Neueröffnung in Zhanjiang: BASF setzt auf Aufholjagd in China
- BASF ist er weltgrößte Chemiekonzern.
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Ludwigshafen / Zhanjiang. Für BASF bedeutet die Eröffnung eines neuen Großwerks in Zhanjiang in Südchina einen strategisch wichtigen Schritt in einem der härtesten Chemie-Märkte der Welt.
Der deutsche Chemiekonzern BASF hat nach fast sechs Jahren Bauzeit seinen neuen Verbundstandort in der Küstenstadt Zhanjiang eröffnet. Konzernchef Markus Kamieth sprach vor chinesischen Regierungsvertretern von einem Signal für globale Zusammenarbeit trotz zunehmender politischer Spannungen.
Stärkung im wichtigsten Wachstumsmarkt
Mit dem Standort will BASF seine Position in China deutlich ausbauen. Rund die Hälfte der weltweiten Chemie-Nachfrage entfällt auf die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Bislang erzielt BASF dort etwa 14 Prozent des Konzernumsatzes.
Das Werk in Zhanjiang versorgt vor allem den Süden des Landes. Die Region gilt aus Sicht des Unternehmens als unterversorgt. Mit Investitionen von rund 8,7 Milliarden Euro handelt es sich um die größte Einzelinvestition in der BASF-Geschichte.
Zweiter Verbundstandort in China
Zhanjiang ist nach Nanjing der zweite große Verbundstandort von BASF in China. Während das Werk in Ostchina gemeinsam mit dem staatlichen Konzern Sinopec betrieben wird, ist Zhanjiang ein eigenständiger Standort. Ziel ist es auch, die wirtschaftsstarke Provinz Guangdong mit ihren zahlreichen Industriekunden besser zu erreichen.
Späterer Gewinn als geplant
Das Projekt geht auf Vereinbarungen aus der Zeit der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück. Seitdem hat sich das Marktumfeld jedoch spürbar verschlechtert. Starker Wettbewerb und niedrige Preise setzen die Margen unter Druck.
Kamieth sagte am Sonntag in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, dass sich die Investition später als ursprünglich geplant rechnen werde. Der Markt sei aktuell überversorgt. Die Profitabilität liege in den ersten Jahren deutlich unter den Erwartungen.
Risiken und Absicherung
Kritiker warnen vor einer stärkeren Abhängigkeit von China und verweisen auf geopolitische Risiken sowie Menschenrechtsvorwürfe. Auch ein möglicher Konflikt um Taiwan gilt als Unsicherheitsfaktor für globale Lieferketten.
BASF betont, Risiken laufend zu bewerten. Der Standort verfügt über einen eigenen Tiefseehafen und produziert ausschließlich für den chinesischen Markt. Die Energieversorgung erfolgt nach Unternehmensangaben zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Der CO2-Fußabdruck soll dadurch rund 50 Prozent niedriger liegen als an anderen Verbundstandorten. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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