Neujahrsempfang der Stadt Pirmasens
Appell für mehr Respekt und Vertrauen
- Oberbürgermeister Markus Zwick rief in seiner Neujahrsansprache zu mehr Respekt und Vertrauen auf
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Von Frank Schäfer
Pirmasens. Für mehr Respekt, Vertrauen und Wertschätzung in unserer Gesellschaft warb Oberbürgermeister Markus Zwick beim Neujahrsempfang der Stadt Pirmasens am 9. Januar. Etwa 400 Gäste waren der Einladung in die Festhalle gefolgt. Flankiert von den landgräflichen Grenadieren des Carneval-Vereins Pirmasens richtete Markus Zwick den Blick sowohl auf die Probleme sowie auf die positiven Entwicklungen in der Stadt und forderte dazu auf, die kommenden Herausforderungen gemeinsam anzupacken – „mit Lebensfreude, Mut und Tatkraft.“
„Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in Pirmasens – und in ganz Deutschland – nur dann erfolgreich sein können, wenn wir uns im Alltag mit Respekt und Vertrauen begegnen und wenn wir die Probleme gemeinsam anpacken“, so Zwick, der besonders Respektlosigkeit und Geringschätzung gegenüber Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften kritisierte.
Migration und Integration
„Pirmasens – wie auch ganz Deutschland – hat in den vergangenen Jahren sehr viele Zuzüge von Menschen mit Migrationshintergrund erlebt. In unserem Krankenhaus arbeiten inzwischen Menschen aus 40 Nationen – Menschen, die wir gezielt nach Pirmasens eingeladen haben. Sie pflegen und umsorgen uns und retten uns im Ernstfall das Leben. Solche Menschen finden wir nicht nur im Krankenhaus, sondern in allen Bereichen unserer Gesellschaft – in Unternehmen, Behörden Vereinen und vielen weiteren Einrichtungen. All das sind Menschen, die unseren Respekt verdienen. Ganz gleich, ob sie in Pirmasens oder anderswo in Deutschland oder der Welt geboren wurden“, betonte Zwick.
„Mit unserem Pirmasenser Weg nehmen wir die Menschen in die Pflicht. Wir verpflichten sie zur aktiven Mitwirkung. Zum Besuch eines Orientierungskurses. Zur Aufnahme gemeinnütziger Arbeit, zum Beispiel in unseren Parks und Grünflächen. Und letztlich auch zu „echter“ Arbeit. Bis zum Nachweis einer mehrmonatigen Beschäftigung erhalten die Menschen in Pirmasens statt Bargeld eine „Bezahlkarte“. Auch hier war Pirmasens Vorreiter für andere Städte. Das Modellprojekt ist ein großer Erfolg. Es zeigt, dass die allermeisten der Flüchtlinge mitwirken, arbeiten und sich integrieren wollen. Sie erlernen dadurch schneller die deutsche Sprache, die Regeln unseres Zusammenlebens und stehen bald beruflich auf eigenen Füßen.“ Das Land Rheinland-Pfalz hat den Pirmasenser Weg kürzlich mit dem rheinland-pfälzischen Integrationspreis ausgezeichnet.
Kampf um bessere Finanzen
Der Oberbürgermeister sprach die weiterhin finanziell angespannte Lage der Stadt an und den Kampf mit dem Land und dem Bund um bessere Finanzen: „Nach wie vor können wir unsere Haushalte nicht ausgleichen. Allerdings haben wir bei unserem konsequent optimistischen Kampf zuletzt doch viel erreicht: Pirmasens wurden fast 300 Millionen Altschulden abgenommen. Im Sommer haben wir mit breiter Mehrheit des Stadtrates eine erneute Muster-Klage erhoben. Das Land hat darauf umgehend mit einer deutlichen Erhöhung des Finanzausgleichs für 2025 und 2026 reagiert. Das hat die Haushalte nicht gerettet, aber doch spürbar entlastet.“
Positive Entwicklungen in der Stadt
Markus Zwick verwies auf zahlreiche positive Entwicklungen in der Stadt, wie etwa das neue Jugendhaus, das in direkter Nähe zu Jugendherberge, Exe und Bahnhof entsteht, und die neue städtische Turnhalle des TVP in der Turnstraße sowie die rundum sanierte Landgraf-Ludwig-Realschule in der Alleestraße, die durch die Sanierung eines der schönsten Schulgebäude der ganzen Region geworden ist. Darüber hinaus soll in diesem Jahr noch der Spatenstich für die neue Stadtbücherei gefeiert werden. Auch dieses Projekt sei ein langgehegter Wunsch in Pirmasens, der endlich in Erfüllung geht.
„Insgesamt sind umfangreiche Investitionen in unsere Schulen geflossen: in das Leibniz-, Kant- und Hugo-Ball-Gymnasium, die BBS, die Käthe-Dassler-Realschule sowie in die Grundschulen. Nicht zuletzt wurde auch der südliche Teil der Hauptstraße saniert und für den Verkehr freigegeben - eine Chance, diesen Bereich der Innenstadt neu zu beleben, bei dem die Stadt auch durch Immobilienankäufe selbst Impulse setzen möchte“, so Zwick.
Respekt und Anerkennung
„Lassen Sie uns in Pirmasens bitte weiterhin respektvoll miteinander umgehen“, forderte der Oberbürgermeister. „Jung und Alt, Menschen unterschiedlicher Herkunft, Arm und Reich. Zeigen wir all jenen Menschen Respekt und Anerkennung, die täglich für unsere Stadtgesellschaft da sind: den Polizistinnen und Polizisten, Pflegekräften, Müllwerkerinnen und Müllwerkern, Verkäuferinnen und Verkäufern, Reinigungskräften und vielen anderen mehr. Und vertrauen wir auf unsere Stärken, auf die Stärken unserer Stadt: eine großartige Stadt mit engagierten Menschen, die schwierige Zeiten überstanden und sich immer wieder neu erfunden haben. Mit diesem Respekt und dem Vertrauen in uns selbst und andere werden wir Pirmasens gemeinsam in eine positive Zukunft führen“, betonte Markus Zwick. „Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien Gesundheit, Glück und Erfolg für das Jahr 2026. Gott schütze Pirmasens.“
Für Unterhaltung sorgte die Hip-Hop-Formation „Tayo“ vom Pirmasenser Kami Dance-Studio mit einer energiegeladene Choreografie. Moderiert wurde die Veranstaltung von Michael Daub, der humorvoll und charmant durch den Abend führte.
Autor:Frank Schäfer aus Pirmasens |
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