Trockenstress im Wald: Warum Buchen jetzt früher Blätter verlieren
- Im Rhein-Neckar-Kreis leiden vor allem Buchen unter Hitze und Trockenheit.
- Foto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis
- hochgeladen von Charlotte Basaric-Steinhübl
Rhein-Neckar-Kreis. In den Wäldern des Rhein-Neckar-Kreises zeigt sich der trockene Sommer schon deutlich vor dem Herbst. Verfärbte Baumkronen, braune Blätter am Boden und früher Blattabfall bei Buchen sind laut Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis sichtbare Folgen von Hitze und Dürre.
Mehrere Hitzewellen mit Spitzenwerten an die 40 Grad und eine lange Trockenperiode haben den Wald in diesem Sommer stark belastet. Besonders Buchen leiden darunter, weil sie viel Wasser brauchen und der Transport vom Boden bis in die Krone bei anhaltender Trockenheit gestört werden kann.
Forstbezirksleiter Philipp Schweigler vom Kreisforstamt Rhein-Neckar-Kreis erklärt: „Wenn eine Buche im Juli und August vorzeitig Blätter verliert, ist das kein harmloser Schutzmechanismus. Zu diesem Zeitpunkt ist das Wasserpotenzial im Stamm oft bereits sehr niedrig. Die Embolie hat den Stamm dann bereits erreicht“. „Der frühe Blattabfall zeigt, dass die Buche stark unter dem Trockenstress leidet. Für den betroffenen Baum steigt das Risiko von langfristigen Schäden an der Krone, von abgestorbenen Ästen und letztlich sogar vom Tod des ganzen Baumes.“
Auch scheinbar gesunde Bäume können zum Risiko werden
Eine weitere Folge geschädigter Bäume ist laut Kreisforstamt der sogenannte Grünastbruch. Dabei brechen Äste ab, obwohl sie noch grüne Blätter tragen. Schweigler sagt: „Ob und wann ein solcher Ast bricht, lässt sich nicht vorhersagen. Daher können in Hitzesommern auch scheinbar gesunde Bäume ein Risiko darstellen“.
Die Försterinnen und Förster kontrollieren Wälder an öffentlichen Straßen und Parkplätzen regelmäßig und sichern offensichtliche Gefahren. Wer im Wald unterwegs ist, geht auf Waldwegen aber grundsätzlich auf eigene Gefahr. Vor allem bei starkem Wind oder starkem Regen sollten Waldbesuchende den Wald möglichst meiden oder besonders vorsichtig sein.
Die Schäden fallen je nach Standort unterschiedlich aus. Besonders stark spüren Wälder auf sandigen Böden im Rheintal, an stark sonnenexponierten Hängen an der Bergstraße sowie auf schweren, tonigen Böden im Kraichgau die Folgen von Hitze und Trockenheit.
Die Eiche kommt mit Hitze und zeitweiser Trockenheit besser zurecht als die Buche, weil sie tiefer wurzelt und geschädigte Wasserleitbahnen im Stamm erneuern kann. Doch auch Eichen geraten bei langer Trockenheit an ihre Grenzen. Sie wachsen dann weniger, bilden weniger Laub und werden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.
Schweigler warnt mit Blick auf die weitere Entwicklung: „Da bedingt durch den Klimawandel diese extremen Wetterperioden zunehmen, sind das voraussichtlich nur die Vorboten der Veränderung. Perspektivisch müssen wir mit massiven Schäden, insbesondere in unseren Buchenwäldern, im ganzen Kreisgebiet rechnen“.
Das Kreisforstamt arbeitet nach Angaben des Landratsamts daran, die Widerstandskraft der Wälder zu stärken. Dazu baut es die Bestände gezielt zu vielfältigen Mischwäldern um und stimmt die Bewirtschaftung stärker auf die jeweiligen Standorte ab.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |