Warum Wiesen in Speyer künftig seltener gemäht werden
- Wenn in Speyer Wiesen seltener gemäht werden und mehr Wildblumen wachsen, verändert sich das Stadtgrün spürbar im Alltag.
- Foto: Stadt Speyer
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Speyer. Wiesen seltener mähen, mehr heimische Pflanzen, weniger Chemie. Die Stadt Speyer macht seit Mai beim Label-Verfahren StadtGrün naturnah mit und will damit ihre Grünflächen im Stadtgebiet weiter ökologisch entwickeln.
Die Stadt sieht darin einen Gewinn für den Alltag: Grün- und Freiräume sollen Naturerlebnisse ermöglichen, Bewegung und Erholung unterstützen und zugleich die biologische Vielfalt stärken. Schon ein selteneres Mähen kann nach Angaben der Beteiligten dazu beitragen, schnittempfindliche Wiesenkräuter zu fördern. Damit profitieren auch Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge.
So läuft der Prozess und wer Speyer unterstützt
Das Label StadtGrün naturnah vergibt das Bündnis Kommunen für biologische Vielfalt e. V. Dem Netzwerk gehören nach eigenen Angaben 438 Städte, Gemeinden und Landkreise an. Es zeichnet Kommunen aus, die Grünflächen ökologisch weiterentwickeln, zum Beispiel durch artenreiche Wildblumenwiesen, die Nutzung von heimischem Saat- und Pflanzengut oder den Verzicht auf Pestizide.
Speyer startet mit einer Bestandsaufnahme der bisherigen Pflege und bereits umgesetzter Maßnahmen. Darauf baut ein Maßnahmenplan für die weitere naturnahe Entwicklung der innerstädtischen Grünflächen auf. Eine städtische Arbeitsgruppe erhält dabei fachliche Unterstützung durch den Beirat für Naturschutz. Am Ende des rund zwölfmonatigen Prozesses steht eine Auszeichnung in Bronze, Silber oder Gold.
Die Stadtverwaltung verankert das Vorhaben in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. Einen Rahmen setzt außerdem der Stadtratsbeschluss vom Dienstag, 20. Mai, mit dem sich Speyer zu einem ökologischen und klimaangepassten Grünflächenmanagement bekannt hat. Das Grünflächenmanagement übernimmt federführend die Umsetzung auf städtischen Flächen. Das Nachhaltigkeitsmanagement kümmert sich um Öffentlichkeitsarbeit und Bildung. Fördermittel aus dem Programm Natürlicher Klimaschutz in Kommunen der KfW ermöglichen die Teilnahme.
Als Beispiele nennt die Stadt bereits umgesetzte Projekte. In Zusammenarbeit mit der Bieneninitiative Speyer entstand am Hummelgarten hinter dem Judomaxx ein Naturschaugarten. Das Projekt Lebensraum Friedhof erhielt im Jahr 2020 die Auszeichnung als Naturschutzprojekt des Jahres. Außerdem läuft im Rahmen der Kampagne Tausende Gärten – Tausende Arten regelmäßig der Fotowettbewerb Speyer erblüht in Kooperation mit dem Nachhaltigkeitsmanagement und der Stadtbibliothek Speyer. Dabei gibt es auch geeignetes regionales Saatgut kostenfrei zum Mitnehmen.
Mehr Informationen zum Label gibt es online unter www.kommbio.de/label.
Ansprechpersonen bei der Stadt sind Sandra Gehrlein (Nachhaltigkeitsmanagement) unter 06232 14-2490 und sandra.gehrlein@stadt-speyer.de sowie Jutta Wienen (Grünflächenplanung) unter 06232 14-2491 und jutta.wienen@stadt-speyer.de.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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