Rad- und Fußverkehrskonzept Ludwigshafen
VCD fordert mehr Geld und Tempo
- In der Fußgängerzone Bismarckstraße sieht man das Dilemma im Fuß- und Radverkehr. Laut dem vorliegenden Konzept soll die Zone für Radfahrer freigegeben werden, obwohl die Straße stark von Fußgänger*innen genutzt und von Kindern bespielt wird. Grund ist die mangelnde Bereitschaft des Stadtrats und der Verwaltung, dem ruhenden und fließenden Kfz-Verkehr Flächen wegzunehmen. Der VCD lehnt eine Öffnung für Radverkehr ab, solange noch keine gute, sichere und schnelle Nord-Süd Verbindung durch den Stadtteil Mitte besteht.
- Foto: VCD Ludwigshafen
- hochgeladen von Dieter Netter
Der VCD Ludwigshafen-Vorderpfalz begrüßt das neue Rad- und Fußverkehrskonzept der Stadt. Es sei eine wichtige Grundlage für mehr Sicherheit und bessere Mobilität. Nun müsse die Stadt aber auch Geld bereitstellen und mit der Umsetzung beginnen.
Das Konzept enthält zahlreiche Maßnahmen für den Rad- und Fußverkehr. Es legt unter anderem Qualitätsstandards für den Fußverkehr fest und beschreibt ein besseres Radverkehrsnetz. Gut findet der VCD, dass viele Anregungen aus der Bürgerbeteiligung aufgenommen wurden.
„Das Konzept zeigt sehr konkret, wo Ludwigshafen beim Rad- und Fußverkehr besser werden muss. Das ist gut und längst überfällig“, sagt Helmut Buchholz, Vorsitzender des VCD Ludwigshafen-Vorderpfalz. „Jetzt kommt es aber darauf an, dass aus den vielen Vorschlägen auch sichtbare Veränderungen werden.“
VCD begrüßt fünf Euro pro Einwohner
Die Stadtverwaltung schlägt vor, künftig jährlich fünf Euro je Einwohner für den Fuß- und Radverkehr bereitzustellen. Das wären rund eine Million Euro pro Jahr. Der VCD sieht darin einen Fortschritt, hält die Summe aber langfristig für zu gering.
Zum Vergleich: Im Nationalen Radverkehrsplan werden für den Radverkehr allein 30 Euro je Einwohner und Jahr als Orientierungsgröße genannt. Dabei geht es sowohl um Investitionen als auch um weitere Maßnahmen.
„Mit fünf Euro pro Einwohner und Jahr lassen sich angesichts des großen Nachholbedarfs die nötigen grundlegenden Verbesserungen beim Radverkehr nicht schaffen“, sagt VCD-Vorstandsmitglied Dieter Netter. Wer bis 2040 ein durchgängiges und sicheres Netz für Rad- und Fußverkehr schaffen wolle, müsse langfristig mehr investieren.
Der VCD fordert deshalb einen verbindlichen Finanzierungs- und Umsetzungsplan bis 2040. Darin sollten auch Fördermittel von Bund und Land sowie die nötigen städtischen Eigenmittel berücksichtigt werden.
Gute Maßnahmen brauchen klare Ziele
„Ein Konzept dieser Größenordnung darf nicht bei einer Sammlung guter Ideen stehen bleiben“, sagt Buchholz. Aus Sicht des VCD braucht es klare Ziele, Prioritäten, Zuständigkeiten und Zeitpläne. Auch die dafür nötigen Haushaltsmittel müssten feststehen.
Positiv bewertet der Verband, dass die Verwaltung regelmäßig über die Fortschritte berichten soll. So könne überprüft werden, ob die Stadt ihre Ziele tatsächlich erreicht.
Jetzt ist der Stadtrat am Zug
Der VCD fordert den Stadtrat auf, das Konzept zu beschließen und eine ausreichende Finanzierung sicherzustellen.
„Ludwigshafen hat jetzt eine gute fachliche Grundlage. Was noch fehlt, sind der politische Wille und die finanziellen Mittel zur Umsetzung“, fasst Buchholz zusammen.
Der Verband warnt davor, dass Konzepte erstellt werden, deren Maßnahmen wie bei früheren Konzepten später nur teilweise umgesetzt werden. Diese Gefahr sieht er auch beim neuen Rad- und Fußverkehrskonzept und beim derzeit in Arbeit befindlichen Nachhaltigen Mobilitätsplan.
Der VCD unterstützt das Konzept daher grundsätzlich. Gleichzeitig fordert er eine verbindliche Umsetzung und eine ausreichende Finanzierung bis 2040.
Über den VCD Ludwigshafen-Vorderpfalz
Der 1992 gegründete Kreisverband setzt sich in Ludwigshafen, Frankenthal, Speyer und im Rhein-Pfalz-Kreis für eine umweltfreundliche, sichere und sozial gerechte Mobilität ein. Zu den Schwerpunkten gehören Fuß- und Radverkehr, öffentlicher Verkehr, Carsharing sowie mehr Grün und Aufenthaltsflächen in der Stadt.
Autor:Dieter Netter aus Ludwigshafen |
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