Handball - Eulen LU
Eulen Ludwigshafen bleiben nach Handballkrimi in der 2. Bundesliga
- Marc-Robin Eisel (links) und Tilo Müller
- Foto: Michael Sonnick
- hochgeladen von Michael Sonnick
Die Eulen Ludwigshafen bleiben nach einem Handballkrimi in der 2. Handball-Bundesliga.
Mit einem 29:27-Heimsieg im 4-Punkte-Spiel gegen den TuS Ferndorf landeten die Eulen Ludwigshafen vor 2.201 Zuschauern den entscheidenden Befreiungsschlag. Zur Halbzeit lagen die Eulen noch mit 12:15-Toren zurück.
Da TuSEM Essen zeitgleich in Lübbecke 29:30 unterlag haben die Eulen vor den letzten zwei Saisonspielen mit 24:40 Punkten 5 Zähler Vorsprung vor Essen. Das Spiel der Krefelder in Coburg am Sonntag ist für die Eulen nun tabellarisch nicht mehr wichtig. Bitter und tragisch die Verletzung von TuS-Rechtsaußen Josip Eres. Nach einem Zusammenprall mit Freddy Stüber knallte Ferndorfs Rechtsaußen folgenschwer auf die Platte. Kein Foul – nur Pech! Die erste Diagnose schockte TuS-Coach Ceven Klatt: „Schulter gebrochen, alle Bänder gerissen. Wenn das stimmt, wird er in diesem Kalenderjahr nicht mehr spielen.“ Für die „Eulen-Familie“ wünschte „Micha“ Haaß gute Besserung.
Die Eulen führen nach 52 Sekunden 1:0 durch Kian Schwarzer. Dann aber bricht das Unheil über die Eulen hinein. Sie finden kein Mittel gegen Sören Servos. Der Mittelmann trifft nach Belieben. Zur Pause hat er sechs Tore auf dem Konto. Can Adanir hat schon nach 15 Minuten sechs Paraden. Die Eulen haben erst in Minute 16 eine erste Parade von Mats Grupe. Er hat Žiga Urbič nach 12 Minuten abgelöst. In der 26. Minute und 28. kommt Urbič bei zwei Siebenmetern zurück. Einen Siebener von Eres pariert er. Die Serie von Fehlwürfen schlägt sich im Resultat nieder: 3:10 nach zehn Minuten, 6:12 nach 19 Minuten. Aber die Eulen kämpfen sich zurück ins Spiel und haben auch Pech. Bezeichnend der Innenpfostentreffer von Matteo Menges. Da prallt der Ball vom rechten an den linken Pfosten. Klasse der Steal von Theo Straub, den Schwarzer mit dem 11:14-Anschlusstreffer veredelt. Nach René Zobels starker Abwehr findet sein präziser Pass Theo Straub, der cool auf 12:15 verkürzt.
Phänomen Tilo Müller :
Ferndorf geht personell auch auf der letzten Rille. So steht Ex-Eule „Jule“ Meyer-Siebert wegen einer Leistenverletzung weiter nicht zur Verfügung. Tom Jansen ist nicht fit. Und dann auch noch der Schock ob der Verletzung von Eres. Die Eulen zeigen Moral. Mats Grupe kommt auf 12 Paraden, meistert beim Stand von 28:25 auch einen Mundus-Siebenmeter (58.15). Die Eulen leben von starken Außen: Alex Falk (4 von 4), Theo Straub (3 von 3), Kian Schwarzer (5 von 7). Großartig der 18 Jahre junge Tilo Müller (2 von 3) und 3 Assists. „Ein Phänomen, lobt Trainer „Micha“ Haaß den Youngster. In der 2. Halbzeit ist auch Marc-Robin Eisel wieder der Chef auf dem Parkett: 5 von 9 dazu 3 Assists. Und Vincent Bülow unterstreicht seine Klasse: 4 von 5. „Micha“ Haaß atmet auf und durch: „Mission erfüllt!“ Beim Trainer-Talk im Foyer wurde er gefeiert!
Starker Bülow :
Es war ein nervenaufreibendes Spiel. „Das kenn´ ich schon und nicht anders. Ich bin seit zehn Jahren dabei“ sagt Alek Falk. Er trifft in der 36. Minute mit einem Kempa im Zusammenwirken mit Schwarzer zum 14:17. Auch Falk ist begeistert von Tilo Müllers Auftritt. „Tilo war überragend“, schwärmt „Falko“ vom 18-Jährigen. Tilo Müller steht für entscheidende Momente: Er wirft das 18:19 und das 19:19. Tore zur Wende. In der 47. Minute trifft Marc-Robin Eisel zum 20:19. Es wird dramatisch. Nach 53 Minuten heißt es 23:23. Dann die Müller-Chance - Aufsetzer - vorbei. Aber René Zobel (4 von 8) setzt den Ball nach Tempogegenstoß in die Maschen: 24:23. Großartig das Zuspiel des jungen Tilo Müller, das Eisel zum 25:24 zu nutzen weiß. Und dann ist da im entscheidenden Moment auch Mats Grupe: Er pariert, Eisel trifft ins verwaiste Gehäuse: 26:24. Tolle Tore wie das 27:25 von Theo Straub nach Müller-Zuspiel sprechen für die Pfiffigkeit. Die Uhr zeigt 58.15, als Mundus zum Siebenmeter geht – den pariert Grupe. „Es ist ein überragendes Gefühl – vor allem weil wir damit auch den Klassenerhalt geschafft haben“, jubiliert Tilo Müller nach seinem tollen Spiel. Sein Trainer preist ihn als Phänomen. Der 18-Jährige kommt nach Kreuzbandriss zurück, ist sofort da. Er wagt was, er kann was. Der Mann der entscheidenden Minuten: Vincent Bülow – Passgeber und Torschütze.
Text Eulen Ludwigshafen und Michael Sonnick
Autor:Michael Sonnick aus Ludwigshafen |
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