Schutzzaun auf hunderten Kilometern: Rhein-Pfalz-Kreis wappnet sich und Nachbarstädte vor Schweinepest

Das Team des Maschinenrings. Es stellt die Elektrozäune ist rasantem Tempo.  | Foto: Julia Glöckner
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Rhein-Pfalz-Kreis/Ludwigshafen. Rheinland-Pfalz schützt sich mit Elektrozäunen entlang des Rheins und an den großen Autobahnen vor Wildschweinen, die die Afrikanische Schweinepest weiter ins Land tragen könnten. Denn die gefährliche Tierseuche breitet sich in Teilen Deutschlands weiter aus. Die Lage im Bundesland ist stabil. Doch LU, Frankenthal und der Kreis sind gefährdete Zonen.

„Es ist ein Bollwerk von Mainz bis Ludwigshafen, mit dem die Schweinepest aufgehalten werden kann“, erklärt Alexander Siebenlist, Mitarbeiter im Landesumweltamt, bei der Pressekonferenz auf dem Feld westlich von Oggersheim. Breitet sich die für Schweine tödliche Schweinepest, die für Menschen ungefährlich ist, weiter aus und geht auf Viehhöfe über, werden die wirtschaftlichen Schäden in der Landwirtschaft in Milliardenhöhe liegen. Dann werden auch ganze Liefer- und Wertschöpfungsketten in der Pfalz zusammenbrechen. Laut Siebenlist werden etwa Metzgereien sowie Zulieferbetriebe für Futtermittel betroffen sein.

Auch Agrarwirte leiden dann, denn ihre Felder dürfen sie dann nur noch eingeschränkt bewirtschaften und müssen im Worst-Case Heuernten auf den Feldern lassen, wie das schon in Ostdeutschland im Kreis Görlitz passiert. Deshalb muss die Bevölkerung ihren Teil zur Eindämmung beitragen.

Der neu gestellte Elektrozaun, der entlang der A61 zwischen Alzey und Ludwigshafen sowie entlang der A650 bis Mannheim steht, schützt als Wall vor allem das größte Waldgebiet Deutschlands. „Wenn die Seuche im Pfälzerwald ankommt, kann man sie nicht mehr aufhalten“, so Siebenlist. Die Elektrozäune verhindern, dass infizierte Tiere oder erkrankte Tiere aus dem Kerngebiet weiterwandern. Der Rhein-Pfalz-Kreis sowie Ludwigshafen und Frankenthal gelten als gefährdete Gebiete. Denn im Nachbarlandkreis Alzey-Worms und Mainz-Bingen gab es Funde von verendetem Fallwild, das das Virus in sich trug. „In Bad Dürkheim war ein Hausschweinbestand betroffen. Das war jedoch ein singulärer Ausbruch, der andere Gründe hatte als die Übertragung vom Wildschwein“, erklärt Frithjof Koithan, Amtstierarzt beim Kreisveterinäramt.

Geschlossener Schutzwall

Weitere Zäune sind bereits gestellt: Ein rund 50 Kilometer langer Zaun verläuft entlang der A63 sowie der A60 zwischen Nieder-Olm und Alzey. Ein Elektrozaun zwischen Mainz und Rheindürkheim ist schon entlang des Rheins gestellt. Im Radius um den Fundort der befallen Population wurden innerhalb kürzester Zeit ein Zaun gebaut.

„Die infizierten Tiere bei Alzey sind durch einen Wall eingesperrt“, erklärt Siebenlist. Für den Elektrozaun, der die Lücke zwischen Rheindürkheim und Mannheim schließt und damit den weiteren geschlossenen Wall um die Kernzone vollendet, gab es die Ortsbegehung schon. Der Bau beginnt in Kürze. „Ein Wall rüber nach Hessen entlang des Rheins war wichtig, weil Hessen durch Fallwildfunde als stark betroffen gilt. Wildschweine können gut schwimmen“, sagt Siebenlist.

Dass das Zäune Stellen in wenigen Wochen und Monaten möglich war, ist dem Bauern- und Winzerverband zu verdanken. Höfe und die Landwirtschaftsfirma Maschinenring stellten Personal, Maschinen und berieten die Verantwortlichen aus den Ministerien und Behörden des Rhein-Pfalz-Kreises, der verantwortlich ist für die Eindämmung in LU, FT und dem Kreis.

Die E-Zäune sind aber auch keine Wunderwaffen, denn es sind keine unüberwindbaren Barrieren. „Deshalb werden zunächst Elektrozäune gebaut, die dann durch feste Zäune ersetzt werden“, so Siebenlist. Mit den Elektrozäunen will man im Sinne des Tierschutzes zunächst flexibler auf Hochwasserlagen in Frühling reagieren. Feste Zäune werden dann aufwendig einen Meter in den Boden eingegraben, was vorab Kampfmitteluntersuchungen und Prüfung auf Wasserleitungen durch Bauingenieure erfordert.

Weitere Maßnahmen

Zudem sind Kadaverspürhunde im Einsatz und Drohnen, die mit Wärmebildkameras ganz Rheinland-Pfalz überfliegen, um Wildschweinpopulationen zu lokalisieren. So lassen sich Maßnahmen planen und anpassen, die Situation wird kontrollierbar. „Die untere Jagdbehörde steht in engem Kontakt mit den Jägern und zahlt jetzt eine höhere Aufwandsentschädigung für jedes geschossene Wildschwein“, sagt Landrat Clemens Körner. Ausgedehntere Jagd könnte jedoch dazu führen, dass die Schweine abwandern und sorge so für Unwägbarkeiten bei der Übertragung, so Siebenlist. Deshalb setze man bislang auf Anfüttern, um die Tiere am Ort zu halten.

Die Technik mit Quad und Werkzeug ermöglichst den schnellen Zaunbau | Foto: Julia Glöckner
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Bürger in Verantwortung

Es gibt Tore für Landwirte, Angler und Fußgänger durch die Wälle. Auch gelten weiterhin die schon strengen Regeln in den Zonen. Hunde müssen angeleint bleiben. Die Zäune sollte man nicht queren, denn die Stromschläge sind schmerzhaft und man könnte so zum Überträger der Viren in gefährdete Gebiete werden. Lebensmittelreste sollten nicht in öffentlichen Mülleimern entsorgt werden, sondern zuhause. Es gilt in Frankenthal, LU und den meisten Teilen des Kreises eine Anleinpflicht für Hunde. Fußgänger müssen auf den Wegen bleiben. Nicht überall ist Pilze Sammeln erlaubt. Weil die infizierten Zonen für Bürger schwierig zu überblicken sind, sollte man dieses Jahr ganz davon absehen und beim Aufenthalt in der Natur eigenverantwortlich handeln. Kadaverfunde sind umgehend dem Veterinäramt oder der unteren Umweltbehörde zu melden. Für Landwirte gelten strenge Meldepflichten für Hausschweine und Hygieneregeln. jg/red

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Autor:

Julia Glöckner aus Ludwigshafen

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