Landau baut am Kanalsystem: Speicherboxen sollen bei Starkregen entlasten
- Neue „Blue Boxen“ in Landau: In der Königstraße laufen Bauarbeiten, damit Regenwasser bei Starkregen künftig zwischengespeichert und kontrolliert abgeleitet wird
- Foto: EWL
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Landau. In der nördlichen Königstraße baut der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) am Kanalsystem, damit bei Starkregen weniger Wasser unkontrolliert abfließt. Unter der Straße entstehen dafür „Blue Boxen“, die Regenwasser zwischenspeichern und später gedrosselt ableiten.
Der EWL verlegt in bis zu 2,2 Metern Tiefe einen neuen, separaten Regenwasserkanal mit Durchmessern von 400 bis 500 Millimetern. Zusätzlich baut das Team neue Hausanschlüsse für Regenwasser.
60.000 Liter Stauraum unter der Straße
Die unterirdischen Speicherboxen aus Kunststoff liegen künftig zwischen den Baumscheiben entlang der Straße. Insgesamt schaffen sie rund 60 Kubikmeter Stauraum, also 60.000 Liter. Rund 40 Kubikmeter davon entstehen im aktuellen Bauabschnitt.
Bei Starkregen sammelt sich überschüssiges Niederschlagswasser zunächst in den Rigolen. Danach gibt das System das Wasser zeitverzögert ab. Es fließt in den Regenwasserkanal und von dort in die Queich.
Olga Wünschel, die das Projekt beim EWL verantwortet, erklärt den Vorteil der Bauweise. Die Kunststoffelemente haben einen Hohlraumanteil von mehr als 90 Prozent und können damit mehr Wasser aufnehmen als zum Beispiel Kiesrigolen.
Eine Drossel begrenzt die Einleitmenge in die Queich auf maximal 5,1 Liter pro Sekunde. So soll das Gewässer vor ökologischen Schäden geschützt und die Hochwassergefahr minimiert werden. Die Drossel sitzt in einem speziellen Schacht in der Straße und kommt ohne bewegliche Teile aus. Das macht sie laut EWL wartungsarm.
Der neue Regenwasserkanal entlastet außerdem die Landauer Kläranlage. Weil weniger Wasser dort behandelt werden muss, sinkt der Energieaufwand für die Reinigungsstufen.
Parallel erneuert der EWL zahlreiche Hausanschlüsse für Schmutzwasser in der Königstraße. Viele Rohre sind mehrere Jahrzehnte alt. Olga Wünschel sagt, der EWL habe die Anschlüsse proaktiv geprüft und saniert sie jetzt im Zuge der Kanalbaustelle, um die Straße nicht in absehbarer Zeit erneut öffnen zu müssen.
Die Baumaßnahme „Königsstraße Nord“ teilt der EWL in drei Abschnitte und führt sie bis 2027 durch. Parallel zum Bau des Regenwasserkanals erneuern die Beteiligten auch die Straßenbeleuchtung, die Begrünung sowie Wasser-, Strom- und Gasleitungen. Die Gesamtkosten liegen bei vier Millionen Euro. Auf die Kanalisation entfallen laut EWL etwa 860.000 Euro.
Autor:Katharina Wirth aus Herxheim |