KuLaDig-Projektteam zu Besuch in Pirmasens
Pirmasenser Schuhgeschichte digital erlebbar machen

Auf seinem Rundgang durch das Stadtgebiet hat sich das Projektteam unter anderem auch das Rheinberger-Gebäude und den Strecktalpark angeschaut   | Foto: Frank Schäfer
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  • Auf seinem Rundgang durch das Stadtgebiet hat sich das Projektteam unter anderem auch das Rheinberger-Gebäude und den Strecktalpark angeschaut
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Pirmasens. Pirmasens ist seit diesem Jahr Teil des seit 2019 durchgeführten Projekts „Digitale Erfassung und Präsentation von Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz“ (KuLaDig-RLP). Die Stadt will mit der Förderung im Rahmen des Projektes die Schuhgeschichte moderner und vor allen Dingen zielgruppenorientierter aufarbeiten und digital erlebbar machen. Dazu fand am 10. Mai die erste Begehung des KuLaDig-RLP-Projektteams in Pirmasens statt, bei dem die einzelnen Objekte im Stadtgebiet besichtigt wurden.
Heike Wittmer vom Kulturamt führte das Projektteam, vertreten durch Prof. Dr. Michael Klemm, Christine Brehm und Florian Weber, durch die Innenstadt und gab den Besuchern umfassende Informationen zur Geschichte der einzelnen Gebäude und Plätze. Erste Station des Rundgangs war die Jugendherberge in der Schützenstraße. Von hier aus ging es weiter zum Forum Alte Post, ins Rheinberger-Gebäude und in den Strecktalpark und im Anschluss durch die Schäferstraße und Brückengasse hoch in die Fußgängerzone. Hier besichtigte das Projektteam den Schusterbrunnen und den Josef-Paul-Nardini-Platz, bevor es zum Schlossplatz und schließlich ins Rathaus ging.

Rundgang zur Pirmasenser Schuhindustrie

Im nächsten Schritt werden zehn Objekte ausgewählt, die ab Anfang nächsten Jahres auf der Internetseite www.kuladig.de als Rundgang zur Pirmasenser Schuhgeschichte präsentiert werden − von den Anfängen zu Zeiten des Landgrafen Ludwig IX. bis hin zur Gegenwart. Später können noch weitere Objekte ergänzt werden. Die Objekte werden sowohl in Textform, als auch multimedial dargestellt, mit Fotografien und Audiodateien - aber auch Videos sind möglich. „So könnte man beispielsweise das Atrium des Rheinberger-Gebäudes als 360-Grad-Ansicht präsentieren. Beim Dynamikum würde sich ein Spiel oder Rätsel anbieten und zur Geschichte der Schuhfabrik Kopp könnte man eventuell Familienmitglieder der Firmeninhaber in einem Video zu Wort kommen lassen“, erklären Prof. Dr. Michael Klemm und Florian Weber. Angedacht wurde auch, eine sogenannte „KuLaTour“ zu erstellen, die per App zusätzlich zur Web-Anwendung möglich wäre. Die Tour verknüpft einzelne, thematisch ähnliche Objekte zu einem Rundgang, den man vor Ort abgehen kann.
„Jetzt gibt es noch Leute, die sich an die 1960er Jahre erinnern, als mehr als 32.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in der Pirmasenser Schuhindustrie tätig waren. Doch in einigen Jahren wird es keine Zeitzeugen mehr geben. Das war für uns auch ein Grund, warum wir uns für dieses Projekt entschieden haben“, erklärt Heike Wittmer.
Die am Landesprojekt KuLaDig-RLP teilnehmenden Kommunen werden durch ein Projektteam umfassend und kontinuierlich bei der digitalen Erfassung ihres kulturellen Erbes und der Umsetzung der eigenen Konzepte unterstützt. Das Projekt wird vom Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz-Landau mit Unterstützung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd durchgeführt.

Kulturelle Vielfalt systematisch erfasst

Ob Kirche, Schloss oder Industriebau - jede noch so kleine Kommune hat ihr spezielles kulturelles Erbe, das lokale Identität stiftet. Ziel des Forschungs-, Förder- und Modellprojekts ist es, die kulturelle Vielfalt in Rheinland-Pfalz systematisch zu erfassen und durch digitale wie multimediale Aufbereitung ausgewählter Objekte sichtbar und im Alltag vielseitig nutzbar zu machen, für Einheimische wie Außenstehende. Das Projekt wird vom Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz-Landau mit Unterstützung durch die SGD-Süd durchgeführt und vom Inenministerium des Landes Rheinland-Pfalz finanziell gefördert.
In jedem Jahr werden in ausgewählten Kommunen in Rheinland-Pfalz Objekte der Kulturlandschaft durch das Projektteam, Studierende der Universität Koblenz und die Projektgruppen vor Ort für KuLaDig erfasst sowie multimedial wie digital aufbereitet. Insgesamt werden so bislang 47 Kommunen in ganz Rheinland-Pfalz unterstützt.
KuLaDig wird seit 2002 vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) in Köln betrieben. Der LVR hat Kooperationspartner in den Bundesländern Hessen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Diese sind für den Datenbestand in den jeweiligen Bundesländern verantwortlich. red/fsf

Weitere Informationen:
www.kuladig.de
https://kuladigrlp.net/

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Autor:

Frank Schäfer aus Pirmasens

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