Tom-Mutters-Schule: Übergangslösung gefunden

- Die Räumlichkeiten im Congressforum.
- Foto: Stadt Ft
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Frankenthal. Oberbürgermeister Nicolas Meyer und Beigeordneter Bernd Leidig, zuständig für den Schulbereich und den Bereich Gebäude und Grundstücke, haben sich am Dienstag, 26. August gemeinsam mit dem Schulelternbeirat die neuen Übergangsräume im Frankenthaler Congressforum angesehen, die ab dem Schuljahr 2025/2026 zur Entlastung der Tom-Mutters-Schule dienen werden. Auch Vertreter der Schulleitung nahmen an dem Termin teil. "Ich freue mich, dass wir kurzfristig eine Lösung gefunden haben, um die angespannte Raumsituation an der Tom-Mutters-Schule zu verbessern“, so Oberbürgermeister Meyer. „Die Besichtigung war zugleich ein wichtiger Austausch mit allen Beteiligten über die nächsten Schritte.“
Enorme Herausforderungen – und ein gemeinsamer Weg
Die Tom-Mutters-Schule steht sinnbildlich für die Herausforderungen, vor denen die Bildungsinfrastruktur in Frankenthal insgesamt steht. Der Raumbedarf ist hoch, die Anforderungen steigen, und die besonderen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler erfordern maßgeschneiderte Lösungen. „Wir sprechen nicht von einer einzelnen Schule, sondern von einer gesamtstädtischen Aufgabe“, betont Meyer. „Diese vielfältigen Bedarfe können wir nur Schritt für Schritt und nach klaren Prioritäten angehen – eingebettet in den kommenden Doppelhaushalt. Der Investitionsbedarf ist so groß, dass er uns bis mindestens 2040 begleiten wird.“
Bereits umgesetzte Maßnahmen
Um die Situation an der Tom-Mutters-Schule kurzfristig zu verbessern, hat die Stadtverwaltung bereits konkrete Schritte umgesetzt:
• Verbesserungen der Wickelmöglichkeiten im Erdgeschoss, weitere bauliche Anpassungen folgen 2026.
• Zwei unabhängige Rettungswege sowie eine hausinterne Brandmeldeanlage, die derzeit erweitert wird.
• Überarbeitung des Brandschutzkonzepts, notwendige Anpassungen werden direkt umgesetzt.
• Entlastung durch Verlagerung älterer Schüler ins Pfalzinstitut für Hören und Kommunikation (PIH) in enger Abstimmung mit ADD und Schulleitung.
• Regelmäßiger Austausch mit Schulleitung und Elternvertretung, zuletzt beim gemeinsamen Termin am 8. Juli.
Darüber hinaus wurden in den vergangenen fünf Jahren folgende bauliche Maßnahmen umgesetzt:
• 2020/2021: elektrotechnische Sanierung sowie Malerarbeiten in allen Fluren und Treppenhäusern (inkl. teilweise neuer abgehängter Decken).
• 2024: Einrichtung eines Wickelplatzes im Behinderten-WC.
• Laufend: regelmäßige Bauunterhaltung und Wartungen.
Geplante Baumaßnahmen
Für die kommenden Jahre sind weitere umfangreiche Investitionen vorgesehen:
Sanierung 1. und 2. Obergeschoss: Ab 2026 beginnt die Kernsanierung der WC-Bereiche. Diese werden vollständig neu aufgeteilt – in WC-Bereiche, Wickelsituation mit Dusche und getrennten Putzmittelbereich. Vorgesehen ist, 2026 ein Geschoss und 2027 das zweite Geschoss zu sanieren. Haushaltsmittel wurden dafür angemeldet.
Dusch- und Waschraumsituation: Pro Geschoss wird künftig eine Dusche mit Warmwasser vorgesehen. Die Handwaschbecken in den WC-Räumen verfügen weiterhin über Kaltwasser. Im Erdgeschoss wird die bisher unzureichende Duschsituation im Putzmittelraum neu geplant.
Gafög-Maßnahmen: Weitere Maßnahmen aus dem Maßnahmenkatalog sollen bis 2029 umgesetzt werden.
Maßnahmenpaket für die kommenden Jahre
Aufbauend auf den bisherigen Schritten verfolgt die Stadt einen mehrstufigen Fahrplan:
1. Congressforum als Übergangslösung: Ab sofort wird die Mittelstufe dort unterrichtet. Die Grundschüler bleiben am Hauptstandort, die Oberstufe wie bisher im PIH.
2. Containerstandort: Der Bereich Gebäude und Grundstücke prüft verschiedene Varianten in Schulnähe. Die Schulleitung wird dabei eng eingebunden.
3. Weitere Anmietungen: Im Austausch mit der ADD werden zusätzliche externe Räume geprüft.
4. Bauliche Optionen: Im Haushalt sind Mittel vorgesehen, um Umbau- oder Anbaumöglichkeiten am bestehenden Standort zu untersuchen und zu planen.
5. Strukturelle Lösung: Die Stadtverwaltung erstellt eine umfassende Analyse zur Schülerzahlenentwicklung an allen Frankenthaler Förderschulen. Auf dieser Grundlage soll eine langfristige Standort- und Strukturentscheidung getroffen werden.
Zusammenarbeit als Schlüssel
„Ich verstehe die Sorgen der Eltern und Lehrkräfte sehr gut“, so Dr. Meyer. „Entscheidend ist, dass wir konstruktiv zusammenarbeiten.“ Der Beigeordnete Bernd Leidig ergänzt: „Wir stehen in engem Austausch mit allen Beteiligten. Unser Ziel ist es, tragfähige Lösungen zu finden, die kurzfristige Entlastungen schaffen und langfristig die Qualität der Förderschulen sichern.“
Fazit
Die Stadt Frankenthal setzt auf ein abgestuftes Vorgehen: bereits umgesetzte Verbesserungen, zusätzliche Investitionen in die Gebäudesubstanz, kurzfristige Übergangslösungen, mittelfristige bauliche Anpassungen und langfristige strukturelle Weichenstellungen. Eltern, Lehrkräfte und Schulleitung werden dabei kontinuierlich eingebunden. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen allen Kindern und Jugendlichen die bestmöglichen Bedingungen zum Lernen bieten“, fasst Oberbürgermeister Meyer zusammen. „Das ist eine große Aufgabe – aber wir gehen sie gemeinsam an.“ [red]
Autor:Reiner Bohlander aus Frankenthal |
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