Wenn das Geld nicht mehr reicht: So kämpft die Speyerer Tafel gegen wachsende Armut
- Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Tafel Speyer bilden ein gut eingespieltes Team
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Speyer. Donnerstagnachmittag in der Speyerer Seekatzstraße: Vor dem Tafelladen warten Kundinnen und Kunden auf Einlass. Hinzu kommen Menschen, die sich registrieren lassen wollen, um künftig für sich und ihre Familien gegen ein geringes Entgelt einzukaufen. „Wir bekommen von Jahr zu Jahr mehr zu tun“, erklärt Karin Maier, die Leiterin der gemeinnützigen Einrichtung. In den vergangenen Monaten sind rund 200 Bedürftige hinzugekommen.
Die Speyerer Tafel versorgt aktuell mehr als 3.000 Kinder und Erwachsene, die auf Unterstützung angewiesen sind, mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs. Dazu zählen auch rund 30 Personen, die ihr Zuhause nicht verlassen können und auf den Bringdienst angewiesen sind. Etwa zwei Drittel der Kundinnen und Kunden wohnen in der Domstadt, der Rest in Schifferstadt, Berghausen, Dudenhofen, Hanhofen, Harthausen, Heiligenstein, Mechtersheim, Otterstadt und Waldsee.
„Nicht nur die Zahl der Kunden ist gestiegen, wir bekommen auch mehr Spenden. Ohne diese Hilfe könnten wir die Aufgaben gar nicht stemmen“, erklärt Leiterin Maier und ergänzt: „Dafür sind wird den Unterstützern sehr, sehr dankbar.“ Tafel-Mitarbeiter holen bei etwa 30 Discountern in Speyer und in den Umlandkommunen pro Woche sechs bis sieben Tonnen Lebensmittel ab, die im Laden in der Seekatzstraße umgehend sortiert und an Dienstagen sowie Donnerstagen ausgegeben werden. Dabei sind über 60 Ehrenamtliche im Einsatz. Neben den Supermärkten zählen immer wieder auch Firmen, Organisationen und Einzelpersonen zu den Unterstützern.
Tafel-Leiterin Maier betont, dass auch Spenden von Privatpersonen sehr hilfreich seien. Der tägliche Transport der Lebensmittel, das Benzin für die Autos oder die Wartung der Fahrzeuge verursachen Kosten, die durch Spenden beglichen werden. Hinzu kommen weitere Ausgaben: Versicherungen, Telefongebühren oder Büromaterial zum Beispiel.
In Deutschland gibt es insgesamt über 970 Tafeln. Sie retten Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, und geben sie an bedürftige Menschen weiter, die sich eine ausgewogene Ernährung oft nicht leisten können. Mit 77.000 Helferinnen und Helfern sind die Tafeln eine der größten sozial-ökologischen Bewegungen in Deutschland. Pro Jahr retten sie rund 265.000 Tonnen Lebensmittel und geben sie an rund 1,5 Millionen Menschen weiter.
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Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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