Eisdiele in Schifferstadt vermeidet Müll
Eis zum Mitnehmen in Pfandgläsern

In Schifferstadt können Kunden ihr Eis ganz praktisch und umweltfreundlich in Pfand-Gläsern kaufen
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  • In Schifferstadt können Kunden ihr Eis ganz praktisch und umweltfreundlich in Pfand-Gläsern kaufen
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Schifferstadt. "Ich kann nicht beschwören, dass wir die einzige Eisdiele sind, die das in Deutschland so macht, aber bisher habe ich noch von keiner anderen gehört", sagt Dieter Janneck, Mitinhaber von "Eis Fritz" in Schifferstadt. Gemeinsam mit seinem Partner Stefan Schmitt hat er für die kleine Eisdiele am Käthe Kollwitz-Platz ein Mehrweg-Pfandsystem ausgetüftelt, das dem Unternehmen, der Stadt, den Anwohnern und letztlich der Natur ein großes Müllproblem erspart. 
Statt in den bekannten Papp- oder Plastikbechern kann man hier sein Eis in kleinen Weckgläsern kaufen, die man nach dem Verzehr einfach wieder in der Eisdiele abgeben kann - wer sein Eis mit nach Hausen nehmen will, bekommt noch einen Deckel auf das Glas. Die Kunden sind begeistert, zahlen gerne einen Euro Pfand und freuen sich über diese kreative Lösung einen großen Müllproblems. "Das Eis schmeckt toll und in den Glasbechern macht es gar keinen Müll mehr. Früher war im Sommer hier immer alles voll mit Müll, weil die Abfalleimer einfach gar nicht ausgereicht haben", erzählt eine Kundin. Und Dieter Janneck ergänzt: "Ja, so mancher Becher landet eben nicht im Mülleimer, sondern im Straßenrand oder in der Grünanlage, dagegen konnten wir ja nichts tun. Außerdem war hier auf dem Platz - bis in den benachbarten Kindergarten -  immer alles voller Wespen, auch das Problem hat sich jetzt erledigt." 

Es gebe eine Gläser-Rücklaufquote von 35 Prozent, erzählt Mitinhaber Stefan Schmitt und ergänzt: "Aber das ist nicht so wichtig, der Euro Pfand deckt unsere Kosten und selbst wenn nicht, wäre es mir wichtig zu wissen, dass ich etwas für die Umwelt getan habe, denn die Gläser, die nicht zurück gebracht werden, werden ja dann irgendwo auch weiter benutzt." Im Vorjahr noch hatte das Unternehmen mit kompostierbaren Bechern gearbeitet, nur um dann herauszufinden, dass diese zwar in der Theorie kompostierbar sind, jedoch aufgrund fehlender Anlagen nicht in Deutschland. "So sind diese Becher dann letztlich im Restmüll gelandet und uns war schnell klar, dass wir eine andere, eine bessere Lösung finden müssen", berichtet Schmitt. Man habe Messen besucht, viel getüftelt, bevor man auch die Lösung mit den Weckgläsern kam - eine auf Eisdielen maßgeschneiderte Lösung habe man nämlich schlicht nicht gefunden, berichtet Janneck.

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Auch in Zeiten von Corona seien die Glasbecher eindeutig die bessere Lösung, ist Stefan Schmitt überzeugt. "Niemand kann dafür garantieren, dass die Pappbecher in einem hygienisch einwandfreien Umfeld hergestellt wurden, niemand kann die Produktions- und Transportwege nachvollziehen. Unsere Glasbehälter hingegen werden mit 94 Grad heißem Wasser gespült und desinfiziert." Mit einem ortsansässigen Schlosser habe man zudem einen Ständer entwickelt, auf dem man die Weckgläser ähnlich den Pappbechern stapeln und einfach entnehmen kann, so dass auch hinter der Theke für den bestmöglichen Schutz gesorgt ist.
"Wir sind nur eine relativ kleine Eisdiele und haben dennoch jeden Sommer einen riesigen Müllberg verursacht, dagegen wollten wir etwas tun. Und ich denke, wir haben eine praktische und gute Lösung gefunden, die auch von den Kunden akzeptiert wird. Wir sparen mit unserer Idee über die Saison tausende Papp- und Plastikbecher und Löffel ein, dieser Beitrag zum Umweltschutz ist uns als regionalen Unternehmern einfach wichtig", fasst Stefan Schmitt zusammen.

Autor:

Heike Schwitalla aus Karlsruhe

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