Speyerer Stadtrat positioniert sich: 1.230 Jobs bei zwei Firmen in Gefahr
- Industriejobs in Speyer stehen im Fokus. Der Stadtrat will die Standorte von MANN+HUMMEL und TE Connectivity sichern.
- Foto: Klaus Venus, Klaus Venus
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Speyer. Der Stadtrat hat am Mittwoch, 25. Juni, einstimmig eine Resolution verabschiedet, die den Erhalt der Industriestandorte von MANN+HUMMEL und TE Connectivity in Speyer zum Ziel hat. Hintergrund sind angekündigte Veränderungen an beiden Standorten, von denen nach Angaben der Stadt innerhalb weniger Wochen insgesamt rund 1.230 Industriearbeitsplätze betroffen sind.
Damit steht nach Darstellung der Stadt nahezu jeder vierte Arbeitsplatz im Verarbeitenden Gewerbe in Speyer auf dem Spiel. Der Stadtrat stellt sich in der Resolution geschlossen an die Seite der Beschäftigten und richtet Forderungen an die Unternehmensleitungen sowie an die Landesregierung Rheinland-Pfalz und die Bundesregierung.
Forderungen an Unternehmen und Appell an Bund und Land
Der Stadtrat fordert die Unternehmensleitungen von MANN+HUMMEL und TE Connectivity auf, Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen ergebnisoffen und auf Augenhöhe zu führen. Außerdem sollen die Firmen mögliche Optionen zu den angekündigten Standortentscheidungen ernsthaft prüfen und ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten und dem Standort Speyer gerecht werden.
Gleichzeitig appelliert die Resolution an die Landesregierung Rheinland-Pfalz und die Bundesregierung, die Bemühungen um den Erhalt industrieller Wertschöpfung und guter Arbeitsplätze aktiv zu unterstützen. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, betont die Resolution auch, dass langfristige Industriepolitik sich vor Ort entscheidet, in Städten wie Speyer.
Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler hatte bereits im Mai Bundeskanzler Friedrich Merz nach Speyer eingeladen. Bei einem Austausch mit Beschäftigten, Betriebsräten, Gewerkschaften, Unternehmensvertretungen und kommunal Verantwortlichen soll es um die Auswirkungen des Strukturwandels in der Automobilzulieferindustrie und um Erwartungen an die Bundespolitik gehen.
Inzwischen hat das Bundeskanzleramt geantwortet. Der wirtschafts- und finanzpolitische Berater des Bundeskanzlers, Dr. Levin Holle, verweist auf strukturelle Herausforderungen der Automobilindustrie sowie auf Maßnahmen der Bundesregierung zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Einen persönlichen Austausch des Bundeskanzlers in Speyer stellt er derzeit nicht in Aussicht.
Die Stadt Speyer hat ihre Einladung an Merz daraufhin nach eigenen Angaben nochmals bekräftigt. Außerdem unterstützt die Stadt das Engagement von Beschäftigtenvertretungen und Gewerkschaften, die für Samstag, 29. August, eine Aktion zum Industriestandort Speyer angekündigt haben.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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