Baustellenrundgang: Abbrucharbeiten am Turmskelett beginnen im Mai

Das Skelett des Rathausturms | Foto: Julia Glöckner
23Bilder
  • Das Skelett des Rathausturms
  • Foto: Julia Glöckner
  • hochgeladen von Julia Glöckner

Ludwigshafen. Die Treppen im Rathausturm sind mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Überall im Gebäudekomplex laufen Fräsmaschinen. Verdreckte Konferenzstühle sind Relikte aus einer Zeit, als im Rathauscenter noch Ratssitzungen stattfanden. Sie erinnern daran, dass Turm und Center mal die prominentesten Gebäude in der City waren. Heute sind sie stumme Zeugen der Vergangenheit, für die Schadstoffsünden der 60er Jahre.

Von Julia Glöckner

Klaus Möller, leitender Ingenieur auf der Abrissstelle, führt am Donnerstagmorgen durchs Skelett des Rathausturms und das Center. Auch der Schadstoffgutachter Bastian Herrmann ist mit dabei und beantwortet die Fragen der 15 Journalisten, die an diesem Morgen der Einladung gefolgt sind.

Viele Materialien aus den 60ern sind schadstoffbelastet, wie etwa Dichtungen an Rohren und Fenstern, die Asbest enthalten. Oder der Beton, den man lange mit Farben vor der Abnutzung schützte, die PBC und andere gefährliche Stoffe enthielten. „Die schadstoffhaltigen Schichtungen werden zum Beispiel in Tanks mithilfe von Lösungen abgebeizt. Der Beton wird so schadstofffrei aufbereitet, um ihn für den Bau der Helmut-Kohl-Allee zu verwenden“, erklärt Herrmann. Insgesamt sind mehr als 1.500 Quadratmeter Betonflächen im Gebäudekomplex schadstoffbelastet. BTXe, die bis Mitte der 70er Jahren noch in Farben verwendet wurden, dürfen nicht ins Grundwasser gelangen. Heute weiß man, dass sie potenziell krebserregend sind.

Auch die schädliche Mineralwolle, mit der viele Innenwände im Komplex gedämmt wurden, trennt die Abbruchfirma vom Beton. „Durch das Abschleifen der Klebereste spart der Bauherr teure Entsorgungskosten“, erklärt Herrmann. Pro Tonne Beton spart man durch die akribische Entfernung der Schadstoffe 700 Euro ein. Für Schadstoffmüll nehmen Wirtschaftsbetriebe viel Geld. Ohne sogenannten Schadstoffsanierung lägen die Kosten im dreistelligen Millionenbereich – dies wäre heute durch die strengen Regeln fürs Recycling beim Rückbau zudem gesetzeswidrig. Jeder Rohanstrich, jede Betonfläche, jedes Dämmmaterial wird auf Schadstoffbelastung untersucht.

„So wie das Gebäude aufgebaut wurde, wird es rückgebaut. Ein ganzes Team aus Ingenieuren, wie etwa Gebäudetechniker, Schadstoff- und Hochbauexperten, arbeitet daran“, sagt Möller. Arbeiter fräsen derzeit Boden und Decken des Centers ab. Durch integrierte Sauger an den Fräsmaschinen entsteht wenig Staub. „Die gute Planung, die 15 Monate dauerte, spiegelt sich jetzt in den terminlichen Ergebnissen wider“, sagt Möller. Die Arbeiten liegen gut in der Zeit. Damit bleiben auch die Kosten voraussichtlich niedriger als ursprünglich angesetzt, also deutlich unter 80 Millionen Euro.

Auf dem großen Umschlagplatz zwischen Center, Turm und Parkhaus, Warenhof Ost genannt, schaufeln Bagger das Abbruchmaterial in Container für den Abtransport. Bis zu 100 Mitarbeiter arbeiten aktuell auf der Baustelle – je nachdem wieviel Arbeit pro Woche anfällt.

Wenn alle Schadstoffe entfernt sind, beginnt ab April der Betonabbruch mit Baggern und der Rückbau des Asphalts – auf 200.000 Quadratmetern. Das Fassadengerüst am Turm wird von April bis Mai gestellt. Ab Ende Mai knabbern dann Minibagger den Beton auf den oberen Etagen ab. Sie arbeiten sich am Turm nach unten. Das Abbruchmaterial wird über eine Schuttmulde nach unten gebracht. Eine Metallrampe, ähnlich wie es sie in Parkhäusern gibt, ermöglicht den Baggern, Etage um Etage nach unten zu fahren.

Ab Etage 8 bis 10 ist der Betonabbruch von unten möglich. Ein Longfrontbagger mit langen Armen bricht mit Scheren das Material ab – voraussichtlich ab Juli oder August, wenn die Minibagger ihre Arbeit getan haben. Ab April beginnt er schon am Gebäudeteil des ehemaligen Saturns. Im Frühling oder Frühsommer 2026 soll das Rathauscenter Geschichte sein.jg

Rathaus-Center Ludwigshafen: Denkmal futuristischer Stadtplanung
RatgeberAnzeige

Kieser in Mannheim - für starke Muskeln und Ihre Gesundheit

Kieser Mannheim bedeutet mehr als Fitness: Mit Kieser stärken Sie gezielt Ihre Muskeln und fördern Ihre Gesundheit, Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit. Sie begleiten uns jeden Tag durchs Leben und sind weit mehr als nur für Bewegung zuständig: Unsere Muskeln beeinflussen Gesundheit, Haltung, Belastbarkeit und Wohlbefinden. Wer seine Muskulatur gezielt stärkt, schafft eine wichtige Grundlage für mehr Leistungsfähigkeit und einen aktiven Alltag. Unsere Muskeln bewegen uns und tragen uns durch...

Wirtschaft & HandelAnzeige
K&K Fleischhandel in Ludwigshafen steht seit 30 Jahren für Qualität, Tradition und ein vielseitiges Sortiment aus Fleisch, Wurst, Feinkost und Fisch. | Foto: K&K Fleischhandel
2 Bilder

Metzger Ludwigshafen: K&K Fleischhandel steht für 30 Jahre Qualität und Tradition

Metzger Ludwigshafen: Die Metzgerei K&K Fleischhandel steht seit 30 Jahren für Qualität, frische Wurst, hochwertiges Fleisch und persönlichen Service. Die K&K Fleischhandel GmbH in Ludwigshafen feiert im Jahr 2026 ihr 30-jähriges Bestehen. Das Unternehmen steht seit drei Jahrzehnten für Qualität, Verlässlichkeit und persönlichen Service im Bereich Fleischhandel, Wurstwaren und Feinkost. Gegründet wurde K&K von Frank Kühner und Heiko Klawonn. Was einst in Ludwigshafen-Friesenheim begann,...

Wirtschaft & HandelAnzeige
Pflegefachkraft Rockenhausen: Das Evangelische Diakoniewerk Zoar steht für professionelle Betreuung, Teamgeist und berufliche Entwicklung. | Foto: Evangelisches Diakoniewerk Zoar, KI-generiert
2 Bilder

Pflegefachkraft Rockenhausen: Zoar bietet Perspektiven

Pflegefachkraft Rockenhausen. Das Evangelische Diakoniewerk Zoar überzeugt als Arbeitgeber mit gewachsenem Profil und klarer sozialer Haltung.  Rockenhausen. Das Evangelische Diakoniewerk Zoar ist mit 16 Standorten in der Pfalz und in Rheinhessen vertreten, in der Pfalz mit Einrichtungen zwischen Rockenhausen über Kusel und Kaiserslautern bis nach Ludwigshafen. 1.600 Mitarbeitende sind bei dem Unternehmen beschäftigt. In der Pflege, in der Assistenz und in der Betreuung bietet Zoar damit nicht...

Wirtschaft & HandelAnzeige
Bachelor Mannheim: Die VWA Rhein-Neckar verbindet Fachwirt, Betriebswirt (VWA) und Bachelor in einem berufsbegleitenden Studienmodell mit staatlichem Hochschulabschluss. | Foto: VWA Rhein-Neckar e.V.
2 Bilder

Bachelor Mannheim: VWA Rhein-Neckar bietet stufenweisen Weg zum Hochschulabschluss

Bachelor Mannheim: Das berufsbegleitende Studienmodell an der  VWA Rhein-Neckar verbindet Fachwirt, Betriebswirt (VWA) und Bachelor – mit überschaubaren Etappen, transparenten Gebühren und Abschlüssen staatlicher Hochschulen. Am besten gleich die detaillierten Infos dazu lesen. Und sich noch bis 27. August 2026 anmelden. Künstliche Intelligenz verändert den Bewerbungsprozess auf beiden Seiten: Bewerberinnen und Bewerber können in kurzer Zeit deutlich mehr Bewerbungen erstellen und versenden....

Autor:

Julia Glöckner aus Ludwigshafen

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

25 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Online-Prospekte aus Ludwigshafen und Umgebung



Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.