Fastnachtshaufen brennt seit 44 Jahren – Jugendfeuerwehr hält Tradition
- Weihnachtsbaum Symbolbild
- Foto: Michael Rogner/stock.adobe.com
- hochgeladen von Karin Hoffmann
Weinheim. In Weinheim-Oberflockenbach haben am Faschingsdienstag, 17. Februar, rund 300 Besucherinnen und Besucher gemeinsam den traditionellen Fastnachtshaufen verabschiedet. Auf einer Wiese in Steinklingen entzündete die Jugendfeuerwehr Oberflockenbach den Haufen aus ausgedienten Weihnachtsbäumen, die sie bereits im Januar im Ort gesammelt hatte. Trotz kühler Temperaturen um die 3 Grad blieb die Stimmung bis in den Abend hinein gut.
Bevor das Feuer entfacht wurde, überprüfte die Jugendfeuerwehr den Holzhaufen sorgfältig auf Tiere. Am Tag des Abbrennens lagerten die Jugendlichen einen großen Teil des Materials bewusst um, um mögliche Verstecke zu öffnen. Ein vollständiges Umsetzen war nicht möglich, da sich unter dem Haufen eine Holzstruktur befand. Dennoch suchte die Jugendfeuerwehr das Material konsequent ab.
Während des Abbrennens hielten die Besucher hinter Absperrungen ausreichend Abstand. Die Jugendfeuerwehr behielt den Bereich gemeinsam mit den aktiven Einsatzkräften der Wehr im Blick und stellte den Brandschutz sicher. Das teilt die Feuerwehr Weinheim mit.
Zur Tradition gehört in Oberflockenbach auch die Bewirtung durch die Jugendfeuerwehr. Glühwein, Kinderpunsch und Fleischkäsweck gingen über die Theke. Gerade bei den niedrigen Temperaturen zeigte sich, wie gut Organisation und Teamarbeit funktionierten, um viele Menschen gleichzeitig zu versorgen.
Der Fastnachtshaufen hat in Oberflockenbach seit nunmehr 44 Jahren wieder einen festen Platz am Fastnachtsdienstag. In vielen Orten ist dieser Brauch seltener geworden. Der Haufen soll symbolisch den Winter verabschieden. Früher standen oft Strohpuppe oder Fackelschlagen im Mittelpunkt, Elemente, die heute kaum noch zu sehen sind.
Die Wiederbelebung der Tradition geht auf das Jahr 1981 zurück. Nach einer Weihnachtsfeier sprachen der damalige Jugendwart Edgar Müller und der damalige Gruppenführer Christian Brunow über alte Bräuche im Ort. Ab 1982 setzte die Jugendfeuerwehr die Idee um. Damals sammelten Jugendliche Alt- und Unterholz aus den umliegenden Wäldern. Der Haufen war innen hohl, mit Stroh ausgepolstert und diente der Dorfjugend in den Wintermonaten als Treffpunkt.
Mit den Jahren wuchs der organisatorische Aufwand. Die Weihnachtsbäume ersetzten das frühere Holz, die Bewirtung wurde umfangreicher und beim Einsammeln halfen Landwirte und Gewerbetreibende mit Traktoren und Lkw. Auch der Abbrennplatz wechselte mehrfach. Heute findet das Abbrennen in der Nähe des KSV-Platzes statt. Die Feuerwehr dankt der Familie Jungmann aus Steinklingen für die Unterstützung und die Bereitstellung der Fläche.
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |