Die Versorgung in der Region grundsätzlich gesichert
Wasser wird knapper

Noch läuft frisches Wasser aus den Brunnen in unserer Region. Wie sieht das in Zukunft aus?
  • Noch läuft frisches Wasser aus den Brunnen in unserer Region. Wie sieht das in Zukunft aus?
  • Foto: B. Bender
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Bad Bergzabern. In den vergangenen Wochen hatten die Stadtwerke und die Verbandsgemeindewerke zum Wassersparen aufgerufen, denn bedingt durch das andauernde, heiße Sommerwetter, hätte es zu lokalen kurzfristigen Engpässen kommen können. In diesem Jahr kam coronabedingt hinzu, dass viele Menschen ihre Urlaubs- und Ferienzeit zu Hause verbrachten und somit der private Wasserverbrauch gestiegen ist. Ein weiterer Grund sind die an Dauer zunehmenden Trockenperioden.
Die Niederschläge, insbesondere die wichtigen in den Wintermonaten gehen zurück.
„Dies führt dazu, das sich die Wasserspeicher nicht mehr komplett füllen können. Dies geht nun schon seit Jahren so und hat dazu geführt, dass dann auch die Schüttungen der Quellen immer mehr zurückgehen. Hinzu kommt, dass gerade in den längeren Trockenperioden dann der Wasserbedarf in den Spitzenzeiten immer höher wird,“ informiert Christian Müller von den Stadtwerken. So könne es vorkommen, dass die vorhandenen Quell- und Brunnenschüttungen an Spitzentagen nicht mehr ausreichen. Bisher konnten solche Situationen durch das vorhandene Speichervolumen, aber auch durch höhere Förderleistungen von Tiefbrunnen noch gemeistert werden. Es kommt aber immer mehr zu „Stress-Situationen“ in der Versorgung von Trinkwasser. Dies kann dann z.B. passieren, wenn in solchen Situationen noch ein größerer Wasserrohrbruch hinzu kommt. „Bisher konnten wir in solchen Zeiten auf Verbote verzichten. In naher Zukunft könnte das anders aussehen“, so Müller.
Bisher wurde lediglich darum gebeten, mit dem Trinkwasser sparsam umzugehen; den Garten erst am Abend zu gießen, auf das Bewässern von Rasenflächen zu verzichten, auf das Säubern der Hausvorplätze mit Wasser sowie das Autowaschen zu verzichten und das Nachfüllen von Schwimmbädern zu unterlassen.
Weitere Möglichkeiten wären, zu duschen anstatt zu baden, Zisternen für die Gartenbewässerung zu nutzen oder gar bei der Bepflanzung des eigenen Gartens darauf zu achten, auf Pflanzen zu setzen, die weniger Wasser benötigen, für gute Dichtungen zu sorgen (z.B. Wasserhähne, Spülkästen). Auch die Anschaffung wassersparender Geräte wäre denkbar. Oder eben allgemein sorgsamer mit dem hohen Gut Wasser umgehen. Dies geht z.B. los, ob der Rasen bis zuletzt gegossen werden muss, damit dieser auch bei langen Trockenzeiten noch in einem satten Grün stehen muss. Auch stellt dich die Frage ob jeder Haushalt einen gerade wieder in Mode gekommenen privaten Pool besitzen muss.
Grundsätzlich kann Simon Sium, stellvertretender Werkleiter von den Verbandsgemeindewerken, die Bürgerinnen und Bürger beruhigen: „Verschiedene Projekte zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung sind geplant beziehungsweise in der Ausführung“. Offizieller Beginn der Baumaßnahmen für das neue Wasserwerk in Steinfeld war am 6. März diesen Jahres. Der Spatenstich für die Erneuerung der Trinkwasserverbindungsleitung vom elsässischen Riedseltz zum nahegelegenen Schafbusch oberhalb von Wissembourg erfolgte am 2. September.
Beide Maßnahmen sind Teil des grenzüberschreitenden Interreg „Oberrhein“-Projektes „PAWENA“. Rund zwei Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fließen im Rahmen des Projekts in die grenzüberschreitende Grundwasserbewirtschaftung in der Südpfalz und im Nordelsass. „PAWENA“ – das steht für „Pfalz Alsace Wasser Eau Nature - ermöglicht einen gegenseitigen Austausch von Trinkwasser zwischen dem Nordelsass und der Südpfalz und stellt damit die Wasserversorgung auch in Trockenzeiten sicher.
Selbstverständlich ist auch die Wasserversorgung für die Stadt Bad Bergzabern grundsätzlich gesichert. Hier wurden in den letzten 15 Jahren circa 10 Millionen Euro investiert.
Theoretisch ist es auch möglich, einen Teil des Brauchwassers selbst zu sammeln. Im Kleinen, zum Beispiel für die Bewässerung des eigenen Gartens, ist dies problemlos möglich. Eine Nummer größer wäre ein genehmigungspflichtiger Brunnen. Dieser wird in der Regel nur in Ausnahmen auch genehmigt und ist mit Kosten verbunden.
Wer die Investitionskosten nicht scheut, der kann sich einen unterirdischen Regentank auf dem eigenen Grundstück einbauen lassen. So könnte man das gesammelte Wasser auch für die Toilettenspülung oder für die Waschmaschine genutzt werden. Christian Müller weist jedoch darauf hin, dass ein gewisser Unterhaltungsaufwand notwendig ist, da das Wasser in den Leitungen streng von den Trinkwasserleitungen getrennt werden muss. „Und die Gebühr für das Abwasser fällt trotzdem an“.
Das Versorgungsgebiet der Verbandsgemeindewerke umfasst insgesamt neun Versorgungsbereiche der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern mit Ausnahme der Stadt Bad Bergzabern. Die Verbandsgemeinde bezieht ihr Wasser aus acht Brunnen und 16 Quellen.
Die Trinkwasserversorgung in der Stadt Bad Bergzabern wird durch die Stadtwerke GmbH sichergestellt. Das Wasser kommt aus vier Quellen im Birkenhördter Tal und zwei Tiefbrunnen im Stadtbereich. Außer der Kurstadt werden auch Birkenhördt sowie Pleisweiler-Oberhofen zum Teil mit Bergzaberner Trinkwasser versorgt, Kapellen-Drußweiler zu 100 Prozent, der Ortsteil Blankenborn verfügt über eine separate Quelle.
Die Stadtwerke wie auch die Verbandsgemeindewerke versuchen die Preise noch stabil zu halten. Auf lange Sicht wird der Wasserpreis jedoch sukzessive steigen, da die Investitionen in eine sichere und zuverlässige Trinkwasserversorgung auf die Abnehmer umgelegt werden müssen.
Aufgrund der Lage („Pfälzerwald“) ist die Wasserqualität hervorragend und als Trinkwasser tatsächlich geeignet. Es entspricht der Trinkwasserverordnung und wird zum größten Teil über eine hochmoderne Ultrafiltrationsanlage und UV-Entkeimungsanlage „aufbereitet“. In der Regel ist das Trinkwasser aus der Leitung besser und weniger belastet als gekauftes Mineralwasser.
Außerdem ist es unschlagbar viel günstiger. 1.000 Liter Trinkwasser kosten 1,85 Euro, im Handel kostet ein Liter stilles Wasser mindestens 21 Cent. Eine weitere Tatsache ist, dass Leitungswasser viel öfter getestet wird, als Mineralwasser. Dies bestätigt die Stiftung Warentest und vor allem Simon Sium und Christian Müller. Wer sein „eigenes“ Wasser aus dem Wasserhahn auf bestimmte Inhalte testen lassen möchte, der kann ein Labor beauftragen und dort auch die Kosten anfragen. Diese sind abhängig vom Untersuchungsumfang.
Auch wenn der Herbst jetzt Einzug gehalten hat und es in den vergangenen Tagen geregnet hat, so wird man das Thema Trinkwasserversorgung im Bezug auf den Klimawandel nicht ignorieren können. beb

Autor:

Britta Bender aus Bad Bergzabern

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