Das Versprechen, das über Landstuhl wacht
- Versteckt im Grünen und doch mit Blick auf Landstuhl: Die Marienkapelle auf der Atzel erinnert bis heute an ein Gelübde aus vergangenen Zeiten.
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Landstuhl. Die Marienkapelle im Landstuhler Stadtteil Atzel entstand aus einem Gelübde während des Zweiten Weltkriegs. Heute ist sie ein beliebter Ort der Besinnung mit weitem Blick über die Sickingenstadt. Hoch über den Dächern der Sickingenstadt steht die Marienkapelle auf der Atzel als Zeichen des Glaubens, der Hoffnung und des Friedens. Ihre Entstehung geht auf ein Gelübde aus den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs zurück. Bis heute ist sie ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, Pilger und Besucher, die die besondere Atmosphäre und den Ausblick über Landstuhl bis zur Burg Nanstein schätzen.
Gelübde in schwieriger Zeit
Eine Marienkapelle gab es in Landstuhl bereits im Mittelalter. Sie befand sich an der Stelle der heutigen St.-Andreas-Kirche und diente zeitweise auch der Familie von Sickingen als Begräbnisstätte. Nachdem das Gotteshaus im Dreißigjährigen Krieg schwere Schäden erlitten hatte, wurde es nicht wieder aufgebaut. Im Jahr 1751 entstand an dieser Stelle die heutige Pfarrkirche St. Andreas.
Die heutige Marienkapelle hat ihren Ursprung in den letzten Kriegsjahren. Als die Front immer näher rückte, gelobte der damalige Ortsgeistliche gemeinsam mit Gemeindemitgliedern, eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter zu errichten, falls Landstuhl von den verheerenden Bombardierungen verschont bleiben würde. Die Stadt blieb tatsächlich weitgehend von größeren Zerstörungen bewahrt.
- Ein stiller Ort mit Geschichte: Die Marienkapelle auf der Atzel wurde aus Dankbarkeit nach überstandener Not errichtet und prägt den Platz bis heute.
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Bau in den Jahren des Wiederaufbaus
Mit Beginn der wirtschaftlichen Erholung wurde das Versprechen eingelöst. Im Oktober 1952 erfolgte die Grundsteinlegung auf der Anhöhe der Atzel. Bereits im Juni 1953 weihte Bischof Dr. Isidor Markus Emanuel die Kapelle der Muttergottes von Fatima.
Entworfen wurde das Gotteshaus vom Diözesanbaurat Wilhelm Schulte. Zahlreiche Bürger beteiligten sich mit Eigenleistungen am Bau, sodass die Kapelle zu einem Gemeinschaftsprojekt der Pfarrgemeinde wurde.
Sandstein, Glockenturm und Marienfigur
Die Kapelle wurde im neuromanischen Stil errichtet. Charakteristisch sind die rundbogigen Fenster und Eingänge sowie das Mauerwerk aus heimischem rotem Sandstein. Das ziegelgedeckte Dach trägt einen kleinen Glockenturm mit Kreuz und Weltkugel.
Im offenen Eingangsbereich schützen schmiedeeiserne Gittertore den Zugang. Über dem äußeren Portal erinnert eine Taube mit Ölzweig an den Frieden. Im Inneren steht der Altar mit der Figur der Muttergottes von Fatima, die regelmäßig mit frischen Blumen geschmückt wird. Auf der Rückseite befindet sich eine weitere Marienfigur. Sie zeigt die gekrönte Madonna mit dem Jesuskind, während Engel schützend ihren Mantel über die Kirchen St. Andreas und Heilig Geist ausbreiten – ein Symbol für den Schutz der Stadt.
- Fast vollständig vom Wald umschlossen: Von der Rückseite zeigt sich besonders gut die ungewöhnliche Form der Marienkapelle auf der Atzel.
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Ziel der Fatima-Prozession
Bis heute ist die Marienkapelle ein wichtiger Ort des kirchlichen Lebens. Jedes Jahr am 13. Mai ziehen Gläubige bei Einbruch der Dunkelheit in einer Lichterprozession hinauf zur Kapelle. Dabei bitten sie um Frieden und den Schutz für Landstuhl und die Menschen in der Region.
Blick über Landstuhl
Während die Kapelle bei ihrer Einweihung noch einsam am Waldrand lag, ist sie heute vom Stadtteil Atzel umgeben.
Dennoch hat sie ihren besonderen Charakter bewahrt. Von hier aus eröffnet sich ein weiter Blick über Landstuhl bis hin zur Burg Nanstein. Die Marienkapelle liegt in einem kleinen Waldstück oberhalb der L 470 unweit der Berliner Straße. Parkmöglichkeiten befinden sich in der Berliner Straße. Von dort führt ein kurzer Fußweg zu dem stillen Aussichtspunkt über der Stadt. est
Autor:Erik Stegner aus Landstuhl |
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