Das Ende einer Ära: Noch einmal "kommt ein Untier selten allein"

Die aktuelle "Untier"-Besetzung mit Wolfgang Marschall (von links), Marina Tamássy und Willi Haselbek | Foto: Thomas Brenner
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  • Die aktuelle "Untier"-Besetzung mit Wolfgang Marschall (von links), Marina Tamássy und Willi Haselbek
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Kaiserslautern. Schluss! Aus! Fertig! Die Kabarettgruppe Die Untiere hat das Ende ihrer Reihe "Ein Untier kommt selten allein" verkündet. Noch einmal tritt das Ensemble am Samstag, 23. November, 20 Uhr, im SWR Studio Kaiserslautern auf. Als Gastkünstler ist das Duo Ernst und Heinrich dabei. 

Von Monika Klein

Die Gründungsbesetzung: Wolfgang Marschall (von links), Marina Tamássy und Edwin Schwehm-Herter | Foto: Saskia Schoop
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2009 haben Wolfgang Marschall und Marina Tamássy die "politeramusische" Kabarettreihe aus der Taufe gehoben, nun zieht das Ehepaar Ende November mit der 33. Ausgabe einen Schlussstrich. "15 Jahre haben wir unser Herz und Hirn malträtiert, um anspruchsvoll-bissige Themen auf die Bühne zu bringen. Mit hochkarätigen Texten und Chansons, mit großem Aufwand, bunten Kostümen, Persiflage, mit langjährigen Mitspielern und tollen Gästen. Wolf hat sich stets ,einen Wolf' geschrieben und seine Heimatstadt Kaiserslautern, in der er nun mittlerweile seit über 40 Jahren lebt, bedichtet und begleitet", umreißt Tamássy diesen Zeitraum. Das mit überaus großem Erfolg. "Wir haben uns den Titel ,Kultclub' erarbeitet. Wir waren die Stars", erzählt die gebürtige Mannheimerin weiter, "es hat sogar einen Schwarzmarkt für Eintrittskarten gegeben." 

Mit Corona kam der Wandel

Einen Einschnitt hat Corona mit sich gebracht. Zwar ist das Ensemble, zu dem Willi Haselbek 2021 als musikalischer Leiter gestoßen ist, nach wie vor im SWR Studio in Kaiserslautern aufgetreten, doch unter anderen Voraussetzungen. Seit Pandemie-Beginn habe es als Veranstalter agieren und damit die Verantwortung für die komplette Infrastruktur, das Vertragswesen und das finanzielle Risiko tragen müssen, berichtet Marschall.

Die aktuelle "Untier"-Besetzung mit Wolfgang Marschall (von links), Marina Tamássy und Willi Haselbek | Foto: Thomas Brenner
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Hinzu kamen rückläufige Zuschauerzahlen. "Vor der Pandemie hatten wir ein ausverkauftes Haus, dann konnten wir unser Programm nur noch unter Auflagen und mit weniger Zuschauern bringen", umreißt er die Entwicklung. Mit dem Ukraine-Krieg habe sich die Situation noch verschärft. Nur noch ein harter Kern aus 80 bis 100 Fans sei zu den Auftritten gekommen. "Es hat sich alles so hingeschleppt und war irgendwann nicht mehr zu stemmen. Seit einiger Zeit legen wir drauf", begründet der studierte Psychologe und Philosoph die Entscheidung, die ihm und seiner Frau nicht leicht gefallen ist. 

Auswärts stehende Ovationen

Auf Unterstützung von Seiten der Stadt haben Die Untiere vergeblich gehofft. "Die Oberbürgermeisterin hat kein Interesse gezeigt, das Kabarett zu retten", sagt Marschall, der regen Anteil an dem nahm und nimmt, was sich in Kaiserslautern tut. Auf der Bühne sezierte er die Stadtpolitik mit spitzer Zunge, feierte damit fast von Beginn an große Erfolge und wurde mit stehenden Ovationen entlohnt.

Ein scharfzüngiger Vollblutkabarettist: Wolfgang Marschall | Foto: Ursula Engelmann
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Seine bessere Hälfte, die seit jüngsten Jahren auf der Bühne steht, brillierte unter anderem in ihrer Rolle als "Mutti Merkel", eine wie auf sie zugeschnittene Paraderollen-Parodie auf die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit der Tamássy bundesweit für Aufsehen sorgte. Doch von dieser Begeisterung sei in Kaiserslautern nur noch wenig zu spüren, vielmehr bei Auftritten andernorts. 

Eine ihrer bekanntesten Rollen: Marina Tamássy als "Mutti Merkel" | Foto: Ursula Engelmann
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Dorthin will sich das Paar nun orientieren. "Es ist Zeit, etwas anderes zu machen", meint Marschall. Er feilt als Regisseur an einem Kabarettprogramm für die Mannheimer Kleinkunstbühne "Klapsmühl", wo er und Tamássy sich damals kennengelernt haben. Sie wird weiterhin als Sprecherin für verschiedene Fernsehsender tätig sein. In dem Ende der "Untier"-Reihe sehen die beiden Vollblutkabarettisten Freiräume für ihre Weiterentwicklung. "Wir können uns jetzt vollkommen neu aufstellen, wir haben viele Möglichkeiten."

Kommt eine Autobiografie?

Bevor sie das "Untier"-Finale einläuten, absolvieren sie am Freitag, 25. Oktober, 19 Uhr, einen Auftritt im Schwedelbacher Bürgerhaus mit ihrem Programm "Memoiren einer Spottdrossel" und am Freitag, 13. Dezember, sind sie um 19.30 Uhr in der Landstuhler Stadthalle mit ihrer "UNTIERischen Weihnachtsshow" zu sehen. Dann gibt es noch den Kabarettistischen Aschermittwoch, kurz "Kabasch" genannt, der am 5. März 2025 im SWR Studio über die Bühne geht. Ob auch daran gerüttelt wird, muss sich zeigen. "Wenn er funktioniert, behalten wir ihn bei", kündigt Marschall an.

Was er sich für den Schlusspunkt einfallen lässt, steht noch nicht fest. "Ich könnte etwas übers Lautrer Publikum machen und in meiner ewigen Mappe habe ich einige Anekdoten aus dem Stadtleben gesammelt", meint er und fügt verschmitzt an: "Die größte Drohung ist, dass ich ein autobiographisches Buch schreibe." Ob das ernst gemeint ist, bleibt zumindest vorerst abzuwarten. [lmo]

Info und Tickets

https://kabarett.die-untiere.de/, https://www.eventim.de/artist/die-untiere/ und https://www.schwedelbach.de/

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Monika Klein aus Kaiserslautern

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