Helmut Buchholz Touren 2026 zur städtebaulichen Geschichte und Zukunft
- Die City West könnte durch Neubebauung, neue Erlebniszonen am Fluss und die Erweiterung von Grünräumen Aufwertungsprozesse in Gang setzen und damit auch städtebauliche Aufwärtstrends anstoßen.
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Ludwigshafen. Seit 2018 führt Künstler und studierter Stadtplaner Helmut Buchholz durch die Stadt, die nach seinen Worten „nicht ganz so ist, wie es manche Hochglanzbroschüren erzählen möchten." Doch angesichts der vielen Baustellen, die auf Veränderung, Sanierung und städtebaulichen Wandel hinweisen, richtet Buchholz den Blick genau darauf, also auf das Neue, das entsteht. Gleichzeitig argumentiert er, warum mancherorts dringend noch mehr getan werden müsse.
„Für Ludwigshafen gibt es gute Ideen und Konzepte, die eine lebenswerte Zukunft versprechen. ISEK zeigt, dass einige Projekte für eine positive Zukunft der Stadt möglich sind. Die Stadtführungen 2026 werden daran anknüpfen und untersuchen, ob und wie es die Stadt schaffen kann (und will), aus dem Schlamassel der ständigen Krisen etwas Positives zu schaffen“, sagt Buchholz. Zudem zeigen sie die Einzigartigkeiten der Stadt auf und will Impulse geben, die der Stadt und ihren Bewohnern zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen.
Montag, 1. Juni: Besuchen Sie die Orte, solang es sie noch gibt
Die Stadt ist im Wandel. „Zu Beginn der diesjährigen Touren wird eine Auswahl an Gebäuden, Plätzen und Institutionen präsentiert, die es vielleicht bald nicht mehr gibt. Der Korkturm, die Tortenschachtel, das BASF-Hochhaus und aktuell der Würfelbunker und das Rathaus-Center sind Beispiele dafür, dass auch Wahrzeichen der Stadt nicht sicher sein können. Was wird etwa aus der Eberthalle?“, sagt Buchholz. „An diesem Abend werden Überlegungen angestellt, was denn an die Stelle solcher Orte kommen könnte. Oder was zu tun ist, um solch liebgewordene Symbole unserer Stadt künftig zu erhalten. Die Tour findet mit dem Rad statt. Start ist um 18.30 Uhr mit dem Rad am Rathausplatz am Lichttor.
Mittwoch, 17. Juni: Klima von unten
„Die Erde erwärmt sich viel zu schnell und man hat den Eindruck, es wird viel zu wenig getan, um das zu verhindern. Die Corona-Zeit hat gezeigt, dass eine gewisse Erholung der Erde auch kurzfristig möglich ist. Wenn man so etwas denn will. Auch im Kleinen kann einiges getan werden. Flächenentsiegelung, mehr Bäume in der Stadt, Frischluftschneisen, besserer ÖPNV, attraktive Gehwege. Auf dieser Tour soll demonstriert werden, wo ohne allzu großen Aufwand lokale Klimaverbesserungen im Herzen der Stadt realisiert werden können“, erklärt Buchholz. „Um das alles zu realisieren, brauchen wir in unseren Innenstädten ein generelles Umdenken in der Politik, der Verwaltung und auch in der Bevölkerung. Das Inselsommer-Festival, wo die heutige Tour startet ist ein Beispiel, wo man sich bereits auf den Weg gemacht hat“. Start ist zu Fuß um 18.30 Uhr auf der Parkinsel, beim Festivalgelände Inselsommer.
Do, 25.Juni: Open Art XII
Im Rahmen seiner Atelierabende lädt Helmut van der Buchholz einmal jährlich zu einer kommentierten Führung rund um das Wilhelm-Hack-Museum und präsentiert Kunstwerke im öffentlichen Raum. „Neben bekannten Highlights werden auch unbekannte Beispiele gezeigt, die (zu unrecht?) ein Schattendasein im Verborgenen fristen. Und es wird erläutert, warum dies so ist“, sagt Buchholz. „Kunst im öffentlichen Raum unterscheidet sich in vielfältiger Weise von der in Museen und Galerien oder gar hinter Schloss und Riegel.“ 2026 geht es mit dem Rad durch die Innenstadt. Der Abend wir eine Mischung aus Populärwissenschaft, Vortrag, Sightseeing und Performance. Start ist um 18.30 Uhr zu Fuß am Museumsgarten, Hans-Klüber-Platz.
Donnerstag, 9. Juli: Die Haltestellen-Tour
Neben den funktionalen Aspekten (Wetterschutz, Sitzgelegenheit) an Haltestellen. Wartezonen gibt es auch noch andere Faktoren, mit denen man einen Aufenthalt attraktiv machen kann. „Mit etwas Elan, ein wenig Begrünung oder ansprechendem Farbdesign kann man auch Wartebereiche zu attraktiven Begegnungsstätten machen. Hier soll an mehreren Beispielen in der Innenstadt untersucht werden, ob das gelungen ist“, sagt Buchholz. Start ist um 19 Uhr zu Fuß an der Haltestelle Gartenstraße.
Mittwoch, 5. August: Perlen am Rhein
Helmut van der Buchholz unternimmt eine Tour durch die erweiterte Innenstadt und präsentiert seinem staunenden Publikum einige wunderschöne Perlen. „Es wird ästhetisch, romantisch, und vielleicht sogar idyllisch“, sagt Buchholz. „Man muss nur lernen, etwas genauer hinzuschauen. Garniert wird all das mit einigen kompetenten Erklärungen. Start ist um 18 zu Fuß am Europaplatz.
Donnerstag, 13. August: Le Piazze di Ludwigshafen
„Eine Piazza ist viel mehr als nur ein Platz, sie ist das soziale, kulturelle und architektonische Herz einer Stadt. In Italien ist sie daher oft besonders aufwendig gestaltet“, erklärt Buchholz. Der studierte Stadtplaner nimmt die Plätze in den Blick, analysiert welche gut funktionieren und welche nicht angenommen wurden. Gleichzeitig benennt er die Gründe dafür und erläutert Nachbesserungspotenziale. Start der Tour ist zu Fuß um 18 Uhr am Schützenplatz.
Donnerstag, 17. September: Nebenan isses auch nicht besser 3.0
„Auch 2026 gibt es einen fröhlichen Ausflug in die Mannheimer Innenstadt, bei dem es wieder einiges zu entdecken gibt, das thematisch in eine „Ugliest City Tour“ passen würde“, sagt Buchholz. „In den Quadraten, im Jungbusch oder im Hafengebiet muss man nicht lange suchen. Und wer weiß, vielleicht ist der eine oder die andere am Ende ganz froh, wieder in Ludwigshafen zu sein.“ Start ist mit dem Rad um 18.30 Uhr am Berliner Platz, Tourist Information.
Montag, 28. September: Der Klassiker
Entlang der ersten Version von Germany’s Ugliest City Tours von 2018 verläuft der Klassiker unter den Touren, ein kommentierter Spaziergang durch die Innenstadt von Ludwigshafen. „Hier geht es vorbei an peinlichen Bausünden, verlassen anmutendem Leerstand und deutlichen Fehlplanungen, hin zu traurigem Abstandsgrün und – warum auch immer - verwahrlosten Plätzen“, sagt Buchholz. „Dazu werden fachkundige Mutmaßungen darüber serviert, wie dies alles so kommen musste und ob ein gewisser Teil davon gar gewollt war. Und auch ein paar Ideen, wie man vielleicht herauskommt aus diesem Schlamassel“. Start ist um 18 Uhr am Danziger Platz, am Brunnen.
Die Touren dauern zirka 2 Stunden, sind kostenfrei und finden bei fast jeder Witterung statt. Eine anschließende Einkehr mit Raum & Zeit für Diskussionen ist nicht ausgeschlossen. Eine Anmeldung zu den einzelnen Touren ist nicht erforderlich, aber über helmut@helmutvan.de möglich. jg
Autor:Julia Glöckner aus Ludwigshafen |
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