Arbeitsmarkt im Juni im Landkreis und Neustadt
Corona hält Region in Atem

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Bad Dürkheim/Neustadt. Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Landau hat sich im Juni nochmals leicht erhöht. Agentur für Arbeit Landau und Jobcenter registrieren aktuell 13.476 Arbeitslose – ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote steigt auf 5,1 Prozent. Kurzarbeit rettet Arbeitsplätze. Endspurt am regionalen Ausbildungsmarkt.

Die Zahl der Arbeitslosen ist, nach den deutlichen Steigerungen der letzten Monate aufgrund der Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, im Juni weiter leicht gestiegen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Landau – dieser umfasst die kreisfreien Städte Landau und Neustadt sowie die Landkreise Bad Dürkheim, Germersheim und Südliche Weinstraße - waren im Juni insgesamt 13.476 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 93 mehr als im Vormonat, was einer Steigerung um 0,7 Prozent entspricht. Weit ungünstiger sieht die Situation im Vergleich zum Vorjahresmonat aus: Im Juni 2019 waren 3.362 also 33,2 Prozent weniger Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote ist entsprechend angestiegen: Sie beträgt aktuell 5,1 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,8 Prozent.
„Üblicherweise verzeichnen wir von Mai auf Juni einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. In diesem Jahr ist das anders: Das Corona-Virus bremst das Geschehen am Arbeitsmarkt auch weiterhin sehr deutlich. Mehr Frauen und Männer, die ihren Arbeitsplatz verlieren, eine Vielzahl von Unternehmen, deren Beschäftigte in Kurzarbeit sind, eingeschränkte Möglichkeiten der Förderung und Weiterbildung aufgrund der notwendigen Kontaktbeschränkungen- all dies belastet die Menschen und das Arbeitsmarktgeschehen“, erklärt Christine Groß-Herick, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Landau.

So fällt die Halbjahresbilanz der Agenturchefin deutlich negativer aus als im Vorjahr: Seit Beginn des Jahres meldeten sich 7.647 Menschen arbeitslos, die zuvor in Beschäftigung waren. Das waren 1050 Personen oder 15,9 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2019. Die Zahl derer, die seit Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit beendeten und in eine neue Beschäftigung einmündeten, ist dagegen mit 4.436 Arbeitslosen weit geringer. Das sind rund 550 Personen oder 11 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Die meisten Neuzugänge in Arbeitslosigkeit gab es in den Monaten April bis Juni. Dabei waren alle Altersgruppen gleich vertreten. Die meisten Betroffenen arbeiteten zuvor im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, im Gastgewerbe und in den sonstigen Dienstleistungsbereichen“, er-läutert die Agenturchefin. Auf der anderen Seite ist die Nachfrage nach Arbeitskräften eingebrochen. Seit Jahresbeginn wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 3.360 Stellenangebote gemeldet, das waren rund 2.100 weniger als im ersten Halbjahr 2019. Allein die Zeitarbeit meldete rund 850 Stellen weniger.

Die Arbeitslosigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahr in beiden Rechtskreisen an, wobei die Steigerungsrate bei der Agentur für Arbeit mit mehr als 55 Prozent im Vergleich zum Juni 2019 deutlich höher ausfiel als im Bereich der Grundsicherung . Dort gib es eine Zunahme um rund 15 Prozent. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen – 7.077 und damit 52,5 Prozent – sind bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur in Landau, Bad Dürkheim, Neustadt, Germersheim und Kandel gemeldet. Insgesamt 6.399 beschäftigungslose Frauen und Männer werden aktuell von den drei Jobcentern in der Region (Rechtskreis Sozialgesetzbuch – SGB - II) betreut. In absoluten Zahlen sind dies 2.621 beim Jobcenter Deutsche Weinstraße (Neustadt und Bad Dürkheim).
Über die Möglichkeit der Kurzarbeit halten nach wie vor zahlreiche Unternehmen ihre Fachkräfte im Unternehmen und überbrücken so die Zeit ohne Aufträge, Lieferungen und Kunden. Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie von März bis Juni 4.760 Anzeigen der Betriebe auf Kurzarbeit geprüft, darin waren rund 56.570 möglicherweise von Kurzarbeit betroffene Personen aufgeführt. Betroffene Branchen sind überwiegend der Handel, das verarbeitende Gewerbe,das Gastgewerbe sowie sonstige Dienstleistungen. „Die Abrechnungen des tat-sächlichen Arbeitsausfalls erfolgen immer monatlich im Nachhinein. Für die ent-sprechenden Anträge haben die Arbeitgeber mehrere Monate Zeit – insofern steht aktuell noch nicht fest, wie viele Personen tatsächlich Kurzarbeitergeld beziehen“, stellt Groß-Herick klar.

Ausbildungsmarkt in der Region:

In den letzten Wochen hat die Agentur für Arbeit Landau den Ausbildungsmarkt verstärkt in den Fokus genommen. „Kurz vor den Sommerferien startet der End-spurt am Ausbildungsmarkt. Zahlreiche Schüler, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, stehen in Kontakt zu unserer Berufsberatung. Nach den Lockerungen der Corona-Kontaktbeschränkungen haben auch erste Sprechstunden an den Schulen wieder stattfinden können, daneben bieten wir im großen Umfang telefonische Beratungen an. Wir setzten alles daran, dass den jungen Berufseinsteigern keine Nachteile durch diese besondere Situation entstehen.“ erklärt Groß-Herick. Sie setzt weiterhin auf die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. „Nur wenige signalisieren uns, dass sie in diesem Jahr keine Auszubildende einstellen werden. Unsicherheit besteht insbesondere in der Gastronomie und im Hotelbereich“, so die Agenturchefin.
Seit Oktober 2019 wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit für den diesjährigen Ausbildungsstart 2.204 Ausbildungsstellen gemeldet, 315 weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres zuvor. Die Berufsberatung zählte im gleichen Zeitraum 2.537 Bewerber, 248 weniger als vor einem Jahr.

Landkreis Bad Dürkheim

Im Landkreis Bad Dürkheim waren im Juni 3.348 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 29 bzw. 0,9 Prozent mehr als im Mai und 810 bzw. 31,9 Prozent mehr als im Juni des vergangenen Jahres.
Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber dem Vormonat unverändert bei 4,6 Prozent. Im Juni letzten Jahres lag sie bei 3,5 Prozent.
Der Blick auf die Entwicklung in den beiden Rechtskreisen zeigt sowohl bei der Arbeitslosenzahl in der Arbeitslosenversicherung wie auch in der Grundsicherung eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr. So zählte die für den Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung zu-ständige Agentur für Arbeit im Juni 1.854 arbeitslose Menschen. Gegenüber Juni 2019 waren dies 616 bzw. 49,8 Prozent mehr. Beim für den Rechtskreis der Grundsicherung zuständigen Jobcenter sind aktuell 1.494 Frauen und Männer als arbeitslos registriert und damit 194 bzw. 14,9 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.
Dem Arbeitgeberservice wurden in den vergangenen vier Wochen von den Arbeitgebern aus dem Landkreis Bad Dürkheim 94 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 10 weniger als im Mai und 75 weniger als im Juni des vergangenen Jahres.
Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie von März bis Juni 1.332 Anzeigen der Betriebe mit Sitz im Landkreis Bad Dürkheim auf Kurzarbeit geprüft, darin waren 10.078 von Kurzarbeit betroffene Personen aufgeführt. ps

Autor:

Kim Rileit aus Ludwigshafen

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