Jetzt der genau 1.000 junge Künstler in Waghäusel
Zum Ferienprogramm gehört seit 20 Jahren Malen am Meer bei Medjeds

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Waghäusel (ber). Wenn demnächst Waghäusel zur Künstlerstadt mit den meisten Künstlern wird, dann liegt das besonders an der Künstlerin Anita Medjed-Stumm. Seit 20 Jahren beteiligt sie sich mit ihren Kunstangeboten am Ferienprogramm der Stadt und bringt den Kindern in ihrem Atelier das Malen bei.
Mit Erfolg. Viele jungen Waghäuseler, Kirrlacher und Wiesentaler im Alter zwischen sechs und 16 sind bei ihr in die Malschule gegangen. So kamen auch einige „Karrieren“ zusammen, darunter ist eine anerkannte Kommunikationsdesignerin, die als Kind in der Wiesentaler Künstlerwerkstatt begonnen hat, ein anderes vielversprechendes Talent studiert derzeit Kunst.
Zehn Termine pro Jahr stehen für die Ferienprogrammkinder zur Verfügung. Jetzt hat Anita Medjed-Stumm das 1.000 Kind willkommen heißen können: die achtjährige Marie Charlotte Hannemann, die schon das dritte Jahr dabei ist, weil es ihr, wie sie sagt, immer so gut gefällt.
Angeboten werden verschiedene Themen und Techniken. Nicht nur Ölgemälde und Aquarelle sind angesagt, sondern auch Drucke und Linolschnitte, Gouache und Acryl, zudem Collagen, Zeichnungen, Betongießereien. Gearbeitet wird mit Farbe, Sand, Treibholz, mit Muscheln und Steinen. Bis zu drei Stunden lang lernen die jungen Leute den fachgerechten Umgang mit Pinsel und Palette, Zeichenstift und allerlei Handwerkszeug. Ihre Malerkittel und Schürzen, die schnell mit Farbklecksen dekoriert sind, müssen die Jungkünstler von zuhause mitbringen.
Die Medjed-Malangebote heißen stets „Ein Tag am Meer“. Wer kommt, darf mit auf eine Reise ans blaue Meer. „Wir entdecken Inseln und Dünen, Schiffe und Strandkörbe, wir hören das Wasser plätschern und das Möwen kreischen“, berichten die Heranwachsenden mit großer Freude.
Warum steht das Thema Meer dermaßen im Mittelpunkt?
Im zarten Alter von elf Jahren bekam die kleine Anita Medjed hohes Fieber, das nicht mehr sinken wollte. „Mit irgendeiner Entzündung, die genauso gefährlich klang wie sie weh tat, wurde ich ins Kinderkrankenhaus eingeliefert“, erinnert sie sich.
Dort durfte das Mädchen nur flachliegen und durfte ihr Bett, weit vom Fenster entfernt, nicht verlassen. Aus purer Langweile begann die künstlerisch begabte junge Dame, den Krankenschwestern kleine Bildchen auf Zettel zu malen. Da sie vom entgangenen Urlaubsparadies in der Ferne träumte, entwarf sie hauptsächlich Traumstrände mit Palmen.
Den Pflegern, Schwestern und Ärzten, die sich rührend um den Dauerpatienten kümmerten, gefielen die Zeichnungen so sehr, dass das Nachwuchstalent sogar Aufträge ans Bett bekam. „Sie brachten mir Farben, immer größere Papierbögen, Stifte, sogar teure Aquarellfarben schenkten sie mir“, weiß noch Anita Stumm-Medjed.
Nach etwa sechs Wochen durfte das Fräulein aufstehen. Dann kam die Überraschung: Auf dem Flur und in allen Räumen der Station hingen ihre Kunstwerke. Von jeder Wand strahlten die schönsten Strände, Palmenhaine, romantische Sonnenuntergänge, das blaue Meer. Deshalb fängt heute, über 30 Jahre später, die Mallehrerin ihre jährlichen Kindermalereien im Sommer-Ferienprogramm mit dem Thema „Ein Tag am Meer“ an. Was ja seinen guten Grund hat.

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