Gut gelaunt, offen und mit Team-Geist
Carsten Schulze ist neuer Pfarrer in Friesenheim
- Pfarrer Carsten Schulze freut sich auf die Kirchengemeinde Friesenheim und das Regio-Team im Kirchenbezirk.
- Foto: privat
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Nach knapp einem Jahr hat die protestantische Kirchengemeinde Friesenheim wieder einen Pfarrer: Carsten Schulze ist Anfang Mai aus der Südpfalz in die Großstadt gekommen. „Ich möchte im Team arbeiten und gerne noch einmal Stadtkirche erleben und gestalten“, sagt der 56-Jährige. Am 14. Juni wird er in der Pauluskirche beim Gottesdienst mit Sommerfest offiziell in sein Amt eingeführt.
Carsten Schulze beschreibt sich als jemanden, der sehr offen auf Menschen zugeht. Zu seinen weiteren Stärken zählt er Zuhören, Humor, Klarheit, Mitgefühl und Vertrauen. Er will dazu beitragen, eine lebendige Kirche zu schaffen, die Gemeinschaft festigt, Heimat gibt und Hoffnung vermittelt. Mit seiner Gemeinde möchte er den Glauben feiern und stärken. Motivation für all dies geben ihm Gottes Wort, die Begegnung mit Menschen und all das Positive, das im Miteinander entsteht.
Diese Haltung bringt er mit nach Friesenheim - jedoch keine fertigen Konzepte, dafür aber einen wachen Blick. „Ich gehe offen in die Gemeinde hinein“, sagt er. „Ich will sehen, was hier gewachsen ist und welche neuen Wege wir gehen können.“ Dass neue Wege gefunden werden müssen, steht außer Frage: „Unsere Kirche ist im Aufbruch, sie wird sich verändern.“
Mit wichtigen Gebäudefragen muss sich Carsten Schulze auch in Ludwigshafen beschäftigen: Über den Verkauf des Pfarrhauses wird gerade verhandelt und an Kirchenfassade und Kirchturm stehen Sanierungsarbeiten an. Die umfangreiche Finanzierung dafür hatte Schulzes Vorgänger Thomas Kiefer noch in seiner Amtszeit geregelt.
Pfälzer Bub mit westfälischen Wurzeln
Carsten Schulze wurde im westfälischen Altena geboren. Die Familie zog in die Pfalz, sodass er in und um Speyer aufwuchs. Nach dem Abitur studierte er Evangelische Theologie in Wuppertal, Bochum und Mainz, sein Gemeindevikariat absolvierte Schulze an der Apostelkirche in Kaiserslautern.
Seine erste Station als Pfarrer führte ihn nach Kaiserslautern in die Evangelische Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft. Hier organisierte und leitete er Veranstaltungen in den Fachbereichen „Kirche und Arbeitswelt“ und „Männerarbeit“. Von 2008 bis 2021 war er im Ökumenischen Gemeindezentrum Pilgerpfad in Frankenthal tätig – das einzige seiner Art in der Pfalz. Er blickt zurück auf eine erfüllte Zeit: „Wir haben ein intensives ökumenisches Gemeindeleben gestaltet.“ Während seiner Zeit in Frankenthal war Carsten Schulze gleichzeitig einige Jahre lang stellvertretender Dekan im Kirchenbezirk.
Im April 2021 trat er die Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Essingen-Dammheim-Bornheim bei Landau an - mitten in der Corona-Zeit. Der Start war holprig: „Es war schwierig, sich in die Gemeinde hineinzuarbeiten.“ Seelsorgegespräche führte der Pfarrer bei Spaziergängen in den Weinbergen, oft begleitet von seinen beiden Hunden Sherlock und Miss Marple, zwei Bretonische Spaniel.
Nachdem die Corona-Auflagen ein Ende fanden, haben die Menschen in den Dörfern ihren Pfarrer mit viel Herzlichkeit und Interesse in ihrer Mitte aufgenommen und willkommen geheißen. Besonders beeindruckt hat Carsten Schulze, wie stark sich viele Gemeindemitglieder sozial und gesellschaftlich engagieren und dies aktiv leben.
Lust auf Ludwigshafen
Nach fünf Jahren in der Südpfalz entschied er sich aus verschiedenen Gründen für den Umzug nach Ludwigshafen. Zum einen kann er näher bei der Familie sein, die in Frankenthal lebt. Zum anderen reizt ihn die Arbeit in einem so genannten Regio-Team, das gerade im Kirchenbezirk Ludwigshafen entsteht. Dem Team sollen nicht nur Geistliche, sondern unter anderem eine Geschäftsführung, Fachleute für Gebäude, Verwaltung und Pädagogik angehören. Alle sollen nach ihren Fähigkeiten und nach ihrer beruflichen Ausbildung Aufgaben übernehmen.
Die kollegiale Arbeit hatte Schulze in der Arbeitsstelle und im Ökumenischen Gemeindezentrum kennengelernt und in Essingen zunehmend vermisst. „Auf dem Land gestaltet sich die Team-Arbeit anders, im Pfarramt ist man mehr auf sich allein gestellt“, beschreibt er die Situation. Jetzt freut er sich darauf, vernetzt zu arbeiten und auf die gegenseitige Unterstützung, in der alle ihre unterschiedlichen persönlichen Stärken einbringen. Besonders schätzt er, dass das Regio-Team viele Altersgruppen umfasst: „Das ist interessant und spannend.“
Carsten Schulze lebt in einer Partnerschaft. Seine beiden erwachsenen Kinder haben ebenfalls den Weg zum Pfarrberuf eingeschlagen: Seine Tochter ist Pfarrerin der Kirchengemeinde Lambrecht-Lindenberg. Sein Sohn absolviert gerade sein Vikariat, den praktischen Teil der Ausbildung zum Pfarrberuf.
Termin
Sonntag, 14. Juni, 14 Uhr
Gottesdienst mit Einführung von Pfarrer Carsten Schulze, anschließend Sommerfest
Protestantische Pauluskirche, Luitpoldstraße 41, Ludwigshafen-Friesenheim
Autor:Yvette Wagner aus Ludwigshafen |
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