Alle bestehen, fünfmal die 1,0
Rekordergebnis beim Abitur am Sickingen-Gymnasium

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von Achim Jung

Ein außergewöhnlicher Jahrgang überzeugt mit Bestleistungen und einer starken Gemeinschaft

Die lange Phase der Abiturprüfungen ist endlich zu Ende. Die Abiturientinnen und Abiturienten waren bei der diesjährigen Abiturfeier in der Stadthalle von Landstuhl sichtlich in Partystimmung. Es gibt auch etwas zu feiern: 100% des Jahrgangs haben das Abitur bestanden! Fünf SchülerInnen bestanden das Abitur mit der Traumnote 1,0! Die Jahrgangsbeste Alina Unold errang gar unfassbare 890 von 900 möglichen Punkten!
Diese Feierstimmung brachte auch das diesjährige Abiturmotto zum Ausdruck: „A little party never killed no Abi“. Dieses Motto macht allerdings auch nachdenklich und seine Wahl erscheint angesichts der jüngsten politischen Entwicklungen auch gut überlegt. Es spielt nämlich darauf an, dass wir in einer Epoche leben, in der der US-Präsident Trump kürzlich zu einer großen Gala-Party mit dem Thema „The Great Gatsby“ eingeladen hat und damit Reichtum, Exzess und Lebenslust feiern wollte. Aber bei der Wahl dieses Mottos war er offenbar völlig ahnungslos, was der gleichnamige Kultroman des amerikanischen Autors F. Scott Fitzgerald tatsächlich bedeutet. Hätte Trump nur verstanden, dass das Gatsby-Motto der Party nicht anders zu verstehen ist, als dass ein Leben in Oberflächlichkeit, Dekadenz und Egoismus notwendig zu einem tragischen Ende führen muss, hätte er nicht die ganze Welt in Abgründe von Krisen, Katastrophen und Kriegen gestürzt. So aber war die Zeit der Abiturvorbereitungen und der Prüfungen unseres aktuellen Abiturjahrgangs überschattet durch bestürzende und erschütternde Nachrichten über Kriege und Zerstörungen.
Das Abiturmotto „A little party never killed no Abi“ nimmt Bezug auf den Titel eines Songs von Fergie aus dem Soundtrack der Neuverfilmung von „The Great Gatsby“ durch Baz Luhrmann aus dem Jahr 2013. Es stellt sich dem aktuellen Zeitgeist ganz hervorragend entgegen. Die Schülerinnen und Schüler wissen um die Bedeutung des Abiturs, können jedoch auch feiern, ohne dabei in Oberflächlichkeit, Egoismus und Dekadenz zu verfallen. Trotzdem hatten die Abiturientinnen und Abiturienten bei der Abiturfeier alle das nötige stylische Outfit, um auch bei jeder beliebigen Gatsby-Party teilnehmen zu können, ohne dabei groß aufzufallen.
Die Schülerinnen und Schüler hatten auch jeden Grund, nach der Abiturfeier beim Abiball eine große Party zu feiern. Denn mit der Überreichung der Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife durch ihre StammkursleiterInnen, erhielten sie jeweils ein Dokument mit buchstäblich globaler Gültigkeit und Anerkennung, da das Abiturzeugnis für die Aufnahme jedes Studium, nicht nur in Deutschland, sondern in fast jedem anderen Land der Welt berechtigt. Es wird nun darauf ankommen, ob und inwieweit es den Schülerinnen und Schülern gelingt, die gewaltige Freiheit zu nutzen, die sie mit der Erlangung des Abiturs nun haben.
Mit dem Abiturjahrgang 2026 verlässt nun bereits der dritte Jahrgang das Gymnasium, der jeweils den gesamten dreijährigen Zeitraum der Oberstufe am Standort Wallhalben verbracht hat. Die Schülerinnen und Schüler trugen nun schon über Jahre in Wallhalben zu einem ökonomischen Aufschwung der lokalen Wirtschaft bei und belebten Schulgebäude, die sonst dort leerstehen würden. Ein nicht enden wollender Strom von Schülerinnen und Schülern bewegte sich in Freistunden oder Pausen zwischen der Schule und den nahen Supermärkten hin und her, um Geld dorthin und leckere Esswaren und erfrischende Getränke zurückzutragen. Erstaunlicherweise gibt es in der Schule zudem auch noch einen Kiosk, wo ein freundlicher Händler weitere Getränke und Snacks anbietet, die auch nicht verschmäht, sondern täglich zur Gänze genüsslich vertilgt werden. Wenn die kulinarische Versorgung der zukünftigen Abiturientia in Wallhalben nichts zu wünschen übrig gelassen hat, setzte der überwältigend idyllisch gelegene zweite Standort des Gymnasiums im schönen Wallhalbtal dem Ganzen noch die Krone auf. Der ein wenig abgelegene Standort ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, sich in Ruhe auf das Abitur vorzubereiten. In Freistunden waren auch Waldspaziergänge möglich und mittags zudem noch Abstecher in die nahe gelegene Pizzeria bzw. den Kebabimbiss und zur Eisdiele. Viele Abiturientinnen und Abiturienten gelang es vor diesem Hintergrund auch dieses Jahr, Beachtliches zu leisten und hervorragende Noten zu erzielen.
Besonders bemerkenswert ist es, dass 11 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs erst vor einigen Jahren mit wenig oder sogar gar keinen Deutschkenntnissen ans SGL gekommen sind, das Abitur bestanden haben, teilweise mit hervorragenden Noten, sogar im Fach Deutsch. Die Einrichtung von ergänzenden Kursen im Fach "Deutsch als Zweitsprache", für die sich die Schulleitung besonders eingesetzt hat, zumal einige Lehrkräfte des SGL zufällig dafür auch über eine spezielle zusätzliche Lehrbefähigung verfügen, hat sich hier in beeindruckender Weise ausgezahlt.
In seiner Abiturrede beglückwünschte der Schulleiter Philipp Wehmann die Abiturientinnen und Abiturienten zu ihrem sehr erfolgreich bestandenen Abitur. Obwohl die Jahre der Vorbereitung auf das Abitur unter den ungünstigen Bedingungen einer Gesamtsanierung der Schule stattgefunden haben, was zum Beispiel bedeutet, dass der größte Teil des Kollegiums pendelnd einen Teil fast jeden Unterrichtstages auf den Landstraßen zwischen Wallhalben und Landstuhl verbringen muss, haben 100 % des Jahrgangs bestanden und konnten das Abiturzeugnis aus den Händen des Schulleiters glücklich entgegennehmen. Dessen Bedeutung hob er mit eindringlichen Worten hervor: "Denn was Ihr heute erhaltet, ist mehr als eine Zugangsberechtigung zu Studium oder Beruf. Es ist die Möglichkeit, Euer Leben eigenständig zu gestalten. Macht also etwas aus Euch! Geht hinaus in die Welt mit der Entschlossenheit, die Zeit, die Euch gegeben wurde, als das Geschenk zu betrachten, das sie ist. Nicht mit der Erwartung, dass sie auf Euch wartet — sondern mit der Bereitschaft, in ihr zu wirken. Dabei werdet Ihr Umwege gehen. Ihr werdet Entscheidungen revidieren. Ihr werdet Pläne ändern. Aber das ist kein Scheitern. Das ist Leben. Denn wichtig ist nicht, dass Ihr sofort den richtigen Weg findet. Wichtig ist, dass Ihr Euren Weg sucht, ihn dann findet und diesen wirklich geht."
Die Abiturrede im Namen der Lehrerschaft hielt dieses Jahr Knut Böhlke, der Kursleiter des Stammkurses Sozialkunde war. Er hob das besondere Engagement der Eltern in der Unterstützung ihrer Kinder bei der Vorbereitung auf das Abitur hervor. Knut Böhlke blickte auf die gemeinsame Schulzeit zurück – von den ersten Tagen über die Herausforderungen der Corona-Pandemie bis hin zu besonderen Erlebnissen wie Klassenfahrten – und unterstrich, dass Schule mehr als Unterricht sei, nämlich auch persönliches Wachstum und Gemeinschaft. Abschließend ermutigte der Stammkurslehrer die Abiturientia, Verantwortung zu übernehmen, engagiert und empathisch zu handeln, Chancen zu nutzen und ihren eigenen Weg in einer freien Gesellschaft selbstbestimmt zu gestalten: "Mischt euch ein! Unsere Gesellschaft braucht engagierte Menschen wie euch. Man kann sich nicht aus allem heraushalten, sonst entscheiden andere für euch und vielleicht auch die Falschen. Bleibt informiert und engagiert euch in Politik, bei Vereinen, in Initiativen oder auch anderswo. Überlasst nicht alles den anderen. Bestimmt und gestaltet mit! Es gibt derzeit viele schlechte Nachrichten, aber es gibt auch gute, sucht sie oder noch besser: Sorgt selbst für solche! So wie heute. Bleibt menschlich! Versetzt euch in die Lage eures Gegenübers, man nennt es Empathie, und ihr werdet Vieles besser verstehen und auch bessere Entscheidungen treffen können."
Die Rede im Namen der Schülerschaft zu halten, oblag den Schülersprechern Jonas Becker und Silas Lüer. Die beiden Redner vergegenwärtigten die langen Jahre ihrer Schulzeit als gemeinsame Schiffsreise. In einem unterhaltsamen Dialog ließen sie die einzelnen Etappen auf dem Weg zum Abitur Revue passieren. Es galt, Ozeane zu überqueren, Stürmen zu trotzen, durch Meerengen zu gelangen, um endlich in den Hafen des Abiturs einzulaufen. Unterwegs lernten sie viele Länder kennen, vor allem die Toskana in Italien, wohin sie ihre Abschlussfahrt geführt hatte: „Und schließlich war es so weit: Die große Show, die Prüfungen, das Abi selbst, stand bevor. Plötzlich war die Zukunft nicht mehr weit weg, sondern zum Greifen nah. Wir hatten alles gelernt, was gelernt werden sollte, hatten Stürme und Flauten gemeistert, neue Matrosen willkommen geheißen und alte verabschiedet. Und somit endet unsere Reise, hier in Landstuhl in der Stadthalle.“
Im Anschluss an die Verleihung der Zeugnisse fand die Verleihung der Abiturpreise statt.
Der Schulleiter Philipp Wehmann überreichte den Preis des Ministers für vorbildliche Haltung und beispielhaften Einsatz in der Schule an Jonas Becker.
Den Preis des Vereins der Freunde des SGL, den Dr.-Hubert-Weber-Preis, verlieh im Namen des Vereins das Mitglied der erweiterten Schulleitung, Oliver Wendenburg, an gleich drei Abiturienten: Ben Schulz, Jona Hoppe und Elias Sprau. Damit wurde ihr außergewöhnlicher und selbstloser Einsatz für die Schulgemeinschaft, insbesondere bei der Organisation und Durchführung von Schulveranstaltungen, gewürdigt. In seiner Laudatio auf die Preisträger dieser besonderen Auszeichnung des SGL hob Oliver Wendenburg die Bedeutung der Schulgemeinschaft hervor, die darauf angewiesen sei, dass es Menschen gebe, die sich um diese Gemeinschaft verdient machen und sich für sie einsetzen, ohne sich doch dabei in den Vordergrund zu drängen, sondern im Gegenteil, anderen dabei zu helfen, sich in dieser Gemeinschaft heimisch zu fühlen. Oliver Wendenburg lobte die drei Preisträger als Team, das gemeinsam unschlagbar gewesen sei: „Diese drei ergänzen sich in ihren Eigenschaften derart, dass die Summe wahrhaft größer ist als ihre Teile – und das nicht nur, weil für die Montage manchen Scheinwerfers unser Ben schlicht zu klein war. Freundlich, zuvorkommend, sportlich, groß, klein, technisch bewandert und dennoch bodenständig: Das alles trifft auf euch zu. Für euch war „Team“ nie ein Akronym für „Toll, ein anderer macht’s“. Unter erschwerten Bedingungen – zwei Schulstandorte und keine Aula – war euch auch nichts zu viel. Wenn die Einweihung der neuen Aula am Horizont wieder einmal weiter in die Ferne rückte, dann brauchte es in der MSS 13 eben eine „Tour de Süd-/Westpfalz“ zum Einsammeln sämtlicher Bühnenpodeste, um die Sporthalle für eine Woche in eine solche Aula zu verwandeln. Behaltet euch all das, was ihr euch erarbeitet habt. Bleibt so zurückhaltend, interessiert und engagiert wie bisher – dann seid ihr nicht nur für unsere Schule, sondern für unsere Gesellschaft ein Gewinn. Herzlichen Glückwunsch zu dieser besonderen Auszeichnung!“
Die Preise des Landkreises Kaiserslautern für einen Abiturschnitt von 1,5 oder besser wurden von dem Zweiten Kreisbeigeordneten Dr. Walter Altherr überreicht. Sie gingen an Alina Unold, Fiona Jung, Hannah Schwarz, Guilia Hernández Delgado und Vincent Lelle (alle 1,0), Ben Schulz (1,1), Domenic Berger, Melissa Mathews, Emily Holzberger (alle 1,3), Lena Zoé Kreidler (1,4), Mia Fuhrmann und Maja Koper (1,5).
Die Preise der Verbandsgemeinde Landstuhl gingen an Silas Lüer und Vincent Lelle. Sie wurden vom Bürgermeister der Verbandsgemeine Landstuhl, Dr. Peter Degenhardt, übergeben.
Die Preise der Stadt Landstuhl wurden Giulia Hernández Delgado, Vincent Lelle und Fiona Jung vom Bürgermeister der Stadt, Mattia De Fazio, überreicht.
Den Preis der Partnerstadt Pont-à-Mousson für hervorragende Leistungen im Fach Französisch erhielt Alina Unold. Diesen besonderen Preis, der mit einer Einladung nach Frankreich in die Partnerstadt verbunden ist, überreichte ebenfalls der Stadtbürgermeister Mattia De Fazio.
Lilian Natale erhielt den Preis des Altphilologenverbands für seine besonderen Leistungen im Fach Geschichte.
Der Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ging an Ben Schulz.
Den Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) errang Alina Unold.
Mit dem renommierten Scheffel-Preis der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe für hervorragende Leistungen im Fach Deutsch wurde Hannah Schwarz geehrt.
Der Preis der Deutschen Gesellschaft für Philosophie e.V. ging an Domenic Berger.
Vincent Lelle wurde zusätzlich durch den Preis des Deutschen Altphilologenverbands für sehr gute Leistungen im Fach Latein gewürdigt.
Den Preis der Atlantischen Akademie für sehr gute Leistungen im Fach Englisch erhielt Melissa Mathews.
Den Preis der Europa-Union erhielten Fiona Jung und Hannah Schwarz.
Mit dem Preis des Fachbereichs Geographie (Stadtplanungsbüro FIRU mbH Kaiserslautern) für ihre hervorragenden Leistungen wurden Lilian Natale und Lena Zoé Kreidler ausgezeichnet.
Herzlichen Glückwunsch zum Abitur und alles Gute für die Zukunft!

Autor:

Achim Jung aus Landstuhl

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