Multimedia-Lesung am 6. März im Carolinensaal
„Die wilden Weiber aus der Pfalz“

Susanne Lilischkis geht in ihrer Multimedia-Lesung auf Spurensuche nach „Wilden Weibern aus der Pfalz“.  Foto: Rainer Lilischkis
  • Susanne Lilischkis geht in ihrer Multimedia-Lesung auf Spurensuche nach „Wilden Weibern aus der Pfalz“. Foto: Rainer Lilischkis
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Pirmasens. Berühmte Pfälzer Persönlichkeiten gibt es viele. Die meisten von ihnen sind männlich. Doch wie sieht es mit den Frauen aus? Ihre Geschichten bleiben oft unerzählt, meint Susanne Lilischkis. Aus Anlass des Internationalen Frauentags und auf Einladung der Stadtbücherei Pirmasens ist die freie Journalistin am 6. März, 19.30 Uhr, im Carolinensaal am Buchsweiler-Tor-Platz zu Gast. Einlass ist ab 19 Uhr.
In ihrer Multimedia-Lesung „Die wilden Weiber aus der Pfalz“ stellt die 51-Jährige vier Frauen vor, die in der Pfalz gelebt haben und wahrscheinlich nur wenigen Leuten bekannt sein dürften. Anhand von fingierten Telefon-Interviews, Tondokumenten und Bildern geht Susanne Lilischkis auf eine Spurensuche, die ungewöhnliche Lebensgeschichten zu Tage fördert. Die Lehrbeauftragte für experimentelle Fotografie, die unter anderem als freie Mitarbeiterin für den Pfälzischen Merkur in Zweibrücken schreibt, stellt an diesem Abend mutige, intelligente und draufgängerische Frauen vor und ordnet deren Leben in die Konventionen der Zeit ein, in denen sie gelebt haben.
Eine Vernunftheirat ebnete Sophie Laroche (1730 bis 1807) den Weg in die High Society. Erschien ihr erster Roman „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“ zunächst noch unter dem Namen ihres Vetters, da Frauen Ende des 18. Jahrhunderts keine eigenen Werke veröffentlichen durften, änderte sich das. Als Witwe verdiente sie als erste offizielle Schriftstellerin ihren Lebensunterhalt. „Ich habe jetzt die Freiheit, nach meinem Charakter zu leben“, berichtete sie von ihren Reisen und Expeditionen, unter anderem auf den Montblant-Gletscher, den sie 50-jährig besuchte. Als erste Frau veröffentlichte sie mit „Pomona“ eine Frauenzeitschrift, in der es aus weiblicher Sicht um Bildung und Erziehung, Gesundheit und Kunst statt um Schönheit und Mode ging.
Als Räuberbraut des Schinderhannes wurde Juliane Blasius (1781 bis 1851) bekannt. Drei Jahre tingelte und lebte die Bänkelsängerin und Geigerin mit Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, und sie gebar ein Kind. In Männerkleidung beteiligte sie sich bis zu dessen Hinrichtung an zum Teil brutalen Überfällen. Später erzählte die Ehefrau des Ortspolizeidieners in Weierbach Neugierigen bei einem Schnaps von der „schönsten Zeit ihres Lebens“.
Elisabeth Groß (1899 bis 1944) engagiert sich in der Internationalen Arbeiterhilfe (IA), einer karitativen Unterorganisation der Kommunistischen Partei (KPD). Sie bereiste Moskau und Leningrad, was ihr später unter anderem zum Verhängnis wurde. Sie schlug dem herrschenden System im Zweiten Weltkrieg manches Schnippchen – immer zum Wohle ihrer Familie. Vertrauensselig outete sie sich bei einem Freund ihres Sohnes, ohne zu wissen, dass dieser mit der Tochter eines bedeutenden Nazis verheiratet war. Er denunzierte sie und brachte sie damit in Gefangenschaft und aufs Schafott.
Die aus Speyer am Rhein stammende Gertrud Zimmermann, genannt „Struppi“ beeindruckte in der Nachkriegszeit als „eine Frau unter Tigern“. Emigriert in die USA, trat sie zunächst im Trio „The Luva Sisters“ am Trapez auf. Alte Filmsequenzen bezeugten ihren Zirkusauftritt später als Tatjana mit ihrer Raubtierdressur. Mit 83 Jahren starb die spätere Zirkusdirektorin im Jahr 2014 in den USA.
Im Anschluss an die Lesung besteht bei einem Umtrunk Gelegenheit mit der Journalistin ins Gespräch zu kommen. ak/ps
Info:

Eintrittskarten zum Preis von sechs Euro gibt es bei der Stadtbücherei, Dankelsbachstraße 19. Auskunft und telefonische Reservierung verbindlich unter Telefon: 06331 842359 oder per E-Mail unter stadtbuecherei@pirmasens.de .

Autor:

Andrea Kling aus Pirmasens

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