Ruhbank feiert 70 Jahre Eingemeindung
- Das Bild zeigt den Festumzug anlässlich der 200-Jahr-Feier im Jahr 1948, an der Stelle, wo sich heute die Bäckerei in der Beckenhofer Straße befindet.
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Von Frank Schäfer
Pirmasens. Die Eingemeindung der Ruhbank in die Stadt Pirmasens jährt sich im Oktober zum 70. Mal. Zu diesem Anlass findet am Sonntag, 25. Oktober, im Sportheim des SV Ruhbank eine kleine Jubiläumsfeier statt, bei der auf die bewegte Geschichte des Pirmasenser Stadtteils zurückgeblickt wird.
„Es gibt nicht viele Orte, die genau wissen, in welchem Jahr sie entstanden sind. Vom Ruhbänker Hof weiß man das alles“, schreibt Oskar Schäfer in seinem Dorfbuch zur Ruhbank.
Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wird die Ruhbank im Jahr 1202. Der Ortsname geht auf eine steinerne Bank zurück, die am höchsten Punkt der damaligen Verbindungsstraße stand und Reisenden als Ruheplatz diente. 1748 errichtete Jakob Weber an der Verbindungsstraße zwischen Pirmasens und Lemberg einen Hof mit Stallungen und Schäferei, den sogenannten „Ruhbancker Hoff“. In den folgenden Jahren entstanden weitere Häuser rund um den Hof und 1775 wurde gegenüber der namensgebenden steinernen Ruhebank eine Straußwirtschaft eröffnet. Bis 1956 gehörte die Ruhbank verwaltungsmäßig zur Gemeinde Lemberg.
Warum kam es zur Eingemeindung?
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl der Ruhbank deutlich. Gleichzeitig wurde die bisherige Verwaltungszugehörigkeit zunehmend als umständlich empfunden: Für Verwaltungsangelegenheiten mussten die Einwohner nach Lemberg gehen. 1955 wurde deshalb ein „Ausschuss für Selbstständigkeit“ gegründet. Sein ursprüngliches Ziel war es, Ruhbank zu einer eigenständigen Gemeinde zu machen. Nach längeren Verhandlungen wurde jedoch der Anschluss an die Stadt Pirmasens als Alternative vorgeschlagen. Bei einer Bürgerabstimmung im Jahr 1955 sprach sich eine große Mehrheit für diesen Schritt aus.
Der entscheidende Tag
Zum offizielle Wechsel von Lemberg zu Pirmasens kam es dann am 20. Oktober 1956. An diesem Tag wurde die Ruhbank offiziell Stadtteil von Pirmasens. Damit endete ihre bisherige verwaltungsmäßige Zugehörigkeit zu Lemberg. Die Eingliederung war Teil einer längeren Entwicklung, in der sich Ruhbank von einer kleineren Siedlung zu einem stärker erschlossenen Wohngebiet wandelte. Direkt nach der Eingemeindung rollten die städtischen Busse, Sandwege wurden asphaltiert und die Kanalisation sowie das Stromnetz wurden zügig ausgebaut. 1957 wurde die evangelische Friedenskirche eingeweiht. Sie ist ein wichtiger Baustein der örtlichen Geschichte nach dem Anschluss an Pirmasens. Und 1961 begann mit dem Bebauungsplan „Steinig Bühl“ eine Phase der baulichen Erweiterung. Die bebaute Fläche und die Einwohnerzahl nahmen in der Folge deutlich zu.
„Bürgermeister der Ruhbank“
Ein Mann, der die Ruhbank wie kaum ein anderer prägte, war Norbert Staller, der im Mai im Alter von 90 Jahren verstorben ist. Für viele war er der „Bürgermeister der Ruhbank“ – nicht, weil er jemals ein politisches Amt innehatte, sondern weil er wie kaum ein anderer Verantwortung übernahm, Menschen zusammenbrachte und sich kümmerte. Sein Leben war eng mit dem SV Ruhbank verbunden. Bereits am 1. Januar 1946 trat er dem Verein bei und wurde einer der prägenden Köpfe des SV Ruhbank – zunächst als Trainer, später als Präsident und schließlich als Ehrenpräsident. Den Bau des Kunstrasenplatzes trieb er mit großem Einsatz voran. Darüber hinaus war er jahrzehntelang Staffelleiter, Klassenleiter und Vorsitzender des Fußballkreises Pirmasens-Zweibrücken. Für seine Verdienste erhielt Norbert Staller unter anderem die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz und zu seinem 90. Geburtstag benannte der SV Ruhbank seine Heimstätte in „Norbert-Staller-Arena“.
„Ruhbänker Persönlichkeiten“ wie die Fernsehmoderatorin Jessica Libbertz (geb. Kastrop) und Fußballtrainer Robert Jung haben einen Bekanntheitsgrad erreicht, der weit über die Region hinausreicht.
Fotoausstellung, Vorträge und Gespräche
Zum Jubiläum der Eingemeindung zeigt am Sonntag, 25. Oktober, ab 11 Uhr im Sportheim des SV Ruhbank eine Fotoausstellung die Entwicklung des Stadtteils. Und von 14 bis 18 Uhr gibt es ein gemütliches Beisammensein mit einer Bildershow, einem kleinen Gewinnspiel sowie Kurzvorträgen und Gesprächen über die bewegte Geschichte der Ruhbank. Wer will, kann gerne noch eigene Bilder mitbringen.
Stadtratsmitglied Katja Faroß-Göller hat im Archiv Ende Juli aus Interesse den Eingemeindungsvertrag gesucht und festgestellt, dass der Ruhbank ein kleines Jubiläum bevorsteht. „Es folgten verschiedene Gespräche mit Ruhbänkern: der Seniorengruppe von Frau Trogler, dem Gästeführer Klaus Brenner, dem ehemaligen Bauern Günter Gross, Roland Pfeifer und ganz vielen anderen Ruhbänkern und daraus entstand die Idee der kleinen Feier am 25. Oktober im Sportheim. Um 14 Uhr kommt der Oberbürgermeister zum offiziellen Teil. Bei Kaffee und Kuchen freuen wir uns auf viele Gespräche über die letzten 70 Jahre“, so Katja Faroß-Göller. „Ohne die Unterstützung von meiner Freundin Monika Engelbert, die das Sportheim zum Motto dekoriert, und Irmi Leis, die ein Ruhbänker Urgestein ist, wäre die Feier nicht möglich. Doch über all den Vorbereitungen steht die Erinnerung an Norbert Staller, der sich in der Vergangenheit immer um das Jubiläum gekümmert hat und von dem ich viele Unterlagen bekommen habe“, betont Katja Faroß-Göller.
Autor:Frank Schäfer aus Pirmasens |
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