Gelungene Integration beim Dorffest in Alsenz
Prinzessin und Schmetterling als Popcorn-Fans

Besucher des Dorffestes in Alsenz

Alsenz. Mit hohem persönlichem Einsatz ist es den Initiatoren wieder gelungen, ein buntes und vor allen Dingen kulinarisches Dorffest in Alsenz umzusetzen. Karin Wänke wurde dieses Jahr erstmals durch Christina Schumacher unterstützt, da aufgrund der hohen Akzeptanz des Festes die Organisation eine immer größere Aufgabe darstellt. Beide zeigten sich mit dem Ablauf und dem Besuch des Festes dann auch zufrieden, zumal die große Hitze manchen potenziellen Gast von einem Besuch abgehalten haben dürfte.
Am frühen Nachmittag begrüßten die „süßen Männer von der Kuchentheke“ – auf diese Bezeichnung legten sie großen Wert – die Gäste mit selbst gebackenen Kuchen und Süßspeisen. Viele Alsenzer Bürgerinnen hatten mal wieder ihr Können unter Beweis gestellt, um mit gespendeten Kuchen das Fest zu umrahmen. Und auch das Thekenteam war fest in männlicher Hand. Ihm oblag die wichtige Aufgabe, die Besucher bei dem warmen Wetter mit Flüssigkeit zu versorgen.
Nach dem ersten Stückchen Kuchen und der ersten Tasse Kaffee begrüßte Frau Wänke, unterstützt durch ein Lied der Kinder der Nordpfalzschule, alle Gäste und eröffnete nun auch offiziell die Stände mit den kulinarischen Spezialitäten aus vielen Ländern. Darauf hatten viele der Gäste natürlich schon gewartet, war das Angebot doch wieder äußerst interessant und vielfältig. Und was den Besuchern wohl gar nicht auffiel: Schweinefleisch war tabu.
Die ägyptischen Familien Greece und Abdlonor überzeugten mit Falafel und einem schmackhaften Lammkebab vom Grill. Erstmals mit dabei waren Armine Shahijanyan und Angelika Khanaganyan aus Armenien, die mit Rindfleisch gefüllte Weinblätter mit Kräutern, Zwiebeln und Reis anboten. Fehlen durfte natürlich auch nicht Frau Kanjana Hamzaoui, deren Thai Nudelpfanne und die Frühlingsrollen für manchen Gast allein schon Grund genug für einen Besuch des Festes sind. Großen Zuspruch fanden auch Manti und Botlavi, gefüllte Nudeln mit Tomatensoße, die bereits im Vorjahr gern geordert wurden. Deshalb lagen Zara Udayeva und Seda Sasaeva absolut richtig, diese Spezialität aus Tschetschenien wieder anzubieten. Nicht zu vergessen der deutsche Beitrag, der mit Forelle Müllerin voll im Trend lag.
Doch trotz des unzweifelhaften Erfolges der Kulinarik – Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen -, sollte das umfangreiche Angebot des Begleitprogramms nicht vergessen werden. Sind es doch gerade diese Angebote, die die Möglichkeiten des Begegnens und gegenseitigen Kennenlernens ermöglichen und unterstützen. Die Möglichkeit, einen Rettungswagen des DRK einmal ganz ohne Stress und Not von innen zu erforschen, wurde von vielen genutzt und das Alarmsignal des Blaulichtes erklang diesmal zur Freude und nicht zur Warnung. Gerne begrüßten die Damen der Bibliothek auch den ein oder anderen Gast, der ein wenig in das Angebot der Gemeindebücherei schnupperte.
Geprägt von der Klarinette des Vaters und dem Tom Tom eines der Söhne erklangen dann auch tatsächlich die angekündigten Klänge des Balkans. Familie Kalo, der Vater mit seinen drei Söhnen, brauchte keine Noten für die heimatlichen Klänge, die für deutsche Ohren vielleicht nicht alltäglich waren, aber sehr passend einen Rahmen für das gelungene Fest bildeten.
Und dann waren da ja noch die Kinder. Ein Mitarbeiter von der Jugendpflege der Verbandsgemeinde hatte wieder viele Großbrettspiele aufgestellt, bei denen die Kinder ihre Geschicklichkeit im gegenseitigen Wettbewerb beweisen konnten. An einem Popcornstand konnten sie sich umsonst mit der beliebten Süßigkeit versorgen. Und dort wurde auch plötzlich bewusst, welch wichtige Rolle die Kinder bei der Integration spielen. Zwei, vom Kinderschminken in der Bücherei als Schmetterling und Prinzessin verzauberte Mädchen, waren mannigfaltige Gäste. In perfektem Deutsch äußerten sie ihre Wünsche nach süßem oder salzigem Popcorn. Quasi im gleichen Augenblick drehten sie sich um und unterhielten sich mit ihrer Freundin in der Muttersprache ihres Heimatlandes. Oder vielleicht auch nur noch in der Muttersprache ihrer Eltern?
Deutlich wird an solch kleinen Beispielen, wie gelungene Integration aussieht und was diese bewirkt. Die Kinder übernehmen sogar schon oft für ihre Eltern die Übersetzung, wenn sich diese im Gespräch mit deutschen Einwohnern noch etwas unsicher fühlen. Sie haben bereits heute eine Brückenfunktion und stehen für eine Zukunft, in der das Nebeneinander nicht nur selbstverständlich ist, sondern auch keinem mehr auffällt.
Die Gemeinde Alsenz als Träger des Festes wird durch diese Erfahrungen ermutigt sein, ihr erfolgreiches Konzept eines gemeinsamen Dorffestes auch in den nächsten Jahren wieder umzusetzen. Bietet man damit nicht nur ein Forum für ein integratives Miteinander, sondern auch die Möglichkeit für viele ausländische Mitbürger, sich für die Aufnahme in der Gemeinde zu bedanken und – auch mit ein wenig Stolz – die eigene Kultur zu präsentieren.ps

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