Schicksal von Maria Z. erinnert an NS-Unrecht in Klingenmünster
- In Klingenmünster erinnert eine Gedenkveranstaltung an Maria Z. und die Opfer der NS-Psychiatrie.
- Foto: Pfalzklinikum
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Klingenmünster. In Klingenmünster erinnert das Pfalzklinikum am Donnerstag, 10. September, an das Schicksal von Maria Z. und an die Opfer der NS-Psychiatrie. Die Gedenkveranstaltung beginnt um 12.30 Uhr an der Stolperschwelle des Hauptgebäudes in der Weinstraße 100.
Maria Z. war verheiratet und Mutter von zwei kleinen Kindern. Nach einem Krankenhausaufenthalt in Karlsruhe erkrankte sie psychisch und kam im Mai 1934 mit der Diagnose Schizophrenie in die Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster. Obwohl es ihr nach einigen Monaten besser ging und ihr Mann Ludwig in Briefen um ihre Entlassung bat, kam sie erst nach einer Zwangssterilisation frei, die im Dezember 1934 durchgeführt wurde.
Das Schicksal von Mädchen und Frauen in der NS-Zeit steht in diesem Jahr im Mittelpunkt des Gedenkens am Pfalzklinikum. Wie das Klinikum mitteilt, erinnert eine szenische Lesung an Maria Z. und an die 1251 Patientinnen und Patienten, die am 10. September 1939 mit Viehwaggons von Klingenmünster aus in Übergangslager abtransportiert wurden.
Ausstellung mit zusätzlichen Öffnungszeiten
223 von ihnen wurden von dort aus mit Mitwirkung der ärztlichen Direktion aus Klingenmünster in Tötungsanstalten verlegt und ermordet. Während der Gedenkveranstaltung gibt es für sie eine Schweigezeit von 2.23 Minuten.
Auch die Ausstellung NS-Psychiatrie in der Pfalz im Alleehaus des Pfalzklinikums in Klingenmünster, Gebäude 43, erinnert an die Opfer der NS-Zeit. Sie beleuchtet das Schicksal von mehr als 2000 Patientinnen und Patienten.
Zusätzlich zur regulären Öffnungszeit am Mittwoch öffnet die Ausstellung am Mittwoch, 30. September, von 17 bis 19 Uhr. Eine weitere Sonderöffnung gibt es am Sonntag, 25. Oktober, von 14 bis 16 Uhr. Regulär ist die Ausstellung jeden Mittwoch von 14.30 bis 16 Uhr geöffnet.
Autor:Katharina Wirth aus Herxheim |