Bruchsaler Kulturfenster
Objekt des Monats Januar
- Kurzschwert aus dem Museumsbestand
- Foto: Städtisches Museum Bruchsal
- hochgeladen von Pressestelle Stadt Bruchsal
Jeden Donnerstag laden das Bruchsaler Stadtarchiv und das Städtische Museum ein zum Blick durch das Bruchsaler Kulturfenster. Diese Woche stellt Museumsmitarbeiterin Tanja Wolf das Objekt des Monats Januar vor.
Liebe Leserinnen und Leser,
diese Woche präsentiert unsere Museumskollegin Tanja Wolf das Objekt des Monats Januar:
Dieses Kurzschwert kam 1963 als Stiftung der Baufirma Schönherr aus Obergrombach in unser Museum. Gefunden wurde es bei Anlage des Pumpwerkes in Blankenloch in moorigem Boden.
Das Kurzschwert aus Eisen mit vierkantiger Griffangel, dessen Klingenkanten zur Spitze hin gleichmäßig zusammenlaufen, hat eine Klingenlänge von 36 cm.
Die Parierstange aus Bronze ist nach unten gebogen, die Griffschale aus Holz mit ihren eingesetzten Zierstiften war anfangs ganz erhalten.
Kurzschwerter aus Eisen wurden erstmals in der Eisenzeit, etwa ab 1200 v.Chr., hergestellt.
Die frühesten Eisenschwerter, wie Griffzungenschwerter, sind eine Weiterentwicklung der Bronzeschwerter und wurden in der Hallstattzeit, die in Mitteleuropa um 800 v. Chr. begann, gefertigt.
Mit dem Übergang zur Eisenzeit um 1200 v. Chr. ermöglichte die Eisenverarbeitung die Herstellung von stabileren und schärferen Klingen, was die Fertigung von Kurzschwertern revolutionierte. Das Kurzschwert wurde als Hieb- und Stichwaffe geführt, die meisten hatten eine Klingenlänge zwischen 30 und 60 Zentimetern. Dies ermöglichte eine effektive Handhabung sowohl im Nahkampf als auch beim Werfen. Das Gewicht lag zwischen 1000 bis 1600 gr.
Das Kurzschwert revolutionierte die militärische Ausrüstung antiker Armeen. Seine Kompaktheit erlaubte es Soldaten, die Waffe zusammen mit einem Schild zu führen, was eine effektive Kombination aus Angriff und Verteidigung ermöglichte. Darüber hinaus entwickelte es sich in vielen Gesellschaften zu einem Statussymbol und Zeichen der Macht. Archäologische Funde zeigen, dass es oft reich verziert und als Grabbeigabe verwendet wurde.
Natürlich sind diese Waffen buchstäblich zweischneidig, denn sie brachten nicht nur Macht, sondern damit auch oft den Tod.
Dennoch bin ich von Ihrer Entwicklung fasziniert, vor allen Dingen in Bezug auf die Schmiedekunst.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.