde und ihrer Treue zu Egidio hin und hergerissen, weil sie unter seinem Einfluss steht. Egidio soll Lucia entführen und zum Innominato (der Namenslose) bringen. So kommt es, dass sie Lucia verrät und Egidio Zugang zum Kloster verschafft. Hier übt Manzoni gezielt Gesellschaftskritik an der Doppelmoral des Adels und der moralischen Korruption religiöser Einrichtungen.

Was die reale Mönchin angeht, ihre Hintergrundgeschichte kann im städtischen Museum von Monza näher ergründet werden. Schon am Eingang des Museums ist ein künstlerische Darstellung von ihr mit Ausschnitt (siehe Titelbild 2 und 3) zu sehen – ein erster Hinweis auf ihre Bedeutung für Monza.

Die Historie wird vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert auf 900 Quadratmetern mit circa 140 Kunstwerken und Artefakten nachgezeichnet. Die Sammlung reicht von religiösen Motiven über Stadtansichten bis hin zu Porträts lokaler Künstler – ein eindrucksvoller Überblick über die Kulturgeschichte der Region. Es ist alles vertreten, was einen Besuch mehr als lohnenswert macht – ganz gleich, ob man Manzonis I promessi sposi kennt oder sich einfach für Geschichte und Kunst interessiert.

Irene und Stephan vor dem Bild der Mönchin von Monza im städtischen Museum | Foto: Stephan Alberti-Riedl
Stephan als monaca di Monza | Foto: Irene Alberti
Irene als monaca di Monza | Foto: Stephan Alberti-Riedl
Autor:

Stephan Alberti-Riedl aus Rodalben

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