Achtung, Hitze: Sieben Tipps, wie ihr heiße Tage besser übersteht
- Wasserflasche dabei und Schatten gesucht: An heißen Tagen helfen ein paar einfache Regeln, um fit zu bleiben.
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Bad Dürkheim. In den kommenden Tagen soll es heiß werden. Das Gesundheitsamt warnt davor, lange hohe Temperaturen zu unterschätzen. Gesundheitsamtsleiterin Katharina Ruppel erklärt, wer besonders aufpassen muss und welche einfachen Schritte im Alltag helfen.
Ruppel sieht vor allem für Ältere, kleine Kinder, Schwangere und Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen ein erhöhtes Risiko. Sie verweist auch auf eine Warnung des Robert-Koch-Instituts, dass Hitze für die gesamte Bevölkerung in Deutschland ein Gesundheitsrisiko darstellt.
Hitze kann laut Gesundheitsamt unter anderem zu Dehydrierung führen, wenn Menschen zu wenig trinken. Mögliche Anzeichen reichen von Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwindel oder schlaffer Haut bis zu Kreislaufproblemen, Verwirrtheitszuständen, Erbrechen oder allgemeiner Schwäche. Auch Hitzekrämpfe oder ein lebensbedrohlicher Hitzschlag sind möglich.
Wann Hilfe nötig ist und was im Alltag konkret hilft
Wenn ärztlicher Rat nötig ist, erreicht ihr außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117. Bei lebensbedrohlicher Gefahr sollt ihr den Rettungsdienst unter 112 alarmieren.
Als wichtigste Grundlage nennt das Gesundheitsamt ausreichendes Trinken. Für Kinder unter zehn Jahren nennt Ruppel etwa ein Liter pro Tag. Für Kinder zwischen zehn und 18 Jahren 1,5 Liter. Erwachsene brauchen 1,5 bis zwei Liter pro Tag, bei starker Belastung durch Arbeit oder Sport mit viel Schwitzen auch deutlich mehr.
Hilfreich können laut Ruppel Refill-Stationen sein. Geschäfte und Einrichtungen mit Refill-Aufkleber bieten kostenfreies Leitungswasser für jedes mitgebrachte Trinkgefäß an. Eine Übersicht gibt es online unter www.refill.de/karte. Dort sind auch erste Stationen in Haßloch, Bad Dürkheim, Weißenheim am Berg und Bissersheim eingetragen.
Außerdem rät Ruppel, den Tagesablauf an Wettervorhersage oder Hitzewarnung anzupassen, wenn niemand beruflich zwingend draußen sein muss. Anstrengende Tätigkeiten und auch das Lüften lassen sich besser in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen.
Für draußen empfiehlt das Gesundheitsamt Sonnenschutzmittel. Für Jugendliche und Erwachsene gilt mindestens Lichtschutzfaktor 30, für Kinder 50. Bei Kleidung nennt Ruppel leichte, helle und nicht enganliegende Stücke mit langen Ärmeln und Beinen, etwa aus Baumwolle oder Leinen. Dazu passt eine Kopfbedeckung. Auch Sonnenbrillen sollen einen ausreichenden UV-Schutz haben, genannt wird UV 400.
Wer Abkühlung sucht, soll Schatten nutzen und nach Möglichkeit dicht bebaute, verkehrsreiche Orte meiden. Als Beispiele in Bad Dürkheim nennt Ruppel die Salinen oder den Wasserspielplatz im Kurpark. Kleine Abkühlungen können laut Gesundheitsamt auch Fächer und Sprühflaschen bringen.
Beim Essen rät Ruppel zu leichter Kost wie Gemüse, Salat und wasserreichem Obst. Außerdem sei es im Sommer besser, mehrmals am Tag kleinere Portionen zu essen.
Ein weiterer Punkt: Hitze kann Wechselwirkungen mit Medikamenten verursachen, etwa bei Blutdrucksenkern, Schmerzmitteln, Psychopharmaka oder Antibiotika. Wer unsicher ist, soll bei Arzt oder Ärztin oder in der Apotheke nachfragen. Medikamente sollen nicht über 25 Grad Celsius gelagert werden.
Zum Schluss appelliert Ruppel an den Zusammenhalt in der Nachbarschaft. Wer selbst fit ist, kann Älteren, Kindern oder erkrankten Menschen Unterstützung anbieten, etwa beim Einkaufen.
Weitere Informationen nennt das Gesundheitsamt unter www.hitzeaktionstag.de und www.lzg-rlp.de/de/hitze-und-gesundheit.html.
Autor:Reiner Bohlander aus Frankenthal |