Truppenabzug in Rheinland Pfalz: Sorge um US-Standorte
- Die Ankündigungen zum Truppenabzug müssen nach Einschätzung von Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) ernst genommen werden. (Symbolfoto)
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Rheinland Pfalz. Ein möglicher Abzug von US Soldaten aus Deutschland könnte auch Standorte im Südwesten treffen. Der scheidende Ministerpräsident Alexander Schweitzer warnte am Samstag, 2. Mai, in Nieder Olm vor möglichen Folgen für Rheinland Pfalz.
Schweitzer erklärte am Rande eines außerordentlichen SPD Landesparteitags, die Ankündigungen von US Präsident Donald Trump müssten ernst genommen werden. „Meine Befürchtungen sind groß, dass wir eventuell von diesen Ankündigungen auch betroffen sein können in Rheinland Pfalz“, sagte der SPD Politiker. Hintergrund seien mögliche sicherheitspolitische Entscheidungen im Zusammenhang mit einem Konflikt um den Iran.
Nach Angaben aus den USA hat Verteidigungsminister Pete Hegseth den Abzug von etwa 5000 Soldaten aus Deutschland angeordnet. Der Rückzug soll nach derzeitiger Planung innerhalb von sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein.
Aktuell sind laut US Militär rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert. Etwa 39.000 davon befinden sich in Deutschland. Viele Einheiten sind im Südwesten und Süden des Landes stationiert. Die Zahlen verändern sich regelmäßig durch Rotationen und Übungen.
Ramstein und Landstuhl militärisch besonders wichtig
Rheinland Pfalz spielt für die amerikanischen Streitkräfte eine zentrale Rolle. Zu den wichtigsten Einrichtungen gehören
- Ramstein Air Base als zentrale Luftdrehscheibe der USA für Europa und den Nahen Osten
- das US Militärkrankenhaus in Landstuhl als größtes amerikanisches Militärhospital außerhalb der USA
Dorthin werden auch Soldaten gebracht, die bei Einsätzen im Ausland verwundet wurden. Eine schnelle medizinische Versorgung ist so möglich, ohne den Transport in die Vereinigten Staaten.
Appell an Bundesregierung und neue Landesregierung
Schweitzer forderte Bund und Land zu Gesprächen mit den USA auf. „Das ist eine gemeinsame Aufgabe von Friedrich Merz und der nächsten Landesregierung klarzumachen, wir wollen ein starker Standort für die amerikanischen Streitkräfte bleiben“, sagte er.
Rheinland Pfalz wolle weiterhin Gastgeber für amerikanische Soldaten, ihre Familien und zivile Beschäftigte sein. Die Zusammenarbeit sei wichtig für Sicherheit, Infrastruktur und auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen. dpa/red
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |