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EinBlicke – Mit der LUKOM ins CINEMA PARADISO

Start im Hof zur Führung | Foto: Brigitte Melder
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Ludwigshafen. Am 6. Mai um 17.30 Uhr war für eine Schar interessierter Gäste eine Führung „EinBlicke ins Cinema Paradiso“ vom Stadtmarketing Ludwigshafen (LUKOM) organisiert worden. Und was gab es nicht alles im versteckten Hinterhof eines ganz normalen Hauses in der Hemshofstraße 56 an Kultur zu entdecken! Hier im einzigartigen Ambiente und einer der wenigen ausgezeichneten sogenannten „Lucations“ pulsiert in Eigenregie des Ehepaares D’Angelo das kulturelle Leben. Es ist ein Ort der Begegnungen mit inspirierenden Geschichten, Filmen, kreative Werkstatt, Lyrikvorträgen, Ausstellungen, internationalen Tangoveranstaltungen und musikalischen Highlights. Es ist ein märchenhaft schöner Veranstaltungsort. Und wie im Märchen beginnen wir mit „Es war einmal“ mit dem Ursprung im Jahre 1886 als es die damalige Notkirche für die Bewohner des Stadtteils Hemshof war und gleichzeitig das erste Kirchengebäude im Stadtteil. Im Jahre 1901 wurde aus der Kirche das Elisabethenheim, in dem sich die Schwestern um Kranke kümmerten. In den 60er Jahren diente es als katholisches Kino und als italienische Mission „Centro Italiano“. Danach setzte der fast 30-jährige „Dornröschenschlaf“ ein bis es vor 18 Jahren das Ehepaar D‘Angelo durch den Abkauf von der katholischen Kirche wachküsste. Da es wie eine Ruine dastand, überall Schimmel vorherrschte musste das Ehepaar in mühevoller Kleinarbeit und fast ohne finanzielles Budget die Renovierung angehen und statteten den riesigen Raum mit antikem Mobiliar und Accessoires aus. Heute glänzt es in heimeliger und doch edler Atmosphäre sozusagen mit „Familienanschluss“, denn wer einmal hier war wird immer wieder als FreundIn kommen.

Von der Homepage:
Wenn man diesen Raum betrifft, bleiben Werte wie Beruf, Status oder Religion vor der Tür. Auch in künstlerischer Hinsicht fungieren und funktionieren unsere Räumlichkeiten längst schon als Ideenwerkstatt, in der Kreative unterschiedlichster Bereiche immer wieder in neuen Projekten erfolgreich zusammenarbeiten. Wir wollten einen Ort schaffen, an dem sich einfach alles verbindet. Fruchtbarer Katalysator dafür ist die Kultur, die das Leben an diesem Idyll im Hinterhof zum geselligen Austausch einlädt.

Hier die Eindrücke der Führung: Über den roten Teppich vom Eingang über den Durchgang und Hof gelangte man zur „Kirchen/Kinotür“. Im Hof standen mehrere Gartentisch-Sitzgruppen, ein kleiner Steg führte über einen ebenso kleinen Goldfischteich und alles lag schattig unter einem großen Feigenbaum. Die Klangkünstlerin Karin Maria Zimmer hatte heute nicht ihre Pflanzen zum Klingen gebracht, sondern den paradiesischen Garten mit Klängen verzaubert. Sie ist seit vielen Jahren mit dem Ehepaar D’Angelo befreundet und deshalb wunderte es nicht, dass Sie heute für die Hintergrundmusik engagiert war. Genauso eine Freundschaft verbindet Tati Fedorkowa mit dem Haus und hier wird sie auch zur Tango-Lehrerin ausgebildet. Sie hatte im Vorfeld bei den Vorbereitungen mitgewirkt und heute eine besondere Überraschung parat. Immer mehr interessierte Gäste fanden den Weg in den Hof, so dass es letztendlich fast 30 waren, teils aus Ludwigshafen und teils aus dem Umland.

Torsten Kleb von der LUKOM begrüßte die zahlreichen Gäste in der Reihe „Lust auf LU“ und machte auf weitere Veranstaltungen (siehe Textende) in diesem Kontext aufmerksam, für die man sich anmelden konnte. Da dies eine kostenlose Veranstaltung sei liefe es formal unter „pay what you want“. Beatrice d’Angelo stellte sich und ihr Team vor. Sie betreibt das Cinema Paradiso als Hobby nebenbei, da sie berufstätig ist. Gerne dürfe man sich in die Liste für den Newsletter eintragen, so dass man immer über die Veranstaltungen auf dem Laufenden ist. Sie erzählte, dass sie bei der Restaurierung des Gebäudes noch ganz alte Filme in der Kabine gefunden haben. Im Cinema Paradiso finden auch klassische Konzerte statt wie das vom befreundeten Pianisten-Ehepaar Martina und Christopher Jarrett.
Am 13.Juli kommt als Einmannband der Musiker Tony Moore. Beatrice hatte ihn gemeinsam mit ihrem in London lebenden Bruder auf einer ihrer beliebten Club-Touren im Bedford Club in Balham kennengelernt. Tony Moore ist Musiker, Produzent und Veranstalter und wurde durch seine Arbeit bei der Kultband der 80er Jahre „Cutting Crew“, seine Rolle bei Iron Maiden (1977) und als Gründer des legendären Kashimir Clubs bekannt. Heute ist er immer noch ein einflussreicher Förderer neuer Talente und leitete viele Musikprojekte im Bedford Club, wo er ebenfalls Künstler wie Ed Sheeran früh unterstützte. Derzeit tourt er mit seiner mitreißenden One-Man-Show „AWAKE“ – einem audiovisuellen Erlebnis voller Musik, visueller Projektionen und Leidenschaft.
Es geben sich also ein ums andere Ereignis „die Klinke in die Hand“ in diesem ganz besonderen Kulturhaus. Das Ehepaar D’Angelo hat seit 25 Jahren einen Kulturverein und integrierte vor 18 Jahren das CPA als „Cinema Paradiso & Arte e.V.“. Mit den Worten „hier ist die Welt noch in Ordnung“ lud die Gastgeberin ins Innere ein. Staunend betraten die Gäste das Entree und den großen Saal. Das ganze Mobiliar war zur Seite geräumt worden und in der Mitte prangte eine Tanzfläche. Nein, nicht die Gäste sollten tanzen, sondern wie Tati Fedorkowa ankündigte betrat das Tangotanzpaar Penelope Jacobus und Andreas Stellmach die Fläche und verzauberte mit zwei ganz unterschiedlichen Tangotänzen. Klangkünstlerin Karin Maria Zimmer stellte sich und ihre Pflanzenwelt vor. Dankesworte an Torsten Kleb, dass sie in dieser Reihe „Lust auf LU“ den Menschen in Ludwigshafen diese Location vorstellen dürfen.

Weiter ging es in ein Nebenzimmer, das jedoch noch im „Umbruch“ war, denn hier sollte später einmal die Bar hineinkommen. Noch ein Nebenzimmer und dann hingen beidseitig des schmalen Ganges riesige großformatige Gemälde bis hin zum hinteren Bühneneingang. Normalerweise genießt man die Events ja immer von vorne und heute einmal direkt auf der Bühne den Anblick zu genießen hatte was. Beatrice d’Angelo führte die Gruppe dann auf die Empore, von wo aus man einen hervorragenden Blick auf das Ganze hatte. Auch hier alles liebevoll dekoriert mit alten Fotoapparaten, Filmprojektoren, Plakaten, Filmfotos, ausgesuchten verschiedenen Lampen und vielem mehr. Hier oben befindet sich die Bar, wo man auch alle leckeren Kaffeezubereitungsarten genießen konnte. Beatrice d’Angelo erzählte viele Erlebnisse, die im Laufe ihres Cinema-Lebens passiert waren. Die Gäste waren begeistert und staunten, was dieses Ehepaar aus dieser Ruine gemacht hat, um das Gebäude zu erhalten. Stolz war die Eigentümerin auch von der modernen neuen Heizung, die die hohen Räume beim letzten Weihnachtsfest schön erwärmten. Sie wurde von einer Fachfirma energiesparend eingebaut und das außergewöhnliche daran war, dass sie nicht bezahlt werden wollten, sondern stattdessen hier in diesem tollen Ambiente ihre Weihnachtsfeier stattfinden lassen wollten. Viele interessierte Fragen zu diesem privaten Kulturhaus, das keinen Zuschuss bekommt, wurden gerne beantwortet und ein paar mehr Fans dürften es heute auch sein. In der Sommerpause von Juni bis Ende August ist das Cinema Paradiso & Arte geschlossen, denn dann wird das Nebenzimmer renoviert (Veranstaltungskalender unter www.cinema-paradiso-arte.de).
Hier noch die weiteren Veranstaltungen für das 1. Halbjahr der LUKOM (https://lukom.com/events)
• 08.05. Stadt erleben – Vom Harlekin zum Hauptbahnhof
• 17.05. Biyon Kattilathu - Eine Reise zum Glück
• 22.-25.05. Pfingstweidefest
• 03.06. Radtour – Muralu
• 05.-07.06. Hemshoffest
• 05.06. Einblicke: Blick hinter die Kulissen der Eberthalle
• 06.06. NATOUR: Radtour und Führung durch den Wildpark
• 12.-21.06. Pfalzfest im Ebertpark
• 25.-28.06. Rheinuferfest (mel)

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Autor:

Brigitte Melder aus Böhl-Iggelheim

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