BriMel unterwegs
Gastmusiker der ElVille Bluesband sorgen für Groove
- Die ElVille Bluesband mit den beiden Gastmusikern
- Foto: Brigitte Melder
- hochgeladen von Brigitte Melder
Haßloch. Die ElVille Bluesband hatte für ihre Tour am 18. Mai die beiden Musiker Olli Roth und Frank Itt in den Saal Löwer eingeladen. Weitergehen sollte es am 19. Mai zur Museumsscheuer in Dossenheim, am 20. Mai ins oder ans Badehaisel nach Wachenheim und zum Abschluss am 21. Mai ins Kulturzentrum das Haus in Ludwigshafen.
Der historische „Saal Löwer“ war wieder einmal zum Bersten voll und man schlängelte sich förmlich durch die sitzenden und stehenden Gäste hindurch. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Bürgerstiftung hatten hinter der Bar wieder alle Hände voll zu tun. Die Lichttechnik hatte Sven MusicWeber unter sich, die Tontechnik Frank Ruppi Ruppert und die Foto- und Filmaufnahmen erstellte Wolfgang Schumann. Der Vorsitzende der Bürgerstiftung Haßloch Hajo Klein begrüßte das zahlreich erschiene Publikum und „sendete somit direkt aus dem Wohnzimmer“. Er freute sich, dass so viele Leute gekommen waren und versprach gute Laune. Mit der Bandvorstellung der top Musiker, die mit einem donnernden Applaus begrüßt wurden, sollte es dann auch gleich los gehen. Der charismatische Sänger und Stimmungskanone Olli Roth hatte noch ein kleines Problemchen seine Gitarre zu stimmen, aber es kam ja nicht auf die paar Minuten an an diesem langen Abend.
Der als Moderator des Abends fungierende Olli Roth freute sich, dass er heute als Premiere das erste Mal mit dem Bassisten Frank Itt spielen durfte. Bereits bei den ersten Tönen zu „Slow turning“ bewegten sich die Körper der Gäste im Takt. Frank Itts Bass stach sofort heraus, denn er hatte einen außergewöhnlichen Klang. Olli Roth babbelte auf Pfälzisch und moderierte locker vom Hocker und dem Publikum gefiel es immens gut und musste mehr als einmal an diesem Abend lachen. An Olli Roth ist ein Comedian verloren gegangen. „Phone booth“ und „Don’t change horses“ folgten. Olli Roth hatte so richtig fetten Soul in der Stimme. Er wollte vom Publikum wissen, ob es genug zu trinken habe, denn das sei ganz wichtig. „Je more you drink the better we sound!“ Die heutige Kombination matchte mit diesen beiden Gastmusikern als Sahnehäubchen. Solopart für Tom „Tiger“ Karbs. Bei „A real mother for ya“ suchten sich die Gäste ein Eckchen um abzutanzen, die Musik zu spüren und auszuleben. Olli Roth ließ wissen, dass sie nicht geprobt haben, aber es gibt nichts schöneres als Musik zu machen. Das langsamere Stück „Feels like rain“ folgte. Es wurde gefilmt und fotografiert auf Teufel komm raus, um diese Musik noch einmal in Ruhe zu Hause zu genießen. Noch zwei Stücke, dann müssten sie eine Pause einlegen, sonst gebe es Ärger mit der Gewerkschaft, es gebe tatsächlich eine Gewerkschaft für Rock- und Popmusik und Olli sei Mitglied. Das Publikum amüsierte sich prächtig, denn er nahm einfach alles auf die Schippe. „Made up mind“ von Bonnie Raitt wurde von 10.000 Menschen gecovert. Die etwas andere Version von „Bruder Jakob“ als „Brother Jake“ folgte und war abgespaced. Das Publikum johlte und klatschte begeistert und alle sollten im Takt mitklatschen.
Bei den ganzen Tänzern fiel einer besonders ins Auge, den ich in der Pause dann ansprach. Es war Fritz Konrad, der extra zu diesen tollen Löwer-Konzerten aus Mannheim-Sandhofen hierherkam. Sein Statement: „Das Herz spiegelt das Innere wieder und die Zufriedenheit und das zählt“. Er liebt Blues, der ihm bereits in die Wiege gelegt worden ist.Der ursprünglich aus Graz stammende „Eintänzer“ war gesanglich vorbelastet mit Keyboard und Gesang. Heute waren auch Gäste aus Karlsruhe und Bad Kreuznach hier, wie Hajo Klein erzählte.
Olli Roth glänzte nicht nur mit seiner herausragenden souligen Stimme, die er für gefühlvolle Balladen, Uptemposongs und stampfende Swampgrooves einsetzt, sondern auch mit seiner akustischen Gitarre. Handgemachte Musik, die direkt aus der Seele kommt, immer nach dem Motto „Let the music do the talking“. Auf jeder Bühne sofort zuhause schafft er es, sein Publikum von der ersten Minute an in seinen Bann zu ziehen. Eines der bestechendsten Merkmale von Olli Roth ist seine unglaubliche Spielfreude und die musikalische Hingabe, mit der er selbst jede Coverversion zu einem eigenen Song werden lässt. Ob Akustik-Session oder groß besetzte Band, durch seine begnadete Stimme, seine Professionalität und sein Charisma wird jedes Konzert zu einem Highlight für Seele und Ohren!
Frank Itt begann im Alter von 18 Jahren und als Autodidakt mit dem Bassspiel. Sein erstes professionelles Engagement bekam er bei der Frankfurter Jazz-Rock-Formation „Leaf“ unter der Leitung von Georg Crostewitz. Gleichzeitig entwickelte sich seine Band „The Touch“ mit dem Sänger Terence Trent D’Arby sehr erfolgreich (1. Preis der Deutschen Phono-Akademie 1983). Sein Studium des Ingenieurwesens der Elektrotechnik an der TH Darmstadt gab er zugunsten der Musikerkarriere auf. Ein Angebot von Jennifer Rush (1986) war der Auftakt seiner Laufbahn. Etliche Tourneen mit bekannten Größen wie Howard Carpendale, Till Brönner, Matthias Reim, Jule Neigel und vielen mehr folgte. Als Produzent, Dozent, Bandcoach macht er auch viel für die Nachwuchsförderung bei der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim.
In der Stammbesetzung der ElVille Bluesband waren heute Tom Schaffert (Gitarre), Sam Sommer (Schlagzeug) und Tom Karb (Hammond) auf der Stage und lieferten wieder top Musik vom Feinsten. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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