Selbsthilfetag bei NIDRO Neustadt
Ehrenamt in Gefahr? SHGruppen stärken
Der Selbsthilfetag bei NIDRO Neustadt fand große Resonanz. Die Leiterin der Haßlocher Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ konnte in ihrem halbstündigen Vortrag deutlich machen, wie wichtig Selbsthilfegruppen und insbesondere das Ehrenamt sind. An Entwicklungen in Haßloch werde deutlich, dass Ehrenamtsarbeit keine politische Wertschätzung mehr erhalte. Hurrle erinnerte an die Gründung der Haßlocher SHG im Jahre 2011, wo in Rheinland-Pfalz noch für Ehrenamtsarbeit geworben wurde und die SHG an Ehrenamtstagen, die von der Mainzer Staatskanzlei organisiert wurden, mehrmals teilgenommen hatte. Ein Ehrenamt dürfe nicht politisch gesteuert werden, so wie in der ehemaligen DDR, erklärt Karin Hurrle. Selbsthilfegruppen seien ein Teil eines Sozialstaates und soziales Verhalten müsse immer wieder gestärkt werden.
In einem Rundgang durch das Gebäude und durchs Gelände konnte die Haßlocher SHG alle Mitarbeiter der NIDRO-Beratungsstelle kennenlernen. Vom Therapieverbund Ludwigsmühle standen Igor Quandt, Präventionsfachkraft und Celin Schork, Suchtberaterin, den Teilnehmern auf Fragen Rede und Antwort. In vielen Gesprächen wurde deutlich angesprochen, dass Selbsthilfegruppen nicht dem Konkurrenzkampf zum Opfer fallen dürfen. Fachkräfte und Selbsthilfegruppen sollten sich vernetzen und eng zusammenarbeiten, war auch von den beiden Fachkräften zu hören.
Wie Karin Hurrle in ihrem Vortrag weiter verdeutlichte, müsse man als Selbsthilfegruppe nicht als „Bittsteller“ an die Förderstelle herantreten. Durch die Regelung im Sozialgesetzbuch hätten die Selbsthilfegruppen einen Anspruch auf Förderung, da die Ausschüttung der Fördergelder bereits von Beitragszahlern geleistet worden sei. Bezahlkräfte sollten auch nicht das Ehrenamt ersetzen. Selbsthilfegruppen und das Ehrenamt sei ein Spiegelbild einer sozial denkenden Kommune. Das Ehrenamt dürfe nicht in eine Richtung triften, so wie in der ehemaligen DDR, wo das Ehrenamt stark zentralisiert war und vom Staat gesteuert wurde. Selbsthilfegruppen leisteten einen erheblichen Beitrag für ein soziales Miteinander. Vielfalt und das Mitwirken der Bevölkerung sei auch gelebte Demokratie.
Am Ende der Veranstaltung konnten die beiden Leiterinnen der Haßlocher SHG, Brigitte Auer und Karin Hurrle auch interessante Gespräche mit teilnehmenden Gruppen führen. Im Ergebnis konnten Beide resümieren, dass es ein gelungener Tag war mit vielen neuen Erkenntnissen, die man mit nach Hassloch nehmen konnte.(jh)
Wer an Depressionen und psychischen Erkrankungen leidet und zur Gruppe dazustoßen möchte, kann sich über e-mail an die Leiterin Karin Hurrle unter info@lebensfreude-selbsthilfe.de oder per Mobil 0170 / 2784 150 melden.
Autor:Jürgen Hurrle aus Haßloch |
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