Tausende schauen zu: Erste Storchen-Babys in Freinsheim geschlüpft
- Die Jungstörche müssen versorgt werden
- Foto: Storchenkamera Freinsheim/dpa
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Freinsheim. Im Storchennest auf dem Dach der protestantischen Kirche in Freinsheim hat das erste Küken das Licht der Welt erblickt. In der Nacht zu Donnerstag, 7. Mai, schlüpfte der erste Nachwuchs. Am Morgen folgte bereits ein zweites Jungtier.
„Es geht los. Das erste Wackelköpfchen ist da“, sagte Christian Reis vom Storchenzentrum Bornheim. Nach seiner Einschätzung könnten bis Sonntag, 10. Mai, noch zwei weitere Küken im Nest schlüpfen.
Das Geschehen hoch über der Stadt lässt sich rund um die Uhr verfolgen. Seit dem Erstbezug des Nestes im Jahr 2022 filmt eine Kamera das Leben der Störche. Installiert wurde sie von der Firma von Florian Graus. Das Interesse ist groß. Allein im März wurde die Ankunft der beiden Altstörche mehr als 23.000 Mal im Livestream angesehen. Im April zählte die Kamera mehr als 24.600 Zugriffe.
Das Wetter entscheidet über die ersten Wochen
Ob der Nachwuchs überlebt, hängt vor allem von den kommenden Wetterbedingungen ab. Regen ist dabei zunächst ein Vorteil. „Es ist sehr gut, dass es geregnet hat und wichtig, dass es nicht kalt ist“, erklärte Reis.
Der Grund liegt im Speiseplan der Küken. In den ersten Tagen besteht ihre Nahrung zu etwa 70 bis 80 Prozent aus Regenwürmern und Schnecken. Diese finden die Eltern nur bei feuchtem Boden in ausreichender Menge.
Bei längerer Trockenheit müssten die Störche auf Bäche ausweichen, um passende Beute zu finden. Solche Gewässer gibt es in der näheren Umgebung jedoch nur wenige. Erst später können die Jungvögel auch größere Insekten, Mäuse oder gelegentlich Ratten und Schlangen fressen.
Dauerregen kann für Jungstörche gefährlich werden
Zu viel Nässe kann allerdings ebenfalls zum Problem werden. Temperaturen um zehn bis zwölf Grad mit anhaltendem Regen sind für die jungen Tiere kritisch.
„Die Eltern wärmen die Küken zwar. Wenn Gefieder und Nest aber dauerhaft durchnässt sind, fehlt oft die nötige Wärme“, sagte Reis. Dann überleben die Jungtiere häufig nicht.
Derzeit seien die Bedingungen jedoch günstig. Wechsel aus Schauern und Sonne bei milden Temperaturen sorge dafür, dass die Altvögel Nahrung finden und die Küken immer wieder trocknen und aufwärmen können.
Nicht alle Küken werden überleben
Unabhängig vom Wetter gilt eine Regel im Storchennest. Meist fliegen höchstens zwei Jungtiere erfolgreich aus. Die größten Chancen haben die zuerst geschlüpften Küken.
Schwächere Tiere werden von den Eltern aus dem Nest entfernt. Teilweise werden sie auch gefressen, damit keine Fressfeinde angelockt werden. Für Beobachter wirkt das oft hart. Für die Tiere ist es jedoch ein natürlicher Mechanismus.
Storchenfreunde können das Geschehen noch mehrere Wochen verfolgen. Erst im August verlassen die Jungstörche in der Regel das Nest und ziehen in Richtung Süden.
Nach Angaben des Experten gibt es in Rheinland Pfalz derzeit rund 700 Storchenpaare. Bei etwa drei Viertel von ihnen ist der Nachwuchs bereits geschlüpft. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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