Wanderausstellung im Rathaus der Verbandsgemeinde Landstuhl eröffnet
„Deutsche aus Russland – Geschichte und Gegenwart“

Landrat Ralf Leßmeister, Bürgermeister Peter Degenhardt (Verbandsgemeinde Landstuhl), Projektleiter Jakob Fischer und Stadtbürgermeister Ralf Hersina (von links) bei der Ausstellungseröffnung  Foto: Günter Kries
  • Landrat Ralf Leßmeister, Bürgermeister Peter Degenhardt (Verbandsgemeinde Landstuhl), Projektleiter Jakob Fischer und Stadtbürgermeister Ralf Hersina (von links) bei der Ausstellungseröffnung Foto: Günter Kries
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Landstuhl. „Deutsche aus Russland – Geschichte und Gegenwart“, unter dieser Überschrift steht eine Wanderausstellung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, die im Rathaus der Verbandsgemeinde Landstuhl aufgebaut ist. Auf 24 Tafeln wird anschaulich über die Kultur und Geschichte der Deutschen aus Russland bzw. der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten berichtet und deren Schicksalswege nach den beiden verlorenen Weltkriegen aufgezeichnet.

Als historischer Ausgangpunkt diente dem in Kasachstan geborenen und heute in Nördlingen lebenden Projektleiter der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Jakob Fischer, die Migrationsgeschichte der Deutschen, darunter auch viele Familien aus der Pfalz, die im 18. Jahrhundert nach Russland auswanderten, sich dort durch harte Arbeit eine Existenz aufbauten und im Lauf der Irrungen und Wirrungen des 20. Jahrhunderts wieder zurück nach Deutschland kamen. Auf den Tafeln werden die wirtschaftlichen Leistungen der Deutschen in Russland und der kulturelle Aufschwung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs aufgezeigt. Es folgt der Weg in die Katastrophe. 300.000 deutsche Männer werden in die russische Armee eingezogen und die Deutschen zu Hause schwersten Repressionen ausgesetzt. Durch die „Liquidationsgesetzte“ von 1915 werden über 150.000 Wolhyniendeutsche enteignet und nach Sibirien verschleppt. Ähnlich ergeht es den Deutschen in den Kriegsjahren 1942 bis 1945. Frauen und Männer, die tauglich für körperliche Arbeit waren, werden zum Einsatz in Arbeitskolonnen mobilisiert.
In Zahlen, Daten und Fakten wird auf die Integration der Deutschen aus Russland verwiesen, zumal in der Öffentlichkeit sich hartnäckig das Vorurteil hält, Spätaussiedler würden ungerechtfertigt Geldgeschenke des Staates, zinslose Darlehen zum Bauen oder große Entschädigungsleistungen erhalten. Spätaussiedler würden sich nicht integrieren und seien eine Belastung für die Bundesrepublik.
„Meistens werden die Deutschen aus Russland in der Bundesrepublik im Zusammenhang mit der Integrationspolitik wahrgenommen. Dabei ist es den meisten kaum bewusst, wie tief die Deutschen aus Russland und ihre Vorfahren in der deutschen Geschichte verwurzelt sind“, sagte Jakob Fischer am Ende der Ausstellungseröffnung.
Die Ausstellung im Foyer des Rathauses ist zu den üblichen Öffnungszeiten der Verwaltung bis zum 2. Oktober zu sehen. amk

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