Richtfest: Hospiz am Evangelischen Krankenhaus Bad Dürkheim
„Haus des Lichts“

Bild (v.l.): Chefarzt Dr. Andreas Brückner; Ulrike Grüner, künftige Hospizleitung; Architekt Veit Ruser; Diakonissen-Vorsteher Dr. Günter Geisthardt; MdB Johannes Steiniger, Vorstand OMEGA Freundes- und Förderkreis; Oberin Isabelle Wien; kaufmännischer Vorstand Karlheinz Burger; MAV-Vorsitzender Michael Hemmerich; Zimmermann David Ciminski.  Foto: ps
  • Bild (v.l.): Chefarzt Dr. Andreas Brückner; Ulrike Grüner, künftige Hospizleitung; Architekt Veit Ruser; Diakonissen-Vorsteher Dr. Günter Geisthardt; MdB Johannes Steiniger, Vorstand OMEGA Freundes- und Förderkreis; Oberin Isabelle Wien; kaufmännischer Vorstand Karlheinz Burger; MAV-Vorsitzender Michael Hemmerich; Zimmermann David Ciminski. Foto: ps
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Bad Dürkheim. Ein „Haus des Lichts“ nannte Dr. Günter Geisthardt, Vorsteher der Diakonissen Speyer-Mannheim das neue Hospiz neben dem Evangelischen Krankenhaus beim Richtfest am 18. August und griff damit ein Bild aus der lokalen Tagespresse auf. Gemeinsam mit dem OMEGA Freundes- und Förderkreis e.V. und rund 50 geladenen Gästen aus Politik, Kirche und dem engagierten Unterstützerkreis feierte der diakonische Träger auf der Baustelle zwischen Klinik und Wellsring das erste große Etappenziel am eingeschossigen Neubau mit neun Gästezimmern und einem Angehörigenzimmer. Im Frühjahr 2019 soll das Hospiz öffnen.
„Die halbe Strecke ist erreicht“, freute sich Vorsteher Dr. Geisthardt über den sichtbaren Baufortschritt seit dem Spatenstich im vergangenen November. „Ohne Ihren ideellen und materiellen Einsatz wäre das nicht möglich gewesen“, dankte er den Festgästen.
Nach aufwändigen Vorarbeiten ist seit Mai der Rohbau samt Flachdach entstanden. Helle Gäste- und Angehörigenzimmer, ein geräumiger Gemeinschaftsbereich, der Raum der Stille mit einer lichtdurchfluteten Fassade der Künstlerin Madeleine Dietz, das Garten-Atrium und praxisnah konzipierte Funktionsräume vermitteln schon im Rohbau einen Eindruck von der ansprechenden Transparenz des Gebäudes. „Dieses Haus sagt viel über die veränderte Sicht auf Leben und Sterben“, unterstrich Dr. Geisthardt.
Die beeindruckende Unterstützung der Menschen in der Region hob OMEGA-Vorstand Johannes Steiniger hervor. „Sie haben es hier mit 20.000 ehrenamtlichen Bauleitern zu tun“, sagte er den Projektbeteiligten und seinen Mitstreitern von OMEGA. Mit dem Bau etwas zu warten, habe sich gelohnt, urteilte er mit Blick auf die Erweiterung des Entwurfs seit den ersten Planungen 2015. „Jetzt sehen wir für dieses Haus des Lichts auch Licht am Ende des Tunnels“, nahm der das eingangs genannte Bild auf. Als „nächsten Meilenstein“ kündigte er ein großes Fest zur Eröffnung im kommenden Jahr an.
„Hier entstehen Räume, die trotz aller Begrenzung am Lebensende Freiraum schenken, um in Frieden leben und sterben zu können“, sagte Oberin Schwester Isabelle aus dem Vorstand der Diakonissen Speyer-Mannheim. Für sie sei Hospizarbeit ein gelungenes Beispiel für „Diakonie mit Hand und Herz“.
Auf den Beginn der Palliativarbeit vor 20 Jahren und die Eröffnung der Palliativstation am Evangelischen Krankenhaus 2004 blickte Chefarzt Dr. Andreas Brückner, Ärztlicher Leiter des neuen Dürkheimer Stützpunkts für Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) der Diakonissen Speyer-Mannheim, zurück. „Zur optimalen Versorgung unserer Palliativpatienten brauchen wir ein Netz, zu dem seit Jahren Angehörige, der Hausarzt, die ambulanten Pflegedienste und der Ambulante Hospiz- und Palliativbegleitdienst gehören“, stellte er klar. Im dringend benötigten Bereich der SAPV und des stationären Hospizes sei nun dank des Engagements der Diakonissen Speyer-Mannheim, OMEGA und des Landesvereins für Innere Mission e.V. (LVIM) ein 14-jähriger Stillstand beendet.
Architekt Veit Ruser vom ausführenden Karlsruher Architekturbüro stellte die nächsten Projektschritte vor: Im September sollen die Fenster eingesetzt werden. Danach beginnt der Innenausbau.

Über das Hospiz:

Im Hospiz finden Schwerkranke in ihrer letzten Lebensphase Raum für ein würdevolles Sterben im Beisein von Angehörigen und Freunden. Spezialisierte Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten und Seelsorger richten die Versorgung der Gäste auf ihre körperlichen, sozialen, seelischen und geistlichen Bedürfnisse aus. Das Team lindert Schmerzen, baut Ängste ab, erfüllt Wünsche und gestaltet mit Gästen und Angehörigen Abschiede.
Das Hospiz neben dem Evangelischen Krankenhaus wird unter anderem die spezialisierte Versorgung und Pflege der Palliativstation der Klinik ergänzen. Der LVIM, der zum Jahreswechsel mit den Diakonissen Speyer-Mannheim fusioniert, hat das Baugrundstück zwischen Klinik und Wellsring zur Verfügung gestellt. Den Bau und künftigen Betrieb haben die Diakonissen Speyer-Mannheim 2016 übernommen.
Die Baukosten liegen bei rund 2,5 Millionen Euro. Die Stiftung Deutsches Hilfswerk (Deutsche Fernsehlotterie) fördert das Projekt mit 300.000 Euro. OMEGA hat in einem engagierten Spendenprozess mehr als 600.000 Euro eingeworben. Weitere Spenden für den Bau und Betrieb bleiben nötig. OMEGA hat zugesagt, das Projekt auch künftig zu unterstützen.
Das Hospiz in Bad Dürkheim wird die dritte derartige Einrichtung der Diakonissen Speyer-Mannheim sein: Bereits 1996 eröffnete der diakonische Träger mit dem Hospiz im Wilhelminenstift in Speyer das seinerzeit erste stationäre Hospiz in Rheinland-Pfalz. Zurzeit entsteht ein weiteres Hospiz in Landau. PS/mps

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Autor:

Franz-Walter Mappes aus Bad Dürkheim

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