Landkreis Bad Dürkheim: Übergabe der Förderbescheide an Landesenergieagentur
Die richtigen Strategien für kommunalen Klimaschutz finden

Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, freute sich mit den Projektmitarbeitern Dr. Christel Simon und Marc Wartenphul über den Förderbescheid.
  • Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, freute sich mit den Projektmitarbeitern Dr. Christel Simon und Marc Wartenphul über den Förderbescheid.
  • Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz
  • hochgeladen von Wochenblatt Redaktion

Bad Dürkheim. Viele Kommunen wären gerne aktiver im Klimaschutz. Um ein effizientes Klimaschutzkonzept zu erarbeiten, muss aber erst ermittelt werden, wo die Kommune aktuell steht. Dies ist meist arbeits- und kostenintensiv. Auch die Beteiligung der Bürger ist oft eine große Herausforderung. Ein Gemeinschaftsprojekt der Energieagentur Rheinland-Pfalz und der Universität Koblenz-Landau verspricht Abhilfe. Mit „Kommunale Treibhausgas-Bilanzierung und regionale Klimaschutzportale in Rheinland-Pfalz“ (KomBiReK) erhalten Kommunen die Möglichkeit, ihre klimarelevanten Emissionen zu berechnen und durch regionale Klimaschutzportale ihre Kommunikation in Sachen Klimapolitik zu stärken. In Landau fand die Auftaktveranstaltung zu KomBiRek statt, bei der Staatssekretär Thomas Griese offiziell die Förderbescheide an Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, und Professor Klaus Schwenk, Dekan des Fachbereichs Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, übergab. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Rheinland-Pfalz gefördert. Erste Kommunen, die sich beteiligen werden, sind auch schon gefunden.

Kostenfreie Software erlaubt einheitliche CO2-Bilanzierung

Für Kommunen, die im Klimaschutz aktiv werden wollen, ist ein erster und wichtiger Schritt zu ermitteln, wo die Kommune steht. In Rheinland-Pfalz können Kommunen künftig ihre Treibhausgas-Emissionen und Endenergieverbräuche in ihren Gebieten mit einer kostenfreien Softwarelizenz ermitteln. Darauf aufbauend können sie Klimaziele ableiten, sinnvolle Maßnahmen entwickeln und umsetzen. Der Energieatlas Rheinland-Pfalz liefert hierzu Daten. Als Programm kommt der Klimaschutz-Planer des Klima-Bündnisses zum Einsatz. Die Methodik orientiert sich an einem bundesweit anerkannten Standard, der Bilanzierungssystematik kommunal (BISKO). Diese erfüllt auch die Vorgaben an Treibhausgasbilanzierungen vom Fördermittelgeber im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI).
„Mit diesem Angebot als Joker können wir unsere Kommunen in Rheinland-Pfalz künftig finanziell und personell entlasten. Die eingesparten Ressourcen stehen so für die Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen zur Verfügung. Außerdem bekommen die Bilanzen durch die einheitliche Methode und Datengrundlagen eine höhere Aussagekraft und lassen sich vergleichen. Das ist auch wichtig fürs eigene Monitoring“, erläuterte Thomas Pensel. „Innerhalb eines Monats haben bereits 13 Kommunen und Landkreise ihr Interesse am Angebot bekundet. Die erste im KomBiReK-Projekt beantragte Lizenz für den Klimaschutz-Planer erhielt die Verbandsgemeinde Landau-Land.“

Regionale Klimaschutzportale als Chancen einer umfassenden Kommunikation

Im Rahmen von KomBiReK entwickelt die Universität Koblenz-Landau sogenannte regionale Klimaschutzportale. Hier steht die Kommunikation der Aktivitäten im Vordergrund. Auf diesen Onlineportalen können alle Prozesse des kommunalen Klimaschutzes interaktiv präsentiert werden: Die Endenergieverbräuche und Treibhausgasemissionen werden ebenso dargestellt wie die Potenziale zur Minderung und Szenarien verschiedener Strategien. Außerdem können sich die Bürgerinnen und Bürger direkt an der Entwicklung der Konzepte und Maßnahmenpläne beteiligen, und die Umsetzung wird transparent präsentiert. Die Pilot-Portale werden in den Landkreisen Germersheim, Südliche Weinstraße und Bad Dürkheim sowie der Stadt Landau entwickelt. Im Anschluss sollen weitere Landkreise und Städte die Portale nutzen.
Dr. Stefan Jergentz vom Institut für Umweltwissenschaften an der Universität Koblenz-Landau betont die Bedeutung von Kommunikation und neuen Formaten für den Klimaschutz: „Was passiert in meiner Region in Sachen Klimaschutz und wie kann ich mich beteiligen? Die Klimaschutzportale sollen die Kommunikation im kommunalen Klimaschutz verbessern. Zum einen bilden sie die Lage vor Ort mit Treibhausgasbilanzen und Potenzialen zur CO2-Einsparung ab. Gleichzeitig sollen sie zum Handeln motivieren und Menschen und Ideen verbinden und vernetzen. Die Klimaschutzmanager vor Ort werden durch die online Information unterstützt und können selbst das Portal in der Bürgerbeteiligung als Kommunikationsinstrument einsetzen. Das erhöht die Reichweite von Klimaschutzaktivitäten und senkt die Hemmschwelle von Bürgern ihre eigenen Ideen und Projekte im Klimaschutz einzubringen.“
Der Auftakt des Gemeinschaftsprojektes KomBiReK erfolgte im Rahmen der regionalen Abschlussveranstaltung des Interreg-Projektes „Support Local Governments in Low Carbon Strategies“ (SUPPORT: Unterstützung regionaler Verwaltungen bei Kohlendioxid-Vermeidungsstrategien). Ziel der Teilnehmer aus mehreren EU-Ländern war es, voneinander zu lernen und das Gelernte auf die eigene Region zu übertragen. Die Best-Practice-Beispiele zeigen, wie die Kommunen bei der Umsetzung von Konzepten unterstützt und die Zugänge zu Fördermitteln der EU verbessert werden können. Rheinland-Pfalz stellt im Rahmen von SUPPORT neben KomBiReK auch das Projekt „100 Energieeffizienz-Kommunen“ als Leuchtturmprojekt vor.
Im Anschluss fand die Sitzung des Beirates des Regionalbüros Mittelhaardt & Südpfalz der Energieagentur Rheinland-Pfalz statt. In früheren Sitzungen dieses Gremiums aus Vertretern der Landkreise Germersheim, Bad Dürkheim und Südliche Weinstraße, der Städte Landau/Pfalz und Neustadt/Weinstraße sowie weiteren Akteuren entstand die Idee zum KomBiReK-Projekt und der Zusammenarbeit von Landesenergieagentur und Universität Koblenz-Landau. Dieses Engagement würdigte Hans-Ulrich Ihlenfeld, Landrat Bad Dürkheim und Vorsitzender des Beirats in seinem Grußwort: „KomBiReK zeigt, wie das regionale Engagement erfolgreich agiert und Projekte zur Unterstützung der kommunalen Klimaanstrengungen umsetzt.“
Die Energieagentur Rheinland-Pfalz unterstützt als kompetenter Dienstleister Kommunen und ihre Bürger sowie Unternehmen in Rheinland-Pfalz bei der Umsetzung von Aktivitäten zur Energiewende und zum Klimaschutz. Sie wurde 2012 als Einrichtung des Landes gegründet und informiert unabhängig, produkt- sowie anbieterneutral.
Das Institut für Umweltwissenschaften in Landau betreibt grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung, in deren Mittelpunkt die vielfältigen und komplexen Interaktionen zwischen Mensch und Umwelt stehen. Das Institut vereint die Expertisen von neun Arbeitsgruppen und damit aktuelle Forschung vom Molekül, über Ökosysteme, bis zur menschlichen Gesellschaft. Der Verlust an Biodiversität, der durch den Menschen verursachte globale Wandel, sowie die zunehmende Emission von Schadstoffen gehören zu den drängendsten Problemen unserer Zeit. Die Erforschung dieser Prozesse und deren Auswirkungen auf Ökosystemfunktionen erfordern ein Höchstmaß an Interdisziplinarität und sind zentrale Forschungsthemen am Institut für Umweltwissenschaften Landau. ps

Autor:

Franz Walter Mappes aus Bad Dürkheim

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

28 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

RatgeberAnzeige
Wir erleben Schmerzen nicht nur unangenehm, sondern auch bedrohlich.
5 Bilder

Die Rathausapotheke in Neustadt
AUA – das tut weh!

Tipps zur Schmerztherapie der Rathausapotheke in Neustadt an der Weinstraße. Schmerzen sind meistens Begleiterscheinung von Krankheit oder Verletzungen. Deshalb erlebt man sie in der Regel nicht nur unangenehm, sondern auch bedrohlich. Als Teil der menschlichen Wahrnehmung haben sie aber vor allem eine ganz wichtige Schutzfunktion. Menschen ohne Schmerzempfinden (und die gibt es) sind ständig großer Verletzungsgefahr ausgesetzt. Umgekehrt schonen wir beispielsweise ein schmerzendes Bein und...

LokalesAnzeige
Werde zum Eisbergretter und mach dich schlau in Sachen Klimaschutz!
5 Bilder

Neue Angebote und Kursformate bei der vhs Neustadt
Nachhaltige Entwicklung - nicht nur für die Eisbären!

Neustadt an der Weinstraße. Nicht nur den Eisbären steht das Wasser bis zum Hals, auch wir Menschen bekommen die Auswirkungen des Klimawandels deutlich zu spüren. Überschwemmungen, schmelzende Gletscher, steigende Meeresspiegel, brennende Wälder: Die Konsequenzen der Klimakrise nehmen an vielen Orten der Welt zusehends Fahrt auf. Wir müssen eine Welt für zukünftige Generationen schaffen und dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken. Mit dem Themenschwerpunkt "Bildung für nachhaltige Entwicklung...

Wirtschaft & HandelAnzeige
Wir sind in unserer Werkstatt mit Fachwissen und individueller Beratung für Sie da: Das Team des Radsportladens Drahtesel in Grünstadt.

Werkstatt des Radsportladens Drahtesel Grünstadt
Wir reparieren Ihr Fahrrad

Grünstadt an der Weinstraße. Bei dem schönen Wetter der letzten Tage und der warmen Temperaturen denken viele an nur eines: Ab auf's Rad und an die frische Luft. Aber was tun, wenn das Fahrrad nicht mehr rund läuft oder ein Reifen kaputt ist und repariert werden muss? Das Team des Radsportladens Drahtesel in Grünstadt um Inhaber Andreas Löcher ist für Sie da. Unsere Werkstatt hat montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9.30 bis 18.30 Uhr geöffnet. Samstags können Sie uns von 9.30 bis...

Wirtschaft & HandelAnzeige
Kunst kommt von Können – wir gestalten mit Sachverstand, Hingabe und viel Phantasie.
5 Bilder

Inspiration statt Bausatz
Wir brüten die schönsten Ideen für Sie aus!

Kommunikationsdesign ist vielseitig: Wir gestalten Logos und Farbkonzepte, Social Media Auftritte und Websites, Flyer und Broschüren, Autobeschriftungen und Messestände, Briefbögen und Visitenkarten, Präsentationen und Leitsysteme … Die Techniken dazu kann und muss man lernen. Entscheidend für eine inspirierende Gestaltung sind aber auch Phantasie, ästhetische Sicherheit und ein Gespür für Details. Eines der mächtigsten Elemente in der Gestaltung ist Farbe – das gilt für alle Bereiche und...

Online-Prospekte aus Bad Dürkheim und Umgebung



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen