BriMel trifft
Lars Kegler – Weltrekordler aus Leidenschaft
- Lars Kegler zwischen jeder Menge Mitläufer
- Foto: Privat
- hochgeladen von Brigitte Melder
Speyer. Am 18. März war es mir eine große Ehre, den neuen Weltrekordler beim Bienwald-Marathon Lars Kegler (44 Jahre) zu interviewen. Der laufende Berufs-Feuerwehrmann aus Ludwigshafen knackt immer wieder neue außergewöhnliche Weltrekorde. Gratulation zu diesem erneuten Weltrekord im Bienwald.
??? Wenn ich es richtig verfolge, hatten Sie 2016 mit einem Halbmarathon mit Feuerwehruniform ihren ersten Weltrekord oder?
Kegler: Ja, das ist richtig. Damals bin ich in Feuerwehrstiefenl, Hose, Jacke und Helm die 21,1 km in 1:38:20 Stunden gelaufen und habe damit meinen ersten Weltrekord aufgestellt bzw. geknackt.
??? Was folgte darauf alles? Jedes Jahr ein neuer oder gab es dazwischen auch einmal eine Verschnaufpause?
Kegler: Im gleichen Jahr bin ich noch die 10 Kilometer in 46:49 Minuten gelaufen, was dann meiner zweiter Rekord war. 2020 war ich 41:28 Minuten in voller Feuerwehruniform und Atemschutzgerät auf dem Rücken (nicht angeschlossen) auf einem Laufband unterwegs. Dieser Rekord hieß "längster Nonstop Marsch in persönlicher Feuerwehrausrüstung auf einem Laufband". Ein Jahr später bin ich mit einem 22 Kilogramm schweren Baumstamm einen Halbmarathon in 1:58:20 Stunden gelaufen und habe damit wieder einen Rekord geknackt. Mein bis dahin letzter Rekord war 2023 im Rahmen der Speyerer Frühjahrsmesse, als ich die meisten auf einem Laufband gelaufenen Kilometer innerhalb von 12 Stunden in Feuerwehruniform und Atemschutzgerät auf dem Rücken (nicht angeschlossen) absolvierte. Dort bin ich 73,94 Kilometer gelaufen und hatte damit den Rekord von Österreich nach Deutschland geholt.
??? Nun also der Weltrekord beim Halbmarathon in Kandel über 21,1 Kilometer mit Atemschutzmaske mit neuer Bestzeit, nämlich 1:35:26 Stunden. Sie waren sogar noch schneller als Sie anvisiert hatten, Rekord unterboten um rund 46 Minuten, das ist eine Ansage. Was hatten Sie denn alles außer Ihrem Körpergewicht zu schleppen?
Kegler: Ich hatte ein Atemschutzgerät auf dem Rücken und eine Atemschutzmaske im Gesicht und habe über dieses komplette System während des Laufens geatmet. Alles zusammen hat knapp 13 Kilogramm gewogen.
??? Haben Sie durch die Atemmaske überhaupt etwas um sich herum mitbekommen? Ich denke mir, dass die Zuschauer entlang der Strecke gejubelt und Beifall geklatscht haben.
Kegler: Das Sichtfeld ist durch die Maske etwas eingeschränkt, aber man bekommt die vielen positiven Zusprüche schon mit. Ich habe aber immer versucht im Fokus zu bleiben, um den Puls möglichst niedrig zu halten.
??? Ohne die Hilfe und Mitwirkung Ihrer Freunde, Kollegen und Familie wäre so etwas nicht möglich. Wem möchten Sie denn alles danken?
Kegler: Das Ganze war und ist definitiv eine Teamarbeit. Natürlich möchte ich meiner lieben Frau und unseren beiden Kindern danken, welche das Ganze immer wieder mitmachen. Das Lastenrad wurde von dem Kollegen Flo von der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen bereitgestellt, ohne das es nicht möglich gewesen wäre. Ebenfalls ein Kollege ist das Lastenrad gefahren und hat mir bei allen Wechseln geholfen. „Danke Rainer für deine Unterstützung!“ Von den United Runners of Pfalz hat mich Tobias unterstützt. Er ist die komplette Strecke mitgelaufen und hat tolle Fotos und Videos gemacht. Ohne das Team vom Bienwald-Marathon rund um Markus wäre das Ganze natürlich im Vorfeld schon gescheitert. Danke, danke und nochmals danke.
??? Wie geht es Ihnen jetzt nachdem „das Ding eingesackt“ wurde?
Kegler: Den Umständen entsprechend ganz gut. Am meisten habe ich meine Oberschenkel gemerkt, aber alles im grünen Bereich. Wenn der "Druck" dann von einem fällt fühlt man sich anschließend generell etwas müde und kaputt, aber das ist normal.
??? Was gab es denn als Belohnung zu Ihrem Weltrekord, der vom Rekord-Institut Deutschland zertifiziert wurde.
Kegler: Die größte Belohnung ist immer die persönliche Freude, es geschafft zu haben und dass der Plan im Vorfeld aufgegangen ist. Die Menschen denken, es gibt Geld, wenn man so einen Rekord aufstellt, aber dem ist nicht so.
??? Einige Ihrer Rekorde waren mit Spendenaktionen verbunden?
Kegler: Ja, das stimmt. Insgesamt kamen diesbezüglich schon 23.704,20 Euro zusammen für den Bundesverband für Brandverletzte, ASB Wünschewagen und Soziale Anlaufstelle Speyer.
??? Damit Sie jetzt nicht in ein sportliches Loch fallen, machen Sie was?
Kegler: Ich glaube, bei solchen Besonderheiten ist es wichtig, dass man es mit der Häufigkeit nicht so übertreibt und es damit etwas Besonderes bleibt. Durch meine Tätigkeit als Fußballtrainer, Torwarttrainer und Schiedsrichter wird mir sicherlich nicht langweilig und es bleibt eigentlich gar keine Zeit in Löcher zu fallen, außer vielleicht wenn der Rasen im schlechten Zustand ist *lacht*
??? Sie sind ja Extremsportler und da kommt mir doch spontan Joey Kelly in den Sinn. Haben Sie ihn einmal kennengelernt oder möchten ihn kennenlernen. Es wäre bestimmt sehr interessant sich mit ihm auszutauschen. Vielleicht wird ja auch die nächste Idee geboren, wer weiß.
Kegler: Ja, Joey Kelly durfte ich bereits kennenlernen und es waren gute Gespräche mit ihm.
??? Auf jeden Fall nochmals Gratulation zu diesem tollen Erfolg. (mel)
Autor:Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim |
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