Frauennotruf Speyer stellt Arbeit neu auf
- Die Beratungsstelle setzt künftig auf ein multiprofessionelles Team mit verschiedenen fachlichen Hintergründen
- Foto: Frauennotruf Speyer
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Speyer. In Speyer verändert sich die Arbeit des Frauennotrufs deutlich. Nach mehr als 20 Jahren verabschiedet sich eine prägende Mitarbeiterin in den Ruhestand – gleichzeitig baut der Verein sein Beratungs- und Präventionsangebot aus. Besonders Schulen und Frauen mit Behinderungen sollen künftig stärker erreicht werden.
Der Frauennotruf Speyer e.V. unterstützt seit über 40 Jahren Frauen und Mädchen, die sexualisierte Belästigung oder Gewalt erlebt haben. Die Beratungsstelle ist die einzige spezialisierte Fachstelle zu diesem Thema in Speyer und der umliegenden Region.
Abschied nach mehr als zwei Jahrzehnten
Ende Februar ging Ilga Schmitz in den Ruhestand. Über zwei Jahrzehnte arbeitete sie hauptamtlich beim Frauennotruf und engagierte sich für die Interessen gewaltbetroffener Frauen und Mädchen.
Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Kurse zur feministischen Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Diese Workshops führte sie unter anderem an Schulen, in Unternehmen und in Organisationen durch.
Schmitz bleibt dem Verein dennoch verbunden und engagiert sich weiterhin ehrenamtlich. Zudem gehört sie künftig dem Vorstand des Vereins an. Sie bewertet die Veränderungen positiv: „Ich freue mich, dass wir kompetente Kolleginnen gefunden haben, die die Notrufarbeit mit neuen Impulsen fortführen.“
Neues Team mit unterschiedlichen Fachrichtungen
Die Beratungsstelle setzt künftig auf ein multiprofessionelles Team mit verschiedenen fachlichen Hintergründen. Mit dabei ist Nina DeGeorge, die nach ihrer Elternzeit wieder in die Arbeit zurückgekehrt ist und einen psychologischen sowie therapeutischen Hintergrund mitbringt.
Seit dem vergangenen Jahr arbeitet außerdem die Sozialwissenschaftlerin Dr. Laura Thurmann im Team. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren wissenschaftlich und praktisch mit sexualisierter Gewalt.
Thurmann betont die Bedeutung von Beratungsangeboten: „Es gibt noch immer zu viele Mythen über sexualisierte Gewalt. Daher ist es wichtig, dass Frauen und Mädchen einen Raum haben, in dem sie über das Erlebte sprechen können, ernst genommen werden und qualifizierte und parteiliche Unterstützung bei der Verarbeitung erhalten.“
Neues Angebot für Frauen mit Behinderungen
Ein neuer Schwerpunkt entsteht durch eine Projektstelle, die von Aktion Mensch gefördert wird. Sonderpädagogin Miriam Capelle baut seit November 2025 ein möglichst barrierefreies Beratungs- und Präventionsangebot für Frauen und Mädchen mit Behinderungen auf.
Sie erklärt den Hintergrund: „Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind überdurchschnittlich häufig von sexualisierter Gewalt betroffen und stoßen dennoch in Unterstützungsangeboten immer wieder auf Barrieren.“ Ziel des Projekts ist es, diese Barrieren sichtbar zu machen und den Zugang zu Beratung und Prävention zu erleichtern.
Mehr Prävention an Schulen geplant
Auch in der Präventionsarbeit plant der Verein Veränderungen. Hintergrund ist die hohe Nachfrage nach Fortbildungen und Schulungen. Aktuell arbeitet das Team an einem Konzept, mit dem Aufklärung über sexualisierte Gewalt stärker in den Unterricht weiterführender Schulen integriert werden soll.
Kostenlose und vertrauliche Beratung
Der Frauennotruf Speyer berät Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Auch Angehörige, Bezugspersonen und Fachkräfte können sich an die Beratungsstelle wenden.
Die Beratung ist kostenlos, unabhängig und vertraulich. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange eine Gewalterfahrung zurückliegt oder ob eine Anzeige erstattet wurde. Termine sind laut Verein häufig auch kurzfristig möglich. Um das Angebot dauerhaft sichern zu können, ist der Verein weiterhin auf Spenden angewiesen.
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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