Neuer Tatort in Ludwigshafen: Odenthal unter Druck
- Lena Odenthal (r, Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) ermitteln in einem Fall, der im Lauf eines einzigen Abends eskaliert.
- Foto: Benoît Linder/SWR Presse/Bildkommunikation/dpa
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Ludwigshafen. Zuschauerinnen und Zuschauer bekommen am Sonntag, 4. Oktober, einen neuen SWR-„Tatort“ aus Ludwigshafen zu sehen: „Explosive Mischung“ läuft um 20.15 Uhr im Ersten und führt Lena Odenthal und Johanna Stern durch eine zunehmend gewalttätige Nacht.
Der Film von Regisseur und Autor Martin Eigler setzt früh auf Tempo. Eine Automatensprengung endet tödlich, Rettungskräfte und Polizei arbeiten unter Hochdruck. Aus dem zunächst klar wirkenden Fall wird ein Krimi über Misstrauen, Selbstjustiz und Gewalt im öffentlichen wie im privaten Raum.
Sendetermin und Handlung
Im Mittelpunkt stehen die dienstälteste „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal, gespielt von Ulrike Folkerts, und ihre Kollegin Johanna Stern, gespielt von Lisa Bitter. Sie ermitteln während einer Nachtschicht in Ludwigshafen. Der Tote am gesprengten Bankautomaten war offenbar Teil eines größeren Zusammenhangs.
In die Ermittlungen mischt sich Ulf Meisner, gespielt von Christian Schneeweiß. Er hält sich in einem Brennpunktviertel für einen Garanten von Ordnung. Seine Haltung ist hart: Wenn der Staat aus seiner Sicht versagt, sollen andere übernehmen. Damit rückt der Film das Thema Selbstjustiz deutlich in den Vordergrund.
Gewalt hinter verschlossenen Türen
Der neue Odenthal-„Tatort“ bleibt nicht bei der Explosion am Geldautomaten stehen. Er erzählt auch von häuslicher Gewalt. Als Odenthal Meisners Frau Isa befragt, gespielt von Hannah Ehrlichmann, bemerkt sie eine Platzwunde. Isa weist Hilfe zunächst zurück.
Der Fall verbindet damit Gewalt auf der Straße mit Gewalt in Beziehungen. Folkerts macht in der Einordnung zum Film deutlich, dass es aus ihrer Sicht zu wenig Schutzplätze für Frauen und Kinder gebe. Der Krimi nutzt das Thema nicht als Nebenschauplatz, sondern als wichtigen Teil der Eskalation.
Ludwigshafen als nächtliche Hauptfigur
Atmosphärisch setzt „Explosive Mischung“ stark auf die Stadt. Die Kamera taucht Ludwigshafen in blaugrünes Licht, zeigt Glücksspielautomaten, Passagen und den Blick vom Dach auf den Bahnhof Ludwigshafen-Mitte. Im Hintergrund raucht das Kraftwerk, Hunde bellen, ein Feueralarm ist zu hören.
Auch regionale Details spielen eine Rolle. Auf einem Schreibtisch im Polizeirevier steht ein pfälzisches Dubbeglas, es wird Dialekt gesprochen. Ludwigshafen ist dadurch nicht nur Kulisse, sondern prägt Ton und Stimmung des Films.
Polizei gerät selbst unter Druck
Neben Odenthal und Stern geraten auch andere Ermittlerinnen und Ermittler in Konflikte. Nico Langenkamp, gespielt von Johannes Scheidweiler, wird mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert. Die Gruppe um Chris Lohberg, gespielt von Filip Schnack, wirkt gewaltbereit und unberechenbar.
Im Polizeipräsidium wächst der Druck ebenfalls. Polizeichef Kurt Breising, gespielt von Bernd Hölscher, will eine überzeugende Darstellung für die Presse. Stern stellt sich dagegen. Stark besetzt ist auch Davina Chanel Fox als Ermittlerin Mara Herrmann.
Ein düsterer Krimi mit hartem Finale
Am Ende spitzt sich die Nacht im Präsidium zu. Es kommt zu einer Geiselnahme, Blendgranaten und Schüssen. Die Musik von Oliver Kranz treibt die Handlung bis zum Schluss voran.
„Explosive Mischung“ zeigt eine Stadt unter Spannung und eine Polizei, deren Autorität brüchig wirkt. Der Ludwigshafen-„Tatort“ macht aus einer einzigen Nacht ein Bild einer Gesellschaft, in der Konflikte immer schneller eskalieren. [dpa/red]
Autor:Film und Fernsehen: Shows, Serien und Stars aus Ludwigshafen |