Warum Donald Trump laut „Dannde Liesel“ besser nicht in die Pfalz kommen sollte
- Michael Konrad erweckt Dannde Liesel zum Leben - bei 40 Grad in der katholischen Kirche in Harthausen
- Foto: Stefan Keller
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Harthausen. Sollte Donald Trump tatsächlich der Einladung des Bundeskanzlers in die Pfalz folgen, dann dürfte er diesen Trip schnell bereuen. Das hat der Erbneffe von Dannde Liesel, Michael Konrad, am Sonntag in der katholischen Kirche von Harthausen – auf spaßige Art zwar, aber unmissverständlich – deutlich gemacht.
Seine Dannde, wahrlich kein Fan des Amis mit Vorfahren aus Kallstadt, wird sich nämlich nicht nur aus Protest gegen Person und Visite am Dürkheimer Fass anketten. Sie wird dort auch ihren „Kittelschorz uffreiße“ und auf bloßer Brust einen Spruch präsentieren, der den amtierenden US-Präsidenten spontan zur Umkehr bewegen dürfte.
Schon die Vorstellung dieses Schauspiels ließ die gut 100 Besucher der Lesung trotz der großem Hitze schnell frösteln – aber dann lachen und begeistert applaudieren. Die auf dem Körper der Dannde zu lesenden Worte hat Konrad gar nicht erst zitiert. Sie wären eines Gotteshauses nicht würdig, machte er lediglich deutlich und regte damit die Fantasie der Zuhörerschaft aufs Neue an. „Ich weiß nicht, welche Bilder da grade bei ihnen vor dem geistigen Auge entstehen.“
Konrad, im Hauptberuf Redakteur bei der RHEINPFALZ am Sonntag, Kolumnist, Dialektforscher und Sprachbeobachter sowie weltoffener Pfälzer aus Landau ist der geistige Vater von Dannde Liesel, seinem Kumpel Fred und natürlich der Angetraute seiner „Mitbewohnerin“, die ihn in die Tabakgemeinde begleitet hatte. Am Sonntag hat er auf Einladung des Kultur- und Heimatvereins Harthausen aus seinen Werken gelesen.
Als „Schreiberling“ hat Konrad den Kosmos rund um sich und die genannten Personen erschaffen. Als Rezitator am Mikrofon erweckt er sie ausdruckstark zum Leben. In seiner Kolumne und der Serie „Sach blooß“ beobachtet er seit vielen Jahren die Sprache und teilt der Dialektliebhaber – vielfach zum Vergnügen seiner Leserschaft – seine Meinung mit. Gerne ungeschminkt, aber nie verletzend.
Ob Politik und Politiker(innen), Sport und Sportler(innen), Geschlechterrollen und Klischees, Gleichberechtigung und Ungleichbehandlung, große Events und die kleinen Unpässlichkeiten, die Liebe zum Wein und zum Essen im Land der Reben und der Weinfeste, die Marotten der Pfälzers und der Pfälzerin oder die unübertroffen ausgeprägte Sprachökonomie der Pfälzer. So kann zum Beispiel mit der Frage „Unn wie?“ und der Antwort „ Jo aller!“ ein tiefes Gespräch schon geführt und dabei alles gesagt sein:
Einfach nichts und niemand ist vor der Beobachtungsgabe und der treffsicheren Einordnung oder scharfen Kommentierung Konrads sicher. Mitunter reicht schon ein Hochziehen der Augenbraue oder eine treffende Mimik und die Komik ist hergestellt. Seine Fans verstehen ihn ohnehin sofort.
Obwohl die Temperaturen in der annähernd 40 Grad Celsius „kühlen“ Kirche die Zuhörer, Zuhörerinnen wie dem Autor und seiner „Familie“ spürbar herausforderten, waren alle begeistert vom „heißesten Auftritt ever“. Viele erkannten sich in den Szenen wieder, wunderten sich über überraschende (Selbst-)Erkenntnisse und nickten dann oft zustimmend. Lachen war immer garantiert. Geschwitzt haben daneben wirklich alle, alle hatten aber auch eine verdammt gute Zeit. Ich mään net nur blooß. Text: Stefan Keller
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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