Kontaktabbruch bei Rocky aus Freinsheim: Sorge um Storch
- Tausende von Kilometern legen Störche auf dem Weg von Deutschland in ihr Winterquartier zurück - bis nach Spanien oder auch Afrika. Viele überleben den Aufenthalt nicht. (Symbolbild)
- Foto: Boris Roessler/dpa
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Freinsheim. Für viele Tierfreunde in der Pfalz gibt es nach Wochen des Mitfieberns eine traurige Nachricht: Der bekannte Jungstorch „Rocky" aus Freinsheim ist nach Einschätzung von Fachleuten vermutlich tot.
Der Kontakt zu „Rocky 122798 AHW 96" sei abgebrochen, bestätigte das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Storch war der einzige Überlebende von ursprünglich vier Jungen im Nest auf dem Dach der Protestantischen Kirche in Freinsheim im Kreis Bad Dürkheim. Sein Aufwachsen war über eine Storchenkamera von Tausenden Nutzern verfolgt worden.
Zuletzt hielt sich Rocky in Spanien auf. Die Daten kamen von einem Sender-Ring, den das Tier vom Storchenzentrum Bornheim erhalten hatte. Das letzte Lebenszeichen kam aus der rund 1.200 Kilometer entfernten Provinz Saragossa am Fluss Ebro.
Warum ein leerer Akku als Ursache unwahrscheinlich ist
Nach Angaben von Wolfgang Fiedler, Leiter der Zentrale für Tiermarkierungen am Max-Planck-Institut in Radolfzell, war die Batterie bei den letzten beiden Kontakten am 20. August um 20 Uhr und um 22 Uhr gut gefüllt. Der Sender habe normal gearbeitet. „Wir können nur spekulieren, dass der Vogel einen Unfall hatte, bei dem der Sender zerstört wurde", sagte Fiedler.
In der Gegend gebe es einige Strommasten. Möglich sei, dass Rocky beim Aufsuchen eines Schlafplatzes einen Stromschlag bekommen habe. Das könne sowohl den Sender als auch den Storch getroffen haben. Fiedler betonte aber: „Das ist aber eine Spekulation, wir haben keine Informationen von vor Ort."
Chancen auf ein neues Signal gelten als gering
Rocky ist deshalb weiter im „Animal Tracker" enthalten. Die Hoffnung auf ein späteres Signal ist nach Einschätzung des Verhaltensbiologen aber gering. Die Chancen seien inzwischen „nicht mehr sehr groß", dass der Vogel nur in einem Funkloch sitze und plötzlich wieder auftauche.
Das Storchenzentrum hatte insgesamt 150 Störche mit Sender-Ringen ausgestattet. Nach Angaben Fiedlers sind davon bereits zehn Tiere gestorben, viele durch Stromschlag. Dies sei weiter die häufigste Todesursache für Störche.
Rockys Schicksal hatte in der Pfalz viele Menschen bewegt. Nach einem Absturz war der Jungstorch im Storchenzentrum wieder aufgepäppelt und zurück ins Nest gesetzt worden. Im Juli verzeichnete die Storchenkamera Freinsheim nach Angaben von Betreiber Florian Graus knapp 43.600 Zugriffe. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |