Caritas ist vor allem für Geflüchtete eine gute Anlaufstelle
8600 schwangere Frauen lassen sich in Rheinland-Pfalz beraten

8600 Schwangere haben sich im letzten Jahr in Rheinland-Pfalz beraten lassen.
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Rheinland Pfalz. Die Nachfrage nach Beratung in den katholischen Schwangerschaftsberatungs-stellen in Rheinland-Pfalz ist nach wie vor groß. Allerdings haben sich im Bereich der Beratung geflüchteter Frauen die Fragen und Anliegen in den vergangenen zwei Jahren verändert. Standen 2016 das Ankommen und die Unsicherheit über den Aufenthaltsstatus stark im Vordergrund, waren 2018 Fragen zu Spracherwerb und Integration wichtig. Dies ergab eine Auswertung der Arbeitsgemeinschaft der Caritasverbände (AG CV) Rheinland-Pfalz.
Rund 8600 Frauen suchten die 34 katholischen Beratungsstellen auf. Aus den Hilfsfonds der rheinland-pfälzischen Diözesen erhielten Frauen in finanziellen Notlagen rund 665.000 Euro. Rund 2,44 Millionen Euro Fördermittel erhielten bedürftige Frauen über Anträge der katholischen Beraterinnen an die Bundesstiftung für Mutter und Kind. 2016 suchten 9100 Frauen die Beratung auf. Der Rückgang um 500 Klientinnen erklärt sich aus dem Rückgang der Zahl der Geflüchteten. 2018 waren die Zahlen wieder auf dem Niveau von 2015, bevor der Zuzug von Geflüchteten stark anstieg.

„Mittlerweile haben mehr als die Hälfte der Frauen, die zu uns kommen, einen Migrationshintergrund“, sagt Nicola Adick, Direktorin des Caritasverbandes für die Diözese Mainz, die auch Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Caritasverbän-de Rheinland-Pfalz ist. „Für die Gruppe der schwangeren Frauen mit Fluchthintergrund können wir feststellen, dass sich deren Lebensumstände verändern, indem sich der Aufenthaltsstatus klärt. Dann bieten die Sozialleistungssysteme einen auskömmlichen finanziellen Rahmen, es findet Spracherwerb statt und der Wunsch nach Integration in den Arbeitsmarkt ist stark ausgeprägt.“ Für die Schwangerschaftsberatungsstellen bedeute dies, dass nach einer Phase der Beratung von stark verunsicherten und traumatisierten Menschen ohne Sprachkenntnisse und ohne gesicherte Perspektive nun eine Beruhigung in der Beratung stattfindet und wieder zielorientierter beraten werden könne. „Es wird jedoch noch Jahre dauern, bis diese Gruppe selbst ihre Interessen vertreten kann. Insbesondere die komplexen und teils digitalisierten Antragsverfahren in der Amtssprache stellen oft eine hohe Hürde dar und schließen Menschen aus“, so Adick. ps

Es gibt in Rheinlandpfalz insgesamt 77 vom Land geförderte Beratungsstandorte, in denen Beraterinnen mit 113 Vollzeitstellen arbeiten. Hinzu kommen 10 Vollzeitstellen, die ausschließlich von der Katholischen Kirche bezahlt werden. 34 Beratungsstandorte sind in katholischer Trägerschaft von Caritas (30) und dem Sozialdienst katholischer Frauen SKF (4). 29 Beratungsstellen trägt die Diakonie, neun Pro Familia, sieben Donum Vitae und zwei der Verein Frauenwürde. Das Durchschnittsalter der Frauen in den Katholischen Beratungsstellen liegt bei 27,7 Jahren.

Autor:

Julia Lutz aus Germersheim

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