Spargel im Frühling: Wie nachhaltig heimische und importierte Stangen sind
- Weil durch die Folie kein Licht auf den Spargeldamm kommt, bleiben die Köpfchen der Stangen weiß. (zu dpa: «Spargel im Frühling: Wie nachhaltig sind die Stangen?»)
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Spargel kaufen. In der Pfalz und vielen anderen Regionen liegen bereits im März die ersten Spargelstangen im Handel. Für den Alltag bedeutet das eine konkrete Entscheidung zwischen frühem Genuss, Preis und Umweltbilanz.
Importierter Spargel stammt oft aus Griechenland, Spanien oder Italien. Die langen Transportwege belasten Klima und Umwelt stärker. Das Bundeszentrum für Ernährung ordnet daher heimische Ware grundsätzlich als die nachhaltigere Wahl ein. Regional vermarkteter Spargel aus bekannten Anbaugebieten wie Schwetzingen, Beelitz oder Schrobenhausen schneidet dabei besser ab als Importware.
Doch auch beim deutschen Spargel gibt es Einschränkungen. Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer rechnet zwar schon jetzt mit ersten Erntemengen. Ein Teil davon wächst jedoch unter beheizten Dämmen. Patrick Müller vom BUND rät deshalb, bis Mitte April zu warten. «Denn da hat der Spargel erst Saison.» Vorher sei er ökologisch weniger sinnvoll.
Folien bestimmen Ertrag und Umweltbilanz
Nahezu der gesamte heimische Spargel wird als Folienspargel angebaut. Schwarze und transparente Kunststofffolien bedecken die Erdwälle über Monate. Sie steuern die Bodentemperatur und damit das Wachstum. Die schwarze Seite beschleunigt den Austrieb, die helle verzögert ihn.
Für die Betriebe hat das klare Vorteile. Die Folien reduzieren Unkraut, halten Feuchtigkeit im Boden und senken den Bewässerungsaufwand. Laut Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft verhindern sie zudem, dass Spargelköpfe bei längeren Ernteabständen grün werden. Genau diese makellosen weißen Stangen erwarten viele Käufer.
Plastikmengen bleiben ein Kritikpunkt
Umweltschützer kritisieren vor allem die großen Mengen an Kunststoff. Die Folien versiegeln den Boden und bieten kaum Lebensraum für Tiere. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft weist darauf hin, dass die Folien zwar mehrere Jahre genutzt werden, meist etwa acht Jahre. Dennoch entstehe insgesamt viel Plastikmüll.
Ökologisch günstiger wäre Spargel aus regionalem Anbau ohne Folien und innerhalb der natürlichen Saison im Mai und Juni. Das BZL ordnet ein, dass frühe Nachfrage diesen Ansatz erschwert. Viele Verbraucher greifen lieber früh zu und erwarten ein einwandfreies Produkt.
Ein weiterer Faktor ist der Preis. Nach Angaben des VSSE senkt Folienspargel die Produktionskosten um rund 40 Prozent. Folienfreier Spargel ist deshalb deutlich teurer. Ob höhere Preise akzeptiert werden, hängt laut Experten von Nachfrage und Transparenz ab. Im Hofladen lässt sich gezielt nach folienfrei angebauter Ware fragen. Einige Betriebe bieten diese bereits an.
Spargelreste sinnvoll nutzen
Nachhaltigkeit endet nicht beim Einkauf. Das Kochwasser von Spargel eignet sich als Basis für Suppen, Soßen oder Fonds. Auch Schalen und Enden lassen sich auskochen. Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt, die Reste von einem Kilogramm Spargel etwa 30 Minuten in knapp einem Liter Wasser zu kochen und den Sud anschließend abzuseihen.
Der Sud kann Gemüsebrühe ersetzen oder für ein Risotto genutzt werden. Für eine Spargelsuppe reicht eine Mehlschwitze aus Butter und Mehl, die mit dem Sud aufgegossen wird. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer, Muskat und etwas Zitronensaft. Spargelreste und frischer Schnittlauch passen ebenfalls dazu.
Unterm Strich gilt die Einordnung: Regionaler Spargel in der Hauptsaison und eine vollständige Nutzung der Reste verbessern die Umweltbilanz deutlich. dpa
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |