Die Zukunft des Bruchsaler Synagogengrundstücks

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  • Foto: Dr. Christian Jung und Dr. Günter Majewski. Foto: privat
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FDP-Bundestagsabgeordneter Dr. Christian Jung rät, keine überstürzten Entscheidungen zu treffen


Auf Einladung des FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Christian Jung, studierter Historiker, Buchautor und Studiendirektor a.D., trafen sich Mitglieder des Fördervereins Haus der Geschichte der Juden Badens, Bruchsaler FDP-Mitglieder und Freunde dieser Partei am Donnerstag 7. August 2019 vor dem Bruchsaler Feuerwehrhaus in der Friedrichstraße, um über die Zukunft dieses Geländes zu diskutieren.

Wie der Bruchsaler Buchhändler Dr. Günter Majewski, Vorsitzender des Fördervereins, ausführte, müsse im Mittelpunkt aller Überlegungen stehen, dass die einmalige, geweihte Stätte der ehemaligen Synagoge nicht weiterhin oder gar erneut entweiht werden dürfe.

Der Förderverein plädiere daher für den Erhalt der Synagogengrundmauern an Ort und Stelle und rege den Bau eines Hauses der Geschichte der Juden Badens an, ein Vorschlag, der übrigens von Ramin Suliman, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden, stamme. Dieses Haus der Geschichte solle aber kein weiteres Holocaust-Denkmal sein, sondern an die vielen Beiträge der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu unserer insbesondere badischen Geschichte, zu Kultur, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft erinnern. Dort solle auch eine offene Begegnungsstätte für Jung und Alt entstehen.

Majewski betonte, mit dem Haus der Geschichte könne in Bruchsal ein für ganz Südwestdeutschland einmaliges Projekt realisiert werden, als ein Zeichen der Erinnerung und Versöhnung, aber auch als ein faszinierender Lern- und Geschichtsort.

Eine seriöse Aufarbeitung über die geschichtlichen Hintergründe des Verkaufes des Synagogengrundstückes sei jedoch, so Majewski weiter, eine wichtige Voraussetzung für eine seriöse Diskussion über den weiteren Umgang mit dem Grundstück. Er befürchte jedoch, dass die enorme Komplexität des Themas von Gemeinderat und Stadtverwaltung unterschätzt werde. Daher plädiere er für mehr Zeit bis zu einer Entscheidungsfindung. Man dürfe nicht einfach nur zubetonieren und sagen, man baue jetzt halt mal irgend was.

Unterstützung in seinen Überlegungen erhielt Dr. Majewski vom einladenden FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Christian Jung. Dieser geht davon aus, dass alle Überlegungen in den Entscheidungsprozess des Gemeinderats einfließen werden. Persönlich rate er dazu, nicht überstürzte Beschlüsse zu fassen, sondern in Ruhe und behutsam an das Thema heranzugehen und dann eine gemeinsame Entscheidung zu fällen, denn etwas Tolles für die Zukunft zu schaffen sei schließlich auch im Sinne des Gemeinderates.

Auch frage er sich, ob angesichts der undurchsichtigen Eigentumsübertragungen das Synagogengelände tatsächlich im Eigentum der Stadt ist. Die Verkaufsverhandlungen 1950/51 hält er aus heutiger Sicht zumindest für ethisch und moralisch fragwürdig. Ein Experte von außerhalb könne hier für die Stadt eine große Hilfe sein, könne dieser doch vorurteils- und emotionsfrei an die Sache herangehen.

Homepage des Fördervereins: www.geschichtshaus-badischer-juden.de. Kontakt: kontakt@geschichtshaus-badischer-juden.de

Autor:

Rolf Schmitt aus Bruchsal

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