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Comedian René Weintz mit gelungener Vorpremiere

René Weintz in der Weinbar "Schöne Anna" | Foto: Brigitte Melder
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Bad Dürkheim. Am Abend des 30. März fand in der Weinbar „Schöne Anna“, Kaiserslauterer Straße 1, eine ganz besondere Vorpremiere statt und auch noch ausverkauft. Veranstalter waren die Weinbar von Nicole Rieger und das Boulevardtheater Deidesheim. Zum Auftritt um 19.30 Uhr waren wirklich alle 65 Plätze belegt. So etwas sieht man als Entertainer gerne „ausverkauftes Haus“. Die guten Geister der Weinbar hatten alle Hände voll zu tun, um die Wünsche der Gäste zu erfüllen. An kleinen Tischen und Stehtischen wartete man auf den Entertainer René Weintz. Sowohl Einheimische als auch Auswärtige hatten sich zum Stand-up-Comedy-Abend eingefunden. Für die Tontechnik war heute wieder Heiko Rusnak hier. Er fährt schon seit 30 Jahren die Show immer für Kulturvereine und das Boulevardtheater Deidesheim. Die Theatermanagerin Petra Siebenmorgen war ebenfalls vor Ort und der Vorsitzende des Förderkreises des Boulevardtheaters Charly Asal. Wegen der heutigen ausverkauften Show sollte es Morgen, am 31.03. noch einmal die Möglichkeit für einen Besuch geben.

Punkt 19.30 Uhr kündigte sich durch ein Chaka-Chaka Musikentreé der Star des Abends an. Erstmal ein Glas Sekt für die trockene Kehle. Ein „Try out“ also einen Testlauf sollte es heute Abend geben mit dem Titel „Ohne Proben nach oben“. Texte wurden zwar vorbereitet, aber vielleicht fängt er zwischendurch an dummes Zeug zu babbeln, aber man solle nachsichtig sein, denn es ist sein erstes Try out. Es begann mit seiner 15-jährigen Ehe und was davon übriggeblieben ist. René Weintz war herrlich unkompliziert, auch wenn der Text mal weg war. Er tritt ja nicht jeden Tag vor so vielen Menschen auf, meinte er mit einem Augenzwinkern. Er ist 51 Jahre alt und wurde im Laufe des Abends immer jünger, ist ja nur eine Zahl. Eine Situation im Supermarkt gab er zum Besten. Dem miteinbezogenen Publikum gefiel es. Auch sein Sexleben, Frühlingsgefühle und Erotik kamen eher zufällig zur Sprache, denn es findet ja nach so vielen Ehejahren kaum noch statt und wenn, dann in abgewandelter Form. Er achtete genau auf die Lacher, gibt es viele, lässt er den Gag drin. Er hat eine wissenschaftliche Literatur über Gendern gelesen. Als was sieht sich ein Mann? Wie ein Löwe und das liegt am selbstüberschätzenden Testosteronspiegel. Die „GmbH“ zuhause wurde auf die Schippe genommen und die war ja so real. Auch die heutigen Tücken der Technik waren herrlich und wurden gut in seine Darbietung integriert. Was ist typisch männlich und was typisch weiblich? Immer in Interaktion mit dem Publikum ging er der Frage nach, babbelte wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Frauen sind den Männern im Sprachzentrum deutlich überlegen.

René Weintz erzählte, dass er auf dem Land aufgewachsen ist und hat die Bodenständigkeit von dort mitgenommen. Er ließ sich über den moralischen Zeigefinger der Jugend aus, was ein bisschen paradox klingt. Bei der Ernährungsfrage, begegnet man bereits im Kindergarten unsicheren Kindern, die total verunsichert ihrer Mama eine WhatsApp-Nachricht schreiben, ob sie dieses und jenes essen dürfen. Der Meister im Schnellsprechen traf damit genau die Intension des Publikums und die Pointen saßen. Mit einem schlechten Gewissen fuhr er durch den Supermarkt. „Wir haben den Blick für das Wesentliche verloren!“ Und während das Publikum Tränen lachte, blieb René Weintz in seiner Rolle und verzog kaum eine Miene. Er kam auf das Thema Corona zu sprechen, in der Zeit musste er sich das erste Mal mit dem Thema Geld beschäftigen. Ja, damals traf es Künstler besonders hart. Er überlegte sich sogar schon einen maskierten Banküberfall, verwarf es dann aber doch wieder. Vier von fünf Personen hatten psychologische Probleme und er ist in Therapie gegangen. Alles wurde therapiert und analysiert, was er gar nicht schlecht fand. Oberstes Ziel war bei ihm, nicht so zu werden wie seine Eltern. Er hat eine 16-jährige Tochter und schon merkte er, dass es hier Parallelen gibt. Geschichten aus dem Alltag fanden auf hervorragende Weise den Nerv des Publikums. Früher habe man noch telefoniert, heute schickt man eine Sprachnachricht. Wer braucht schon 5000 Freunde bei Facebook, die man überhaupt nicht kennt? Mehr Schein als Sein! Unsere Aufgabe sei es, wieder mehr soziale Beziehungen einzugehen. Er definierte „kuscheln“ bei Männern und Frauen und dabei hatte das „Pupsen“ einen besonderen Stellenwert, das stelle die Verbundenheit zwischen den Partnern her. Das war sozusagen unveröffentlichtes Material, dass das Publikum hier exklusiv erhielt. Es honorierte die One-Man-Show mit viel Lachen und Applaus. (mel)

Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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