Abriss der Pilzhochstraße
Durchbruch am Berliner Platz für Juli erwartet

Die Hochstraße Süd in Ludwigshafen | Foto: Tim Altschuck
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Pandemie fordert Anpassungen an Zeitplan – Neubau-Planung läuft parallel

Ludwigshafen. Wenn alles weiter planmäßig läuft, erfolgt in der ersten Julihälfte der Abbruch des ersten Abschnitts der Pilzhochstraße. Im Anschluss daran kann die Verbindung zwischen Mundenheimer Straße und Berliner Platz wiederhergestellt werden. Unter großen Sicherheits- und Schutzvorkehrungen wegen der Corona-Pandemie wurde in den vergangenen Wochen auf der Baustelle an der Pilzhochstraße weitergearbeitet, um den Abriss vorzubereiten. "Trotz schwierigster Rahmenbedingungen und großer Herausforderungen stehen wir im wahrsten Wortsinn vor einem Durchbruch", erklärt Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck.
Mitte Juni werden alle Stützen derart in Position gebracht sein, dass das erste große und wichtigste Teilstück der Pilzhochstraße so gesichert und abgestützt ist, dass der risiko- und erschütterungsarme Abbruch begonnen werden kann. Dazu müssen auch die benachbarten Brückenteile zur Sicherheit ebenfalls abgestützt sein. Auf dem Teilstück selbst wird zunächst der Asphalt abgefräst. Die Stadtverwaltung rechnet daher mit dem tatsächlichen Abriss des rund 120 Meter langen Brückenteils in den ersten beiden Juli-Wochen. Nach den umfangreichen und zeitintensiven Sicherungs- und Vorbereitungsarbeiten dauert der eigentlich Abriss des Teilstücks dann nur zwei Wochen. Daher wird, angepasst an die Arbeiten, an einem Wochenende im Juli die Auffahrt zur Konrad-Adenauer-Brücke gesperrt werden. Die Stadtverwaltung wird frühzeitig über das genaue Datum informieren.

Sobald der Abriss erfolgt und die Trümmerteile weggebracht worden sind, beginnen Stadtverwaltung und Verkehrsbetriebe die Verbindung zwischen Mundenheimer Straße und Berliner Platz wiederherzustellen. Im August, am Ende der Sommerferien, könnten dann Fußgänger, Radfahrer und Busse die Straße wieder nutzen. Um den Autoverkehr zu organisieren, müssen Ampelanlagen wieder errichtet, für die Straßenbahnen müssen die Oberleitungen wieder hergestellt werden. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass Autos und Bahnen frühestens Anfang September und spätestens Ende September wieder passieren können. Parallel dazu werden die Arbeiten westlich des dann abgerissenen Teilstücks weitergeführt. Auch hier werden die abzureißenden Brückenteile wiederum abgesichert und unterstützt, bevor sie tatsächlich abgebrochen werden können. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass die komplette Pilzhochstraße frühestens im Oktober abgerissen sein wird.

Baustellenplanung wegen Corona neu koordiniert

Vor allem die Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen und Beschränkungen hat die Arbeiten auf der Baustelle teilweise erheblich eingeschränkt, was in der Folge Konsequenzen für den Zeitplan hat. Im März musste das komplette Baustellenmanagement im Zuge der Corona-Ausbreitung und der damit einhergehenden Vorkehrungen komplett überdacht und neu koordiniert werden. Zu den getroffenen Schutzmaßnahmen zählen der größere Abstand der Beschäftigten voneinander, strenge Hygienevorschriften, eine sehr geringe Flexibilität beim Personaleinsatz oder aufwändige Besprechungen per Telefon statt Baubesprechungen direkt vor Ort. Bis zum 22. April wurden so unter erschwerten Bedingungen 23 Stützen in Position gebracht.

Zuvor hatten die Bauarbeiter und -ingenieure vor Ort mit den handwerklich und technisch hohen Anforderungen zu tun, die mit dem Bau der Stützkonstruktionen einhergingen. Da es sich dabei um ein neues Verfahren in Verbindung mit in Handarbeit gefertigten Stützkonstruktionen handelte, mussten immer wieder Anpassungen vorgenommen und Erfahrungen gesammelt werden. Auch mussten die technischen Lösungen der Abbruchfirma in Absprache mit dem Prüfstatiker angepasst werden, um die erforderlichen Sicherheitsaspekte zu gewährleisten. Diese kontinuierlichen Anpassungen müssen zwischen Stadtverwaltung und dem beauftragten Unternehmen verhandelt werden. Bauwerk und Abrissverfahren gelten tatsächlich als Unikate und sind mit nichts vergleichbar. Daher haben die städtischen Ingenieure gemeinsam mit der Baufirma und den Handwerkern ein besonderes Verfahren entwickelt.

 "Wir werden nichts riskieren, Sicherheit geht vor"

"Sicherheit und Gesundheit gehen immer vor. Wir befinden uns durch Corona in einer absolut außergewöhnlichen Situation, die uns zwang und zwingt, Abläufe und Zeitplanungen ständig so zu überdenken und anzupassen, dass sie verantwortungsvoll für alle Beteiligten sind und den staatlichen Vorgaben zum Gesundheitsschutz entsprechen", erläutert Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck. Die OB äußert Verständnis dafür, dass sich Bürger sowie Handel und Gewerbe vor Ort fragten, wann der Abriss nun tatsächlich erfolgen könne. Sie wisse aber auch, dass die Menschen Verständnis haben angesichts der außergewöhnlichen Umstände aufgrund der Pandemie. OB Steinruck: "Wir unternehmen, was in unserer Macht steht und was verantwortungsvoll vertretbar ist, damit die Vorbereitungen zügig voranschreiten und der Abbruch beginnen kann. Wir haben unter den gegebenen Bedingungen einen realistischen Zeitplan berechnet. Uns allen ist daran gelegen, trotz der wirklich sehr schwierigen Rahmenbedingungen durch die Pandemie, bei diesem für Stadt und Region so wichtigen Infrastrukturvorhaben einen großen Schritt voranzukommen. Insofern stehen wir tatsächlich kurz vor dem Durchbruch. Wir werden aber auch nichts riskieren. Wir haben von Beginn an auf Sicherheit und Risikoarmut gesetzt – und in dieser aktuellen Situation machen wir das umso mehr".

Die OB dankte allen an der Baustelle und der Pilzhochstraßen Arbeitenden: "Wir arbeiten als Verwaltung seit Wochen rund um die Uhr, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Parallel dazu koordinieren wir das Baustellenmanagement, um den Fortschritt der Arbeiten zu gewährleisten – auf einer der ungewöhnlichsten Baustellen, die Ludwigshafen je hatte. Die anfänglichen Probleme im Bereich der Zulieferung und des handwerklich-technischen Zusammenbaus der Stützen sind gelöst. Wir arbeiten zügig weiter und wir informieren die Öffentlichkeit", sagte die OB. Ihr Dank gelte besonders all denjenigen, die unter erschwerten Bedingungen auf der Baustelle ihre Arbeit machten. Immer wenn Neuerung oder Entwicklungen einträfen, würde die Öffentlichkeit umfassend informiert. Dabei bleibt es auch – trotz Corona-Pandemie.

Informationsangebot wird weiterentwickelt

Angesichts der Pandemie wird die Stadtverwaltung ihr Informations- und Beteiligungsangebot ebenfalls anpassen und weiterentwickeln. "Digitalen Informations- und Beteiligungsangeboten wird künftig noch eine größere Bedeutung zukommen. Daran arbeiten wir zurzeit. Wir werden aber trotzdem nicht die persönlichen Gesprächs- und Informationsangebote vernachlässigen. Wir machen uns intensiv Gedanken, wie wir diese Form der Kommunikation mit den Bürgern sowie dem Handel vor Ort weiterhin sicher führen“, betont die OB. Vor Beginn der eigentlichen Abbrucharbeiten wird die Stadtverwaltung daher eine weitere intensive Phase der Bürgerinformation starten.
Sondersitzung zur Neubauplanung im Septemb
er
Parallel zum Abriss des ersten Teilstücks laufen innerhalb der Stadtverwaltung die Vorbereitungen für den Ersatzbau der Pilzhochstraße. Kommende Woche soll das Vergabeverfahren in Gang gesetzt werden. "Unser Ziel ist es, in seiner Sondersitzung des Stadtrates im September die Planungen zu vergeben", blickt OB Steinruck nach vorne. ps

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Autor:

Kim Rileit aus Ludwigshafen

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