Weinschorle richtig mischen: So bleibt sie an heißen Tagen leicht
- Fifty-fifty: Das ist eine gute Faustregel für das Verhältnis zwischen Mineralwasser und Wein. (zu dpa: «Damit's nicht so dreht: Tipps für die perfekte Weinschorle»)
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Weinschorle richtig mischen. Eine gute Weinschorle ist an heißen Tagen leichter und bekömmlicher als reiner Wein, wenn Verhältnis, Wein und Wasser zusammenpassen.
Für den Alltag bedeutet das vor allem eins: Nicht zu viel Wasser, aber auch nicht zu viel Wein. Sonst schmeckt die Schorle schnell dünn oder verliert ihren Vorteil als leichtere Alternative zum puren Glas Wein.
Ernst Büscher, Sprecher des Deutschen Weininstituts, rät bei der Zubereitung zu klaren Mischverhältnissen. «Fifty-Fifty beim Mix von Mineralwasser und Wein ist eigentlich ein gutes, normales Maß», sagt Büscher. Ein Mix von 60 Prozent Wein und 40 Prozent Wasser gehe auch, dann werde es etwas kräftiger. Bei großer Hitze sei ein Verhältnis von 40 Prozent Wein und 60 Prozent Wasser oft passender - eine Mischung, die dem Pfälzer eigentlich schwerfällt und die Rieslingschorle-Mixregeln in ihren Grundmauern erschüttern.
Beim Wein zählt Aroma statt Resteverwertung
Entscheidend ist nach seinen Angaben auch die Wahl des Weins. «Auf keinen Fall sollte man irgendeinen Wein nehmen, wo man denkt: Der hat schon etwas gestanden und muss weg», so der Experte. Solche Weine wirkten oft bereits oxidiert. Durch die Kohlensäure des Mineralwassers treten diese Noten noch stärker hervor. Der Grund liegt laut Büscher in den aufsteigenden Bläschen. «Die aufsteigenden Kohlensäurebläschen transportieren die Duftstoffe aus dem Wein noch schneller an die Oberfläche und bringen so die Aromen richtig kräftig hervor», erklärt Büscher. Für eine aromatische Schorle eignen sich demnach vor allem Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner oder Rosé. Riesling bringt etwas Fruchtsäure mit. Wer mildere Weine bevorzugt, greift eher zu Müller-Thurgau oder Silvaner. Auch Rosé-Schorlen werden laut Büscher beliebter.
Kräftiges Sprudelwasser hält die Schorle frisch
Beim Mineralwasser empfiehlt der Weinexperte die klassische stark sprudelnde Variante. Medium sei weniger geeignet, weil bei einem Anteil von 50 Prozent Wasser oft zu wenig Kohlensäure übrig bleibe, um die Schorle spürbar aufzufrischen. Bei Rotwein-Schorlen passen laut Deutschem Weininstitut eher leichte Sorten wie Trollinger oder leichte Spätburgunder aus dem Edelstahltank. Weniger geeignet sind Rotweine mit vielen Gerbstoffen und Holzfassnoten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot, weil Tannine und Kohlensäure geschmacklich oft nicht gut zusammenwirken. Wer eine alkoholfreie Variante möchte, kann auch alkoholfreien Wein verwenden. Laut Büscher bleibt damit der Weingeschmack erhalten, oft mit etwas lieblicheren Noten durch höheren Restzucker.
Einfache Hilfe für das richtige Mischverhältnis
Ohne Messbecher lässt sich das Verhältnis leicht einhalten:
- Für 50 zu 50 einmal eine kleine Tasse oder ein anderes Gefäß mit Wein füllen.
- Danach dasselbe Gefäß einmal mit Mineralwasser füllen.
- Beides nacheinander ins Glas geben.
Praktisch bleibt die Weinschorle damit vor allem dann, wenn ein aromatischer Wein mit stark sprudelndem Wasser in einem passenden Verhältnis gemischt wird. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |